Südafrika zählt zwar zu den Pionierländern des Frauenfussballs in Afrika, doch ist es den Auswahlmannschaften in den letzten 15 Jahren nicht gelungen, bei Meisterschaften auf Kontinentalebene Erfolge einzufahren.

Schon zwei Jahrzehnte vor der Wiederaufnahme des Landes in die FIFA 1992 wurde in Südafrika Frauenfussball gespielt, doch erst nachdem auch offiziell die Teilnahme an internationalen Wettbewerben wieder möglich war, konnten die formellen Strukturen für einen Spielbetrieb der Frauen geschaffen werden.

Doch nachdem der Frauenfussball in Südafrika über Jahrzehnte ein Schattendasein führte - in einem Land, in dem die Männer-Nationalmannschaft und die Klubteams mit größter Begeisterung unterstützt werden - mehren sich die Anzeichen, dass seine Popularität mit jedem Jahr steigt.

Südafrikanische Teams standen schon mehrfach kurz vor der Qualifikation für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft oder die Jugendwettbewerbe der FIFA, doch trotz der Teilnahme an den vergangenen fünf Afrikameisterschaften der Frauen ist es ihnen bis heute nicht gelungen, ihre Ziele zu erreichen.

Im Jahr 2001 wurde erstmals eine südafrikanische U-19-Nationalmannschaft der Frauen ins Leben gerufen, die zusammen mit einer Handvoll anderer Teams an der ersten U-19-Afrikameisterschaft der Frauen teilnahm.
Allerdings unterlag die Elf im April 2002 dem Team aus Nigeria mit insgesamt 9:3 Toren in zwei Spielen und verpasste dadurch einen Platz bei der im selben Jahr ausgetragenen FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft in Kanada.

Vergangenheit und Gegenwart

Banyana Banyana, wie die südafrikanische Frauen-Nationalmannschaft auch genannt wird, trat im Mai 1993 zu ihrem ersten Länderspiel an, als das Team im Milpark-Stadion von Johannesburg die Elf aus Swasiland empfing. Nur drei Minuten nach dem Anpfiff fiel das erste offizielle Länderspieltor für die Südafrikanerinnen, und am Ende stand es 14:0 - ein Rekordergebnis, das bislang noch kein anderes Nationalteam Südafrikas verbessern konnte.

Terry Paine, ein Mitglied der englischen Mannschaft, die 1966 FIFA Fussball-Weltmeister wurde, war der erste Nationaltrainer der Damen; auf ihn folgten Sandile Bali, Ephraim Mashaba und der Peruaner Augusto Palacios.

Augenblicklich werden die Banyana Banyana von August Makalakalane trainiert, der als Spieler 1996 mit der südafrikanischen Nationalmannschaft den Afrikanischen Nationen-Pokal gewann.

Makalakalane, der u.a. beim FC Zürich und beim FC Baden in der Schweiz unter Vertrag stand, ist das Produkt einer neuen Generation von Trainern mit Auslandserfahrung, die nach ihrer Rückkehr in die Heimat ihre Kenntnisse an die kommenden Generationen weitergeben.

Auch der Einfluss von Fran Hilton-Smith auf die qualitative Verbesserung des Frauenfussballs in Südafrika kann nicht hoch genug bewertet werden: Die ehemalige Banyana Banyana-Spielerin und jetzige FIFA-Instruktorin war über ein Jahrzehnt als Trainerin und Teammanagerin tätig und förderte in dieser Zeit Hunderte von Spielerinnen, darunter auch Portia Modise.

Modise, die bei der Wahl zu Afrikas Fussballerin des Jahres 2006 unter die besten Drei kam, stand u.a. in der FIFA-Weltauswahl, die vor der Offiziellen Auslosung für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 ™ zu einem Spiel gegen die Gastgeberinnen antrat.

Sie ist die bislang letzte in einer Reihe populärer südafrikanischer Fussballerinnen - und folgt damit der ehemaligen Spielführerin Desiree Ellis, die inzwischen als Fernsehexpertin Erfolge feiert, und Gloria Hlalele, die zunächst Berühmtheit erlangte, weil sie in einer Männermannschaft mitspielte, und die später eine eigene Mannschaft besaß und trainierte, die bis in die höchste Amateurliga vordrang.