Die Auswahl der Elfenbeinküste hat zahlreiche Stars in ihren Reihen. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen im Vorfeld der im nächsten Sommer stattfindenden FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™, bei der die afrikanischen Länder gern ihren ersten Weltmeistertitel erringen würden.

Die Starspieler der Mannschaft vertreten die Auffassung, dass sie durchaus mit den anderen Teams mithalten können. Die Elfenbeinküste hat sich dank eines Treffers des kreativen Mannschaftskapitäns Didier Drogba als drittes afrikanisches Team für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ qualifiziert. Sein Treffer zum 1:1 gegen Malawi reichte aus, um die zweite WM-Teilnahme in Folge perfekt zu machen.

FIFA.com unterhielt sich nach dem Unentschieden in Blantyre mit dem Kapitän der Elfenbeinküste.

Sie haben den entscheidenden Treffer erzielt, durch den sich die Elfenbeinküste endgültig für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft qualifiziert hat. Das war die Krönung eines tadellosen Turniers. Was ist es für ein Gefühl, sich für die erste WM auf afrikanischem Boden zu qualifizieren?
Zunächst einmal möchte ich betonen, dass dieser Erfolg eine Mannschaftsleistung war. Alles, was wir erreichen, erreichen wir als Mannschaft. Die WM-Teilnahme war ein wichtiges Ziel, nicht nur für mich, sondern auch für meine Mannschaftskameraden. Wir freuen uns, bei dieser WM dabei sein zu können und sind stolz auf unsere Leistung. Wir glauben, dass dies eine Chance für die Afrikaner ist zu zeigen, dass sie es mit dem Rest der Welt aufnehmen können. In dieser Zeit müssen wir alle stolz sein, Afrikaner zu sein. Wir wissen, dass diese Weltmeisterschaft eine Menge Klischees über Afrika aus der Welt räumen wird. Die Menschen werden mehr über diesen wunderschönen Kontinent lernen.

Von Ihnen und Ihrem Team wird 2010 in Südafrika viel erwartet.
Die Menschen erwarten jetzt viel von uns. Wir haben Spiele gewonnen, wir zeigen guten Fussball. Ich persönlich möchte einfach nur gute Leistungen bringen und der Mannschaft helfen, ihr Ziel zu erreichen. Wir spielen nicht für den Ruhm des einzelnen, sondern für den Ruhm der ganzen Mannschaft. Bei der Weltmeisterschaft repräsentieren wir nicht nur die Menschen in der Elfenbeinküste, sondern Millionen von Afrikanern. Wir treten dort nicht an, um das Teilnehmerfeld zu komplettieren. Wir wollen bei der WM mithalten.

Viele Leute sind der Ansicht, dies sei der beste Zeitpunkt für ein afrikanisches Team, bis ins Halbfinale vorzustoßen oder gar Weltmeister zu werden. Glauben Sie, die Elfenbeinküste kann dieses Bravourstück vollbringen?
Ich muss sagen, dass diese WM eine große Herausforderung werden wird, aber wir sind dieses Mal besonders motiviert. Das ist ein ganz besonderes Projekt für uns. Wir wissen, dass es nicht einfach wird. Dort sind große Mannschaften wie Brasilien und Deutschland vertreten, die in der Vergangenheit bereits Weltmeisterschaften gewonnen haben.

Meine Freunde und ich möchten in Südafrika Geschichte schreiben. Wir möchten, dass die Menschen Afrika mit anderen Augen sehen. Diese Weltmeisterschaft ist eine große Ehre für die Afrikaner. Es ist eine ganz große Ehre für uns Afrikaner, diese WM auf afrikanischem Boden zu bestreiten. Jetzt müssen wir alle an einem Strang ziehen, um Afrika stolz zu machen. Am wichtigsten ist es, das Bild zu ändern, das die Menschen von Afrika haben. Wir müssen dem Rest der Welt zeigen, was Afrika kann. Wir haben sehr fähige Mannschaften wie Ghana, Ägypten, Kamerun und die Elfenbeinküste, in denen Weltklassespieler vertreten sind. Lassen Sie uns abwarten und nach dem nächsten Jahr noch einmal über das Thema sprechen.

