Dienstag 21 Januar 2020, 21:34

Afrika-Auslosung bringt spannende Duelle

  • Auslosung der zweiten WM-Qualifikationsrunde der CAF

  • Alles Wissenswerte über die Auslosung und die Teams

  • 40 Teams im Rennen um fünf Tickets für Katar 2022

In Afrika sind die Würfel gefallen. Die 40 afrikanischen Nationen, die in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ noch im Rennen sind, haben am 21. Januar erfahren, welche Hürden sie auf dem Weg zum "heiligen Gral" überwinden müssen.

Um 19:00 Uhr (Ortszeit) fand in der ägyptischen Hauptstadt Kairo die Auslosung der zweiten Qualifikationsrunde statt. Das Ergebnis ist vielversprechend. Es mangelt nicht an Derbys, Begegnungen zwischen Extremen, Revanchen und Spitzenduellen. Wir analysieren das Auslosungsergebnis.

ms1j0hj1mqlnautsd4xk.jpg

Gruppe A: Algerien | Burkina Faso | Niger | Dschibuti

Algerien, Gewinner des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals, zeichnet sich in dieser Gruppe als Favorit ab. Die Algerier waren 2018 in Russland nicht dabei und gehen daher umso motivierter ins Rennen. Gleiches gilt allerdings auch für die drei anderen Teams, von denen keines je an einer WM teilgenommen hat. Dabei war Burkina Faso einmal schon ganz nah dran und hätte sich um ein Haar für Brasilien 2014 qualifiziert. Der Gegner wusste dies jedoch in letzter Sekunde noch zu verhindern und hieß ... Algerien!

Gruppe D: Tunesien | Sambia | Mauretanien | Äquatorial-Guinea

Tunesien trifft in der Qualifikation mit Sambia auf ein Team, das beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal oftmals zu glänzen wusste (Gewinner des Jahres 2012), bei der WM-Qualifikation jedoch weniger. Die Sambier werden nun alles daran setzen, diesen Trend umzukehren. Die Tunesier sollten daher mit Bedacht an die Sache herangehen. Sie müssen sich darüber hinaus mit Äquatorial-Guinea sowie mit den Mauretaniern messen, die das Team letztes Jahr im Juli in Schach halten konnten.

Gruppe C: Nigeria | Kap Verde | Zentralafrikanische Republik | Liberia

In den Prognosen für diese Gruppe hat Nigeria die Nase vorn. Im Gegensatz zu den drei Gegnern, die allesamt nach einer historischen ersten WM-Teilnahme streben, verfügen die Super Eagles über reichlich Erfahrung in der Qualifikation und waren bereits sechsmal auf der Weltbühne vertreten. Dennoch sollten sie auf der Hut vor Überraschungen sein. Schließlich haben sie in der Qualifikation für den Nationen-Pokal 2017 bereits eine solche erlebt.

Gruppe D: Kamerun | Elfenbeinküste | Mosambik | Malawi

Die Elfenbeinküste war in Topf 2 der Gegner, den es zu vermeiden galt. Nun trifft der ehemalige WM-Teilnehmer auf die afrikanische Mannschaft mit den meisten WM-Auftritten (7), nämlich auf Kamerun. Es dürfte also spannend werden in dieser Gruppe, insbesondere weil die anderen beiden Teams sicher auch noch ein Wörtchen mitreden werden.

Gruppe E: Mali | Uganda | Kenia| Ruanda

Im Gegensatz zu Gruppe D kann Gruppe E mit keinem einzigen ehemaligen WM-Teilnehmer aufwarten. Von den vier Teams scheint Mali jedoch am besten für den Einzug in die dritte Qualifikationsrunde gerüstet zu sein. Doch Uganda könnte durchaus für eine Überraschung sorgen, wie das Team aus Ostafrika mit der Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal unter Beweis gestellt hat.

