Torflut in der Asien-Qualifikation
AFP

Die Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ ist seit jeher dafür bekannt, hohