Nach 1934, 1970 und 2006 hat sich Deutschland durch einen 3:2-Sieg gegen Uruguay an diesem Samstagabend zum vierten Mal bei einer FIFA Fussball Weltmeisterschaft™ die Bronzemedaille gesichert. In einem munteren Spiel vor 36.254 Zuschauern in Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth trafen Thomas Müller (19.), Marcell Jansen (56.) und Sami Khedira (82.) für die Auswahl des Deutschen Fussball-Bundes (DFB), während Edinson Cavani (28.) und Diego Forlán (51.) die Celeste zwischenzeitlich in Führung gebracht hatten.

Klose muss passen
Auf deutscher Seite wurde wie erwartet kräftig gewechselt. Miroslav Klose musste seine Jagd nach dem WM-Torrekord verletzungsbedingt beenden, und auch Kapitän Philipp Lahm war aufgrund eines Infektes nicht verfügbar. Cacau begann im Sturm, während Dennis Aogo als Linksverteidiger zu seinem ersten WM-Einsatz kam und Jerome Boateng nach rechts auswich. Müller stand nach seiner Gelbsperre ebenso wie Jansen in der Startelf, während Lukas Podolski und Piotr Trochowski weichen mussten. Im Tor durfte Jörg Butt anstelle von Manuel Neuer ran.

Drei Wechsel nahm dagegen Oscar Tabarez vor: Diego Lugano, Jorge Fucile, und Luis Suarez standen in der Anfangsformation, und Walter Gargano, Mauricio Victorino und Alvaro Pereira mussten erst einmal zuschauen.

Die ersten Minuten hatte Deutschland in einer munteren Anfangsphase zwar mehr Ballbesitz, doch die erste große Chance gehörte der Celeste, als Forlán einen Freistoß aus 18 Metern nur knapp am linken Winkel vorbeisetzte. Die DFB-Elf antwortete kurz darauf mit einem Lattenkopfball von Arne Friedrich nach Ecke von Mesut Özil.

Müller ist wieder da
Viele Südafrikaner - die meisten davon mit Deutschland-Accessoirs augestattet - schienen dieses Spiel zu ihrem ganz persönlichen WM-Abschied zu nutzen und sorgten für eine tolle Stimmung in Port Elizabeth. Als La Ola mehrfach durch das Stadion schwappte, ließ Bastian Schweinsteiger einen tückischen Flatterball aus der zweiten Reihe los, den Fernando Muslera nur abklatschen konnte. Müller hatte aufgepasst und erzielte per Abstauber sein fünftes WM-Tor (19.). Dann war wieder die Celeste dran: Per Mertesacker rettete akrobatisch gegen einen Kopfball von Forlán. Auf der anderen Seite hatte Khedira eine gute Kopfballchance, stand aber im Abseits (26.).

Ein böser Ballverlust Schweinsteigers gegen Diego Perez leitete den Ausgleich ein: Uruguay spielte schnell nach vorne, kam zu einer 3:2-Situation und über Suarez landete der Ball bei Cavani, der Butt keine Chance ließ (28.). Bei Deutschland, das mehr nach vorne spielte, häuften sich die Fehlpässe, und ein solcher leitete über Forlán einen weiteren südamerikanischen Konter ein, bei dem Suarez halbrechts im Strafraum mit einem Flachschuss am langen Pfosten vorbei knapp die Führung verpasste (42.).

Forlán trifft ebenfalls zum fünften Mal
Auch nach dem Seitenwechsel blieb der zweimalige Weltmeister mit seinen schnell vorgetragenen Angriffen brandgefährlich, und Butt musste bei einer Doppelchance erst gegen Cavani und dann im Nachschuss gegen Suarez retten (48.). Beim 1:2 war der Schlussmann von Bayern München aber machtlos: Egidio Arevalo hatte von rechts eine Flanke hereingezogen und Forláns Volleyaufsetzer ließ Butt nur konsterniert dem ins Tor einschlagenden Ball hinterher starren (51.). Damit zog der Stürmer der Celeste mit seinem fünften WM-Treffer gleich mit Müller, Wesley Sneijder und David Villa.

Joachim Löws Elf wollte sich so einfach aber nicht geschlagen geben und glich durch einen Kopfball von Jansen nach einer Flanke von Boateng aus dem rechten Halbfeld nur fünf Minuten später zum 2:2 aus. Auch bei diesem Treffer machte Muslera, der an der Flanke vorbeigesegelt war, keine gute Figur. Der bis dahin blasse Özil vergab kurz darauf nach schöner Vorarbeit von Cacau die große Gelegenheit zur Führung der Europäer. Chancen gab es nun hüben wie drüben; Butt parierte einen Gewaltschuss von Suarez (63). 120 Sekunden später verhinderte der 36-Jährige das sechste WM-Tor von Forlán.

Khediras Premiere
Cacau, der kurz danach gegen Stefan Kießling ausgewechselt wurde, hatte auf der anderen Seite nach einem feinen Spielzug über links die nächste gute Gelegenheit, zielte aber zu hoch (71.). Der Leverkusener Stürmer konnte fünf Minuten später gleich mit einer schönen Schusschance auf sich aufmerksam machen. Der Leverkusener Stürmer verpasste dann eine scharfe Flanke Boatengs nur knapp (81.).

Der Siegtreffer war Khedira vorbehalten, der mit seinem ersten Länderspieltreffer im zwölften Einsatz nach einer Flanke von Özil im Nachsetzen per Kopf aus wenigen Metern den Ball über die Linie bugsierte. Kießling vergab zwar noch die Riesenchance auf das 4:2 und Forlán scheiterte mit der letzten Aktion per Freistoß an der Latte, doch am Ende durfte sich die DFB-Elf wie schon vier Jahre zuvor über einen gelungen Turnierabschluss freuen.