Auf dem Weg zur erstmaligen Teilnahme an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ 1978 traf Tunesien in der ersten Runde der Qualifikation auf seine marokkanischen Nachbarn. FIFA.com lässt die Erinnerung an diese spannende Begegnung wieder aufleben.

Zu jener Zeit galt Marokko als großer Favorit. Die Atlaslöwen hatten Afrika bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Mexiko 1970 vertreten und gerade den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal gewonnen. Unter der Leitung des Rumänen Gheorghe Mardarescu bestieg die marokkanische Auswahl im März 1976 im äthiopischen Addis Abeba erstmals in ihrer Geschichte den kontinentalen Thron.

Tunesien wiederum war in Äthiopien nicht einmal dabei. Die Schützlinge von Abdelmajid Chetali, die noch nie an einem weltweiten Kräftemessen teilgenommen hatten, waren vor allem darauf bedacht, zumindest ein gutes Bild abzugeben.

Die Geschichte des Duells der beiden Mannschaften deutete indes eher auf ein Unentschieden hin. In 22 Spielen trennten sich die beiden Teams zehn Mal ohne Sieger, sieben Mal hatte Marokko und fünf Mal Tunesien gewonnen.

Unentschieden im Hinspiel
Das Hinrundenspiel fand am 12. Dezember in Casablanca statt. Bei eisiger Kälte gingen die Atlaslöwen in der 35. Minute durch einen Treffer von Abdelahani Al Khal, genannt Bulldozer, in Führung. Die erste Halbzeit verstrich ohne weitere nennenswerte Ereignisse. Die marokkanischen Spieler gingen folglich recht zuversichtlich in die Pause.

Doch die Gäste zeigten in der zweiten Hälfte ein völlig anderes Gesicht. Fest entschlossen, den Ausgleich zu erzielen, drängten sie die Marokkaner in die eigene Hälfte. In der 56. Minute stellte Tarak Dhiab, der 1977 zu Afrikas Fussballer des Jahres gewählt wurde, den Gleichstand her. Zum Leidwesen der marokkanischen Fans endete die Begegnung unentschieden.

Einen Monat später, am 9. Januar 1977, sahen sich die beiden Mannschaften in Tunis wieder. Das Rückspiel war der ersten Partie zum Verwechseln ähnlich. Das Heimteam ging in der 35. Minute dank eines Treffers durch Khemis Al Obeidi in Führung. Den Gästen gelang zehn Minuten nach Wiederanpfiff durch Tarek Taher Al Rayd der Ausgleich. Einmal mehr endete eine Begegnung zwischen diesen zwei Teams unentschieden.

Entscheidung fällt erst im Elfmeterschießen
Auch in der Verlängerung gelang es keinem der Kontrahenten, einen Unterschied zu machen. Folglich musste zur großen Freude der tunesischen Anhänger, die in großer Zahl ins Stadion geströmt waren, das Elfmeterschießen entscheiden. Unter der Last des unerwarteten Drucks vergaben die Marokkaner drei von fünf Versuchen. So stand am Ende ein überraschender 4:2-Triumph der Adler von Karthago zu Buche, der entsprechend ausgelassen gefeiert wurde.

In der Folge sollte sich Tunesien gegen Algerien und Guinea durchsetzen. In der letzten Runde errang das Team ein Unentschieden und einen Sieg gegen Nigeria und behielt gegen Ägypten die Oberhand. Einmal in Schwung, schlossen sie ihre Gruppe auf dem ersten Platz ab und sicherten sich das begehrte Ticket nach Argentinien.