Bahrain empfängt am Wochenende Neuseeland zum Hinspiel des Asien-Ozeanien-Playoffs. Für beide Mannschaften ist das Ticket für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ in Reichweite und beide hoffen, Geschichte zu schreiben. Nur 180 Minuten trennen Bahrain von einem Debüt auf der Weltbühne des Fussballs. Man wäre das bis dahin kleinste Land, das jemals dabei war, während Neuseeland hofft, nach dem umjubelten Debüt 1982 in Spanien endlich wieder einmal mit von der Partie zu sein.

Das Team von Trainer Milan Macala ist durchaus vertraut mit dem Nervenkitzel von Playoffs, denn vor vier Jahren scheiterte man nur ganz knapp an der Auswahl von Trinidad und Tobago. Es ist mittlerweile schon elf Monate her, dass Neuseeland zuletzt ein WM-Qualifikationsspiel bestritten hat, doch man hofft, von den Erfahrungen beim FIFA Konföderationen-Pokal profitieren zu können. Bei FIFA.com erfahren Sie alles über die mit Spannung erwartete Partie am Samstag.

Die Ausgangslage
Bahrain hat eine lange und harte Qualifikation hinter sich, so dass Milan Macala nun auf ein kampferprobtes Team, eine zusammengeschweißte Einheit, zurückgreifen kann. Die Bahrainer haben nur zwei Mal zu Hause verloren, gegen Japan und gegen Australien, wobei die letzte Niederlage nur mit viel Pech zustande kam. Das Nationalstadion in Bahrain dürfte für die Kiwis eine ungewöhnliche Kulisse bilden, denn sie treten nicht oft im Mittleren Osten an. Beim letzten Mal holten sie in der Region ein 3:1 gegen Jordanien in Amman.

Die Kiwis verfügen zwar nicht über dieselbe WM-Qualifikationserfahrung wie ihre Gegner, doch setzen sie alle Hoffnungen auf Coach Ricki Herbert, der in Neuseeland wie ein Fussballgott verehrt wird, und seinen Assistenten Brian Turner, zwei Schlüsselfiguren der langwierigen, aber letzten Endes erfolgreichen Qualifikation für die WM vor fast drei Jahrzehnten. Damals schafften sie unter anderem einen sensationellen 5:0-Sieg in Saudiarabien. Der stellvertretende Spielführer der All Whites, Tim Brown, bezeichnet ihre damaligen Leistungen entsprechend als legendär und als Inspiration für das ganze Team.

Die Vorbereitung
Der 22-köpfige Kader Bahrains trainierte am Dienstag nach der Ankunft des Verteidigerduos Faouzi Aaish und Mohammed Hussain, die aus Katar eintrafen, zum ersten Mal in voller Stärke. Sie waren die letzten von neun Spielern, die im Ausland ihr Geld verdienen. Die Neuseeländer ihrerseits verbrachten die Woche in Dubai und haben keinerlei Verletzungssorgen zu beklagen. Sie werden jedoch die Ausstrahlung ihres etatmäßigen Torhüters Glen Moss vermissen, der wegen einer Sperre fehlt.

Um das Team in der Offensive weiter zu stärken, berief Herbert vier seiner Legionäre, nämlich Rory Fallon von Plymouth Argyle, Chris Killen von Celtic Glasgow, den gegenwärtig in großer Form aufspielenden Shane Smeltz von Gold Coast United und schließlich das groß gewachsene Sturmtalent Chris Wood von West Bromwich Albion. Obwohl man damit über eine körperlich durchaus beeindruckende Angriffsreihe verfügt, werden die Kiwis auf eine physisch keineswegs unterlegene Abwehr von Bahrain treffen.

Spieler im Fokus
Eine Trumpfkarte im Angriff Bahrains ist neben Jaycee John, der in der belgischen Liga spielt, der dynamische Ismail Abdullatif, der zuletzt in der Nachspielzeit den umjubelten Ausgleichstreffer gegen Saudiarabien erzielte und damit die Mannschaft in die Playoffs schoss. Der 23-jährige Stürmer kann sowohl auf den Außenbahnen wie auch im Zentrum eingesetzt werden und ist ein Mann für die entscheidenden Tore.

Die Anhänger der Kiwis mussten ein wenig zittern, als in der vergangenen Woche Abwehr-As Ryan Nelsen nach der Partie der Blackburn Rovers gegen Arsenal zunächst wegen einer Rückenverletzung ausfiel. Doch mittlerweile ist der 31-jährige Spielführer wieder fit und wird der neuseeländischen Abwehr die Erfahrung und zusätzliche Motivation verleihen, die man so dringend braucht. Als einziger Spieler der All Whites, der gegenwärtig in der englischen Premier League spielt, ist Nelson als Führungsspieler und auch bei Standardsituationen besonders gefragt.

Die Zahl
6 - Bahrain erzielte in der Endphase der Qualifikation für Südafrika 2010 nur sechs Tore in acht Spielen. Von den zehn Mannschaften in den beiden Gruppen schossen nur Katar und Usbekistan weniger Tore. Milan Macala wird darauf hoffen, dass seine Stürmer vor dem gegnerischen Tor wieder treffsicherer werden, denn es dürfte eine sehr knappe Angelegenheit werden.

Zitate
"Wir haben in diesem Jahr schon viele Spiele bestritten und wertvolle Erfahrungen sammeln können. Wir wissen, dass Neuseeland ein erstzunehmender Gegner ist, den wir nicht unterschätzen dürfen. Ich habe jedoch ihre Spielweise sorgfältig analysiert und weiß nun, wie wir unsere Stärken einsetzen können."
Milan Macala (Trainer, Bahrain)

"Die meisten Spieler sind jetzt Anfang, Mitte zwanzig, einige gehen auch schon auf die dreißig zu. Das heißt, sie sind sehr erfahren, und in einer Partie wie dieser am Samstagabend brauchen wir dringend die Erfahrung, die sie in den großen Ligen weltweit sammeln konnten."
Brian Turner (Assistenztrainer, Neuseeland)