Die Schweiz sorgt für einen Hauch Exotik in einer Gruppe H, in der ansonsten Spanisch gesprochen wird: Spanien, Chile und Honduras treffen in einer Gruppe aufeinander, in der der Europameister sicherlich zu den größten Favoriten auf den ersten Platz gehört. Doch die Spanier sollten dieses Los nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn die Chilenen werden sich kaum mit der Rolle des Verfolgers begnügen und ihnen mit Sicherheit den Gruppensieg streitig machen wollen. Trotz der langen zwölfjährigen WM-Abwesenheit reist die südamerikanische Auswahl als einer der heißesten Geheimfavoriten nach Südafrika. Honduras und die Schweiz gelten zunächst sicherlich als Außenseiter, doch auf diesem Niveau - die Binsenweisheit sei gestattet - gibt es keine leichten Gegner.

Die Favoriten
Spanien: Das Etikett "Europameister" ist keine Garantie für den Erfolg, das wissen die Spanier spätestens seit ihrem Scheitern beim FIFA Konföderationen-Pokal 2009. Doch um in Südafrika nach dem Gipfel streben zu können, haben die Spanier ihre Pflicht in der Qualifikation mit Bravour absolviert und reisen mit einer makellos weißen Weste an: zehn Siege in zehn Partien. Und auch die Statistik steht dem amtierenden Europameister zur Seite: Noch nie hat eine spanische Nationalmannschaft gegen einen der drei Gruppengegner verloren.

Chile: Unter ihrem neuen Trainer Marcelo Bielsa waren die Chilenen die große Überraschung in der schwierigen südamerikanischen Qualifikation. Mit nur einem Punkt Rückstand landeten sie hinter dem fünffachen Weltmeister Brasilien auf dem zweiten Platz und ließen das zweite kontinentale Schwergewicht Argentinien deutlich hinter sich. Vorsicht!

Die Außenseiter
Schweiz: Die Schweizer erreichten beim Turnier in Deutschland 2006 das Achtelfinale. In der Qualifikation für Südafrika hatte die Mannschaft in einer vergleichsweise leichten Gruppe mehr Mühe als erwartet und siegte am Ende nur knapp mit einem Punkt Vorsprung vor den Griechen. Doch der neue deutsche Trainer Ottmar Hitzfeld vermochte bei den Fans nach der enttäuschenden Europameisterschaft im eigenen Land 2008 neue Begeisterung zu entfachen. Der richtige Zeitpunkt, um die jungen Talente zum Zug kommen zu lassen, die der schweizerischen Renaissance Impulse verleihen werden.

Honduras: Bei den Fans hat der kolumbianische Trainer Reinaldo Rueda, der die zentralamerikanische Mannschaft mit ruhiger Hand zur zweiten Weltmeisterschaft in ihrer Geschichte führte, längst Heldenstatus erlangt. Eine große Freude für die Menschen, die schwer unter der politischen Instabilität des Landes leiden. Das Talent eines Wilson Palacios war einer der Schlüssel zum Erfolg für eine Mannschaft, in der der erfahrene Carlos Pavón nach einem ehrenvollen Abschluss seiner brillanten Nationalmannschaftskarriere streben wird. Dies könnte die Gelegenheit für den ersten Sieg Honduras bei einer Weltmeisterschaft sein.

Spieler im Fokus
Xavi (ESP), Andrés Iniesta (ESP), David Villa (ESP), Humberto Suazo (CHI), Matías Fernández (CHI), Alexis Sánchez (CHI), Wilson Palacios (HON), Carlos Pavón (HON), Alexander Frei (SUI), Blaise Nkufo (SUI), Tranquillo Barnetta (SUI).

Topspiel
Chile - Honduras: Das lateinamerikanische Duell wird für beide Mannschaften der lang ersehnte Auftakt nach mehrjähriger Abwesenheit bei einer Weltmeisterschafts-Endrunde. Gleichzeitig eine hervorragende Gelegenheit, um zu sehen, ob sich die im Umfeld der Mannschaften geschürten Erwartungen bestätigen.

Rückblick
Spanien - Honduras 1:1, 16. Juni 1982, Valencia.
Die Launen des Schicksals wollten es, dass sich erneut die Wege von Spanien und Honduras bei einer Weltmeisterschaft kreuzen. Denn kurioserweise bestritt die zentralamerikanische Mannschaft ausgerechnet gegen Spanien 1982 ihr Debüt bei einer WM-Endrunde. Es war damals der feierliche Turnierauftakt für die Gastgeber, und die Neulinge hätten den Spaniern die Party beinahe verdorben. Hector Zelaya brachte Honduras bereits nach sieben Minuten in Führung und Spanien musste lange zittern, bevor Lopez Ufarte vom Elfmeterpunkt aus den Ausgleich erzielte.

Hätten Sie’s gewusst?
Der junge Schweizer Nachwuchs gewann im November 2009 die FIFA U-17-Weltmeisterschaft in Nigeria und holte damit erstmalig in der Geschichte des Landes einen FIFA-Titel. Nur wenige Tage später holte sich die Beach-Soccer-Nationalmannschaft in Dubai 2009 die Silbermedaille. Der Schweizer Fussball erlebt momentan eine absolute Blütezeit. Wird Hitzfeld den Mut haben, einige der Jugendlichen in seinen Kader für Südafrika 2009 aufzunehmen?

Statistik
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Mal hat Spanien bisher gegen die Rivalen in der Gruppe H verloren. 15 Siege und drei Unentschieden stehen in den bisherigen Begegnungen gegen die Schweiz zu Buche, sechs Siege und ein Unentschieden gegen Chile sowie ein Unentschieden gegen Honduras.

Ihre Meinung zählt
Wer hat im Duell der Favoriten zwischen Spanien und Chile das bessere Ende für sich?