In rund 230 Tagen beginnt das Spektakel am Kap der Guten Hoffnung: Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™. 23 Teams haben es bisher geschafft, sich ihr Ticket zum wohl wichtigsten Sportereignis der Welt zu sichern. Neun werden in den kommenden Wochen noch folgen.

Und eines eint die meisten Teilnehmer rund um den Globus: Sie alle haben erstklassige Torjäger in ihren Reihen - die Goalgetter, die im richtigen Moment in die Gasse stürmen oder rechtzeitig zum Kopfball ansetzen, um das runde Leder in den gegnerischen Maschen unterzubringen.

Der treffsicherste Stürmer dieser Tage ist Osea Vakatalesau. Der Angreifer aus Fidschi erzielte in seiner ersten WM-Qualifikation in neun Spielen ganze zwölf Treffer und sorgte dabei noch für ein beinahe einmaliges Kunststück: Gegen Tuvalu traf der 23-Jährige bei den South Pacific Games ganze sechs Mal ins Schwarze. Da scheint es auch kein Wunder, dass Fidschi mit insgesamt 36 Treffern die beste Torausbeute Ozeaniens aufweisen kann - die Qualifikation haben die Insulaner aber erneut nicht geschafft.

Die Hoffnung auf die Reise nach Südafrika hat Theofanis Gekas dagegen noch nicht ganz aufgegeben. Der Grieche will mit seinem Team in den europäischen Playoffs gegen die Ukraine doch noch auf den WM-Zug aufspringen. Sollte sich der Stürmer vom deutschen Bundesligisten Bayer Leverkusen weiterhin als so treffsicher erweisen wie bisher, könnte es tatsächlich klappen. Denn der 29-Jährige ist neben Vakatalesau fast der einzige Stürmer der gesamten WM-"Quali" weltweit, der mehr Tore als Spiele aufweisen kann. Gegen Lettland markierte der Grieche einen Viererpack, übrigens genauso wie der Tscheche Milan Baros (insgesamt fünf Treffer in der WM-Qualifikation) gegen San Marino. Der Stürmerstar von Galatasaray Istanbul erzielte dabei innerhalb von 20 Minuten drei Tore und kann damit den bisher schnellsten Hattrick in der Europa-Zone für sich verbuchen.

Hinter dem Hellas-Stürmer Gekas tummeln sich die Super-Stars Europas: Ob Wayne Rooney (neun Treffer; England), Edin Dzeko (neun; Bosnien-Herzegowina), Miroslav Klose (sieben; Deutschland) oder David Villa (sieben; Spanien) - sie alle mussten dem Griechen den Vortritt lassen.

Auch die afrikanische WM-Qualifikation ist reich an erstklassigen Top-Stürmern. Ob Didier Drogba, Samuel Eto'o oder Emmanuel Adebayor, sie alle verdienen das Prädikat "Weltklasse". In der Torjägerliste allerdings steht mit Moumouni Dagano (zehn Treffer) ein anderer Akteur ganz vorne. Der Stürmer aus Burkina Faso war bislang elfmal für sein Land erfolgreich und sorgte für eine kuriose Statistik: Sieben seiner acht letzten Tore erzielte der 28-Jährige zwischen der 55. und der 80. Minute. Zwar müssen wir im kommenden Jahr bei der WM auf Dagano verzichten, aber immerhin kann sich der Goalgetter freuen, Frederic Kanoute (acht Treffer; Mali), Eto'o (acht; Kamerun), Razal Omotoyossi (sieben; Benin) oder eben Drogba (sechs; Elfenbeinküste) hinter sich gelassen zu haben.

Mit diesem Fakt muss sich auch Rudis Corrales trösten, denn trotz seiner acht Treffer blieb sein Nationalteam aus El Salvador in der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone auf der Strecke. Bereits seit mehreren Monaten steht der 29-Jährige an der Spitze der Torjägerliste und ließ sich trotz großer Konkurrenz von Carlos Pavon (sieben; Honduras), Luton Shelton (sieben; Jamaika) oder Jozy Altidore (sechs; USA) bis zum Schluss nicht mehr verdrängen.

Freude pur dagegen beim Chilenen Humberto Suazo. Denn der 28-Jährige sicherte sich mit zehn Treffern nicht nur die Torjägerkrone, sondern feierte mit La Roja auch die achte WM-Teilnahme. Die Konkurrenz war angesichts von Stars wie Brasiliens Luis Fabiano (neun Treffer) und Kaká (fünf), Diego Forlan (sieben; Argentinien) oder Joaquin Botero (acht; Bolivien) gewaltig, trotzdem gelangen keinem Spieler mehr Treffer als Suazo. Immerhin in dieser Statistik konnten die Chilenen den Rekordweltmeister aus Brasilien übertrumpfen, der in Sachen Tabellenrang (Brasilien 1., Chile 2.), Punkte (34 zu 33) und erzielte Tore (33 zu 32) stets knapp die Nase vorn hatte.

Last but not least geht es am Ende unserer Reise um die Welt nach Asien, genauer gesagt nach Thailand, Heimat einer der beiden besten Torjäger der asiatischen WM-Qualifikation. Sarayoot Chaikamdee ließ sein Team in acht Spielen achtmal jubeln und brauchte für seine Treffer lediglich 612 Spielminuten - Bestwert aller Top-Goalgetter in der WM-Qualifikation und das obwohl die Südostasiaten die letzte Runde überhaupt nicht erreichten.

Eine weitere Einzigartigkeit dieser Quali-Zone ist die Tatsache, dass mit Usbekistans Maksim Shatskikh ein weiterer Stürmer die gleiche Anzahl an Toren erzielte. Genau wie Trefferanzahl teilen sich die beiden auch ein zweites Schicksal - wie Thailand bleibt auch Usbekistan im kommenden Jahr nur die Zuschauerrolle.

Haben Sie eigentlich etwas bemerkt? Bis auf Chiles Suazo und Griechenlands Gekas, der in den Playoffs noch hoffen kann, müssen die Top-Torjäger der kontinentalen Zonen aus Asien, Afrika, Ozeanien, Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik bei der WM-Endrunde 2010 in Südafrika zu Hause bleiben. Schade eigentlich...

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