"Der Erfolg der Mannschaft ist vor allem der Verdienst des Trainers", so Innenverteidiger Antolín Alcaraz im Interview mit FIFA.com in Bezug auf die Darbietungen Paraguays im Rahmen der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™. Der Verteidiger bringt damit zum Ausdruck, wie viel Ansehen der 47-jährige Gerardo Martino in der paraguayischen Delegation und unter den Fans der Albirroja genießt.

Die WM-Qualifikation Paraguays war ein voller Erfolg: Die Mannschaft landete noch vor Argentinien und Uruguay auf dem dritten Platz und stand lange Zeit sogar an der Tabellenspitze. Darüber hinaus hatte das Team bereits zwei Spieltage vor Schluss die 30 Punkte auf dem Konto, die nach Abschluss der Qualifikation zur WM 2002 in Korea/Japan zu Buche standen.

Nach der erfolgreichen Qualifikation hob der Trainer auf Nachfrage zwei besondere Ereignisse hervor: Den 5:1-Kantersieg gegen Ecuador am 17.11.2007, der seiner Auffassung nach das beste Spiel der Mannschaft war, und den 1:0-Sieg über Argentinien, mit dem "das WM-Ticket gelöst wurde".

Angesichts dieser überzeugenden Leistungen zeigte sich Martino äußerst zufrieden mit seinen Schützlingen und äußerte sich zu den WM-Chancen durchaus optimistisch. "Wir haben einige der besten Spieler der Welt. Jetzt kommt es darauf an, dass wir uns gegen alle Gegner in Form präsentieren und zeigen können, was wir drauf haben", so der Trainer.

Während der Qualifikation bestand seine Aufgabe vor allem darin, einer starken und erfahrenen Basis neue Talente hinzuzufügen, von denen er sich nun erhofft, dass sie auf afrikanischem Boden aufblühen. "Das wird für die jungen Spieler eine großartige Erfahrung und zugleich auch eine riesige Chance."

Gewissenhaft und eher unauffällig hat Tata nach und nach neue Spieler an die Mannschaft herangeführt, was entscheidend war, um einen gesunden Wettbewerb zu gewährleisten und sicherzustellen, dass der Mannschaft während der langen Qualifikation nicht frühzeitig die Luft ausgeht. Darüber hinaus hat er aber auch als Gruppenpsychologe ganze Arbeit geleistet. Er hat zudem die Spielanlage leicht verändert, und etwas offensivere Mannschaften aufgeboten, ohne die Defensive aus den Augen zu verlieren.

Martino, der in den 90er Jahren ein talentierter offensiver Mittelfeldakteur war, wurde von den Newell’s Old Boys entdeckt, wo er unter Marcelo Bielsa spielte, von dem er sich für seine Trainerlaufbahn sicherlich einiges abgeschaut haben dürfte. Als Trainer betreute er zunächst schwächere Vereine seines Landes, bis er 2002 schließlich nach Paraguay kam, wo er Cerro Porteño und Libertad Asunción (wo er zwei Mal unter Vertrag stand) zu großen nationalen Erfolgen führte.

Die Nationalmannschaft übernahm er im Februar 2007 von Aníbal Ruiz. Wenn man den Qualifikationsbegegnungen die Spiele der Copa América 2007 hinzurechnet, hat er in seinem Amt eine Erfolgsquote von 59 Prozent zu verzeichnen, womit er nahtlos an die Leistungen auf Vereinsebene anknüpft.