Südafrikas Fussballklubs sind ein Spiegelbild der kulturellen und ethnischen Vielfalt dieser "Regenbogennation" - wobei die strenge Rassentrennung, die einst den professionellen Fussball in Südafrika prägte, zum Glück nicht mehr existiert.
Als der Fussball in Südafrika 1959 professionalisiert wurde, gab es 12 Vereine, die aus den Reihen der Amateurklubs in die Profiliga aufstiegen. Doch in den Tagen der Apartheid waren diese ersten Profimannschaften nur für Weiße zugänglich, und bis auf eine sind sie inzwischen alle vom Erdboden verschwunden. Das einzige der damaligen Teams, das heute noch am Spielbetrieb teilnimmt, ist Arcadia aus Pretoria - ein Verein, der zurzeit im Amateurbereich tätig ist und sich eher auf die Ausbildung von Jugendfussballern als auf die Seniorenmannschaften konzentriert.
Die Metamorphose des Staates Südafrika von einem international isolierten Land zu einem anerkannten Mitglied der weltweiten Fussball-Familie hat auch die südafrikanische Klublandschaft tiefgreifend verändert. Inzwischen kommt die Mehrzahl der populärsten und spielstärksten Vereine aus dem Lager der ehemals schwarzen "National Professional Soccer League", die 1971 ihren Spielbetrieb aufnahm.
Von den Klubs, die damals vor über 35 Jahren die erste Saison im schwarzen Profifussball bestritten, sind heute noch sechs in der höchsten südafrikanischen Liga vertreten: Während die Kaizer Chiefs, die Orlando Pirates und die Moroka Swallows seit ihren Anfängen ununterbrochen zu den dominierenden Teams der heimischen Fussballszene zählen, haben Bloemfontein Celtic, die Mamelodi Sundowns und die Lamontville Golden Arrows eine Entwicklung mit Höhen und Tiefen hinter sich. Als einziger Klub aus den Tagen des "weißen" Fussballs spielt Wits University auch heute noch in der höchsten südafrikanischen Liga, wogegen der in Kapstadt beheimatete Klub Santos vielfacher Meister der halbprofessionellen Federation League war, einer rivalisierenden Fussballliga aus den Tagen der Rassendiskriminierung.
Obwohl die Vereinigung der südafrikanischen Fussballverbände erst 1991 offiziell vollzogen wurde, verschmolzen die "weißen" und "schwarzen" Klubs ihre jeweiligen Ligen schon 1978 wieder miteinander. Damit war der Fussball nach dem Boxen der erste Sport, in dem die Rassenschranken fielen. Die weißen Vereine erlagen damals den Verlockungen der großen Zuschauerzahlen, die ihre schwarzen Konkurrenzvereine anzogen, und beeilten sich, den Wünschen des Publikums nachzukommen. Doch im Laufe der Jahre verschwanden viele dieser ehemals "weißen" Teams in der Versenkung oder wurden verkauft - wodurch teilweise neue Klubs entstanden, die heute einen Teil der südafrikanischen Premier Soccer League PSL ausmachen.
Jomo Cosmos beispielsweise wurde von Jomo Sono gegründet, einem der Superstars im südafrikanischen Fussball. Als Sono nach seiner Zeit bei New York Cosmos und Toronto Blizzard Anfang der achtziger Jahre in seine Heimat zurückkehrte, verfügte er über genügend Geld, um den größten weißen Klub seiner Zeit zu kaufen - Highlands Park aus Johannesburg. Die hochgradig symbolische Bedeutung dieses Kaufs - in einer Zeit, in der Schwarze massiv vom System der Apartheid unterdrückt wurden - machte Sono mit einem Schlag zu einem Volkshelden, dem es gelungen war, mit einer Unterschrift in seinem Scheckbuch eine bekannte weiße Institution verschwinden zu lassen.
Abgesehen von einem einjährigen Intermezzo in der zweiten Liga ist es Jomo Cosmos bis zum heutigen Tag gelungen, sich in der höchsten südafrikanischen Spielklasse zu halten. Zu den oben genannten Traditionsklubs sind inzwischen neue Namen wie Ajax Cape Town hinzugekommen - ein Verein, der sich zur Hälfte im Besitz seines niederländischen Namensvetters befindet. Ajax Amsterdam kaufte die Lizenzen zweier Klubs aus Kapstadt und machte daraus einen neuen Verein mit dem Ziel, eine potenzielle Talentschmiede für die eigenen Mannschaften in den Niederlanden aufzubauen. Es war das erste Franchising eines Vereinsnamens dieser Art in der Geschichte des Weltfussballs.
Die Orlando Pirates, die im Jahr 2007 ihr 70-jähriges Bestehen feiern, sind der älteste noch aktive Fussballklub Südafrikas, gefolgt von den Moroka Swallows, die inzwischen rund 60 Jahre bestehen. Das populärste Team des Landes sind die Kaizer Chiefs - und das, obwohl die Mannschaft in den letzten 15 Jahren nur zwei Mal den Titel holte und längst nicht mehr die dominierende Rolle im südafrikanischen Fussball spielt, die sie einst innehatte. Der Besitzer dieser Elf ist Kaizer Motaung, der den Verein nach seinem Vornamen und nach den Atlanta Chiefs benannte, für die er früher in der U.S.-amerikanischen Soccer League spielte.
Die aktuellen Lieblinge des südafrikanischen Fussballs sind die Mamelodi Sundowns, die dem Bergbaumagnaten Patrick Motsepe gehören. Das Team holte die letzten beiden Titel der Premier Soccer League und rechnet sich gute Chancen aus, seine Erfolge in heimischen Stadien auch in der CAF Champions League fortsetzen zu können.
In der PSL sind vor allem Clubs aus der Provinz Gauteng, dem wirtschaftlichen Zentrum Südafrikas mit den Großstädten Johannesburg und Pretoria, gut vertreten: Ob Chiefs, Pirates, Swallows, Sundowns, Cosmos oder Wits University - sie alle stammen aus dieser Region, ebenso wie die weniger bekannten Klubs Benoni Premier United, Silver Stars und SuperSport United.
Dagegen sind AmaZulu und die Lamontville Golden Arrows beide in Durban beheimatet, und Ajax Cape Town und Santos kommen aus der "Mother City" Kapstadt. Aus der Provinz Freistaat stammen Bloemfontein Celtic und die Free State Stars, denen in der Saison 2006/07 der Wiederaufstieg in die PSL gelang.
Dagegen musste die Mannschaft von Maritzburg United, aus der Provinzhauptstadt von KwaZulu-Natal, den bitteren Gang in die zweite Liga antreten. Die Black Leopards sind das einzige Team aus der ehemaligen Nordprovinz, wo sie in ihrer Heimatstadt Thohoyandou riesige Zuschauerzahlen ins Stadion locken. Die Leopards vertreten die Farben des Venda-Volkes, das in der heutigen Provinz Limpopo nahe der Grenze zu Simbabwe beheimatet ist.
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