Gruppe F: Ägypten | Gabun | Libyen | Angola

Dies ist sicher eine der stärksten Gruppen. Die Pharaonen unter der Führung von Mohamed Salah dürften mit Gabun und seinem Führungsspieler Emerick Aubameyang alle Hände voll zu tun haben! Allerdings darf man auch den ehemaligen WM-Teilnehmer Angola nicht außer Acht lassen, der über einen beachtlichen Pool junger Talente verfügt, wie sich bei der letzten Auflage der FIFA U-17-Weltmeisterschaft gezeigt hat. Komplettiert wird die Gruppe vom schwer ausrechenbaren Libyen.

Gruppe G: Ghana | Südafrika | Simbabwe | Äthiopien

In dieser Gruppe sticht das Aufeinandertreffen der beiden anglofonen Länder und ehemaligen WM-Teilnehmer Ghana und Südafrika heraus. Auch ein Derby zwischen der Bafana Bafana und dem Nachbarn Simbabwe steht auf dem Programm und verspricht gute Unterhaltung. Und dann wäre da noch Äthiopien, das ebenfalls immer für eine Großtat gut ist. Wir dürfen uns also auf eine spannende Gruppe freuen. "Dies ist eine sehr ausgeglichene Gruppe", erklärte auch Marcel Desailly, der bei der Auslosung assistierte. "Hier wird ein guter Start wichtig sein. Siege generieren eine Dynamik und bauen Selbstvertrauen auf."

Gruppe H: Senegal | Kongo | Namibia | Togo

Senegal, das am höchsten platzierte afrikanische Team der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste, dürfte der Angstgegner dieser Gruppe sein. Die Senegalesen können mit einer beeindruckenden Angriffsabteilung unter der Führung von Sadio Mané aufwarten, der kürzlich als Afrikas Spieler des Jahres ausgezeichnet wurde. Doch Vorsicht! Togo, das sich für die WM 2006 qualifizieren konnte, Kongo und Namibia mögen auf dem Papier vielleicht keine Schwergewichte sein, verfolgen jedoch ebenfalls ehrgeizige Ziele.

Gruppe I: Marokko | Guinea | Guinea-Bissau | Sudan

Theoretisch dürften Marokko oder Guinea den Gruppensieg unter sich ausmachen, denn die Spieler beider Teams spielen mehrheitlich in Europa. Sie werden sich vermutlich einen erbitterten Kampf um die Spitzenreiterposition liefern. Allerdings haben Guinea-Bissau, angeheizt durch das Nachbarschaftsduell mit Guinea, und Sudan durchaus das Zeug dazu, den anderen beiden die Party zu verderben.

Gruppe J: Kongo DR | Benin | Madagaskar | Tansania

Dies ist zweifellos die ausgeglichenste Gruppe. Alle Teams in Gruppe J haben an der letzten Auflage des Nationen-Pokals teilgenommen. Von den vier Teams konnten Benin und Madagaskar dort die besten Ergebnisse verbuchen. Beide Teams erreichten das Viertelfinale. Die DR Kongo, die in der FIFA-Weltrangliste höher angesiedelt ist als die Gegner, schied bereits im Achtelfinale aus. Spannung ist also vorprogrammiert!

Schon gewusst?

  • Gruppe A: Für Niger stehen zwei Derbys auf dem Programm, denn das Land grenzt an Burkina Faso und Algerien.

  • Gruppe B: Äquatorial-Guinea konnte eines seiner besten Ergebnisse gegen Tunesien verbuchen: einen 2:1-Sieg im Viertelfinale des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals 2015.

  • Gruppe C: Im September 2018 schnürte die liberianische Fussballlegende George Weah im Alter von 51 Jahren anlässlich eines offiziellen Freundschaftsspiels gegen Nigeria erneut die Fussballschuhe.

  • Gruppe F: Als Angola zum letzten Mal in einer WM-Qualifikationsgruppe auf Gabun traf, konnte das Team am Ende das WM-Ticket buchen (für die WM 2006).