Die "Jugend" - mit diesem Begriff sind übrigens sämtliche südafrikanischen Staatsbürger zwischen 14 und 35 Jahren gemeint - spielt seit jeher eine wichtige Rolle im südafrikanischen Leben. Aufgrund der vielen Kulturen und der großen Altersspanne, die durch die südafrikanische Verfassung vorgegeben ist, übt diese Bevölkerungsgruppe einen erheblichen Einfluss auf die Kultur und das Alltagsleben des Landes aus.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Pantsula-Kultur, die während der Apartheid entstand und den Jugendlichen in Soweto und einem anderen Township namens Alexandria als Identifikationsform diente. Die Pantsula hat ihren eigenen Tanz, Bekleidungsstil und eine Musik, deren Texte in Englisch, Afrikaans, Sotho, Xhosa und Zulu bis hin zu Iscamtho (ein Straßenslang, gemischt aus vielen Sprachen) gehalten sind.

Doch die Jugend spielte in der Geschichte Südafrikas auch eine wichtige politische Rolle. So gingen am 16. Juni 1976 die Jugendlichen von Soweto auf die Straße und protestierten gegen die Direktive der Regierung, in den höheren Schulklassen nur noch auf Afrikaans und nicht mehr auf Englisch zu unterrichten. Diese Protestaktion war der Beginn der weltbekannten "Soweto Uprising" - Unruhen, bei denen viele junge Menschen ums Leben kamen, darunter der 13-jährige Hector Pieterson, und die den Auslöser bildeten für den verstärkten Kampf gegen die Apartheid im Verlauf der achtziger Jahre. Viele der schwarzen Jugendlichen weigerten sich aus Protest, die Schule zu besuchen und wurden stattdessen politisch aktiv - was sie zu Schlüsselfiguren im Kampf gegen die Apartheid machte. Der 16. Juni wird heute in Südafrika als "Youth Day" (Tag der Jugend) begangen - im Gedenken an die Opfer, die die Jugend für ein demokratisches Südafrika gebracht hat.

Das Hector Pieterson Museum in Soweto wurde im Gedenken an die Soweto Uprising erbaut.