Wie schätzen Sie den Gastgeber Südafrika ein?
Als ich mit dem internationalen Fussball angefangen habe, war Südafrika im afrikanischen Fussball sehr stark. Ich glaube, die Südafrikaner machen eine schwierige Phase durch, wie andere Mannschaften auch. Aber wir haben ihre Leistung beim FIFA Konföderationen-Pokal gesehen. Sie haben ihre Sache in diesem Wettbewerb sehr gut gemacht.

Bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland war man gemeinhin der Ansicht, die Elfenbeinküste habe ihr Potenzial nicht ausgeschöpft. Sie hatten eine gute Mannschaft, sind aber nicht über die Gruppenphase hinausgekommen.
(lacht) Wir haben aus diesem Turnier viel gelernt. Es war schwer für uns. Das war unsere erste Weltmeisterschaft und wir waren froh, überhaupt dabei zu sein. Fairerweise muss man sagen, dass wir in einer kniffligen Gruppe gelandet sind. Wenn man gleich bei der ersten WM gegen eines der besten Teams antreten muss, dann ist das nicht leicht. Aber das ist keine Entschuldigung. Ich persönlich habe damals gedacht, wir hätten weiter kommen können. Wir haben gut gespielt, guten Fussball gezeigt.

Manchmal braucht man eben auch etwas Glück. Jetzt sind wir besser vorbereitet. Wir wissen mittlerweile, was wir auf diesem Niveau zu erwarten haben. Wichtig ist, dass wir den Kern der Mannschaft beibehalten haben. Wir sind noch immer dieselbe Familie. Wir wissen noch nicht, gegen welche Gegner wir 2010 antreten müssen, aber wir werden uns darüber keine Sorgen machen. Sie müssen sich wegen uns Sorgen machen. Wir werden nicht unsere gesamte Zeit damit verbringen, über unsere Gegner nachzudenken. Ich glaube, wir sind als Mannschaft einfach selbstbewusster geworden.

Was ist das Erfolgsgeheimnis dieser Auswahl der Elfenbeinküste?
Wir sind wie eine große Familie. Die Jungs kommen gut miteinander aus. In jedem Team, in dem viele Stars vertreten sind, ist es wichtig, einen gemeinsamen Nenner zu finden, der die Spieler enger zusammenrücken lässt. Und in unserem Falle spielen wir alle gern für unser Land. Wir haben alle dasselbe Ziel: unser Land stolz zu machen. Die Leute fragen immer nach unserem Erfolgsgeheimnis. Ehrlich gesagt gibt es kein Erfolgsgeheimnis. Wir arbeiten einfach härter.

Sie waren in letzter Zeit einige Male in Südafrika. Welche Eindrücke haben Sie von den bisherigen Vorbereitungen für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™?
Südafrika ist ein schönes Land, und die Menschen dort sind sehr freundlich. Besonders beeindruckt war ich von der Infrastruktur. Ich war während des Konföderationen-Pokals dort, und die neuen Stadien sind sehr beeindruckend. Ich glaube, niemand zweifelt mehr daran, dass alles rechtzeitig fertig sein wird. Da brauchen wir uns nur die Stadien anzuschauen. Jetzt muss nur noch die Qualifikation abgeschlossen werden. Ich glaube, Südafrika wird als Gastgeber dieses Turniers sehr erfolgreich sein. Das ist eine Weltmeisterschaft für Afrika und sie muss ein Erfolg werden.

In der letzten Saison hatten Sie bei Chelsea einige Probleme, richtig in Fahrt zu kommen. Welchen Grund hat es, dass Sie sich in letzter Zeit auf Vereinsebene wieder in absoluter Hochform präsentieren?
Im Fussball durchlebt man immer wieder erfolglose Spielzeiten und schwierige Situationen. Vielleicht war das letzte Saison der Fall. Allerdings glaube ich nicht, dass ich so schlecht war, wie einige Leute behauptet haben. Aber das ist Vergangenheit. Jetzt läuft alles gut und ich habe Spaß.