Tausende englischer Fans, die den Anpfiff der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ herbeisehnen, bereiten sich schon jetzt fieberhaft auf das große Turnier vor. Der Sprecher der englischen Football Supporters Federation (FSF), Kevin Miles, war diese Woche in Südafrika, um sich einen ersten Eindruck vom Land zu verschaffen, bevor die Fans im kommenden Jahr anreisen werden.

Miles ist zuversichtlich, dass die englischen Anhänger in großer Zahl nach Südafrika kommen werden, obwohl allgemein erwartet wird, dass die internationale Wirtschaftskrise die Zahl der Fans aus aller Welt, die das Großereignis hautnah miterleben wollen, schrumpfen lassen wird. Und wenn es England gelingen sollte, seine Leistungen von 1966 zu wiederholen, wird Südafrika wahrscheinlich von englischen Fans regelrecht überschwemmt werden.

"Nach einer ersten vorsichtigen Schätzung werden 25.000 Fans aus England anreisen. Sollte es England bis ins Finale schaffen, wird sich diese Zahl sicherlich verdoppeln. Die Fans werden auch ohne Tickets anreisen. Und es werden auch solche dabei sein, die sich keine Hoffnungen darauf machen, ein Ticket zu ergattern. Aber für diese Menschen ist es wichtig, später vielleicht erzählen zu können, dass sie in Johannesburg waren, als England im Endspiel der FIFA-WM 2010 stand. Wir können getrost davon ausgehen, dass in der Gruppenphase mehr Fans da sein werden, als Tickets verfügbar sind", sagte Miles.

Die WM-Stadien haben den internationalen Sprecher der FSF zweifellos überzeugt. "Ich denke, dass die Stadien wirklich in einem Topzustand sind, und es gibt gar keinen Zweifel daran, dass Südafrika mit diesen Stadien ein würdiger Gastgeber einer WM sein wird", sagte Miles, dem es ganz besonders das Soccer City Stadium angetan hat, in dem das Eröffnungsspiel und das Finale der WM-Endrunde ausgetragen werden. "Es ist ein wirklich gigantisches und überwältigendes Stadion. Wir hoffen alle sehr, dass wir unser Team im Finale in diesem Stadion anfeuern werden."

Nachdem bis zum heutigen Tag bei FIFA.com aus Großbritannien fast 50.000 Bestellungen für Eintrittskarten eingegangen sind - das somit in punkto Ticketverkauf derzeit an dritter Stelle liegt - könnten sich im nächsten Jahr vielleicht sogar mehr englische Fans nach Südafrika aufmachen, als Miles bisher angenommen hat. Bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ waren es insgesamt 150.000 englische Anhänger, die sich die Spiele vor Ort anschauen wollten. Und 2002 in Korea und Japan, das ähnlich weit wie Südafrika entfernt ist, nahmen immerhin 20.000 England-Fans die Reisestrapazen auf sich, um die WM-Endrunde hautnah zu genießen.

Miles, der mittlerweile ein alter Hase ist, was FIFA-Weltmeisterschaften betrifft, hielt auch noch ein paar nützliche Tipps für die Südafrikaner bereit, die sich aufgrund des erwarteten Touristenansturms schon darauf freuen, während der WM 2010 in Südafrika das große Geld zu machen.

"Deutschland galt in der Vergangenheit für die englischen Fans eigentlich nicht gerade als ein traditionelles Reiseland. Aber nach der FIFA WM 2006 wurde das Land mit ganz anderen Augen gesehen. 2007, also gleich im Jahr nach der WM, explodierte die Zahl der Touristen förmlich. Hotels und Restaurants sollten tunlichst darauf achten, den Leuten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten und sie nicht mit überzogenen Preisen abzuschrecken. Dann werden die Fans Südafrika auch nach der WM sicherlich gemeinsam mit ihren Familien wieder besuchen."

Für Miles, der bereits vier FIFA-Weltmeisterschaften erlebt hat, ist es überaus wichtig, dass die Südafrikaner sich bewusst werden, was auf sie zukommt, wenn Menschen aus aller Welt in das Land strömen, um das einmonatige Fussballfest zu erleben und zu genießen.

"Eine WM bringt immer nachhaltige Auswirkungen für das Gastgeberland mit sich. Denn aufgrund der kulturellen Vielfalt werden die Menschen, die aus der ganzen Welt nach Südafrika kommen werden, das Land mit ihrer Energie förmlich mitreißen. Und nach dem Schlusspfiff werden die Südafrikaner ganz benommen denken: "Mein Gott, ist die WM etwa wirklich schon vorbei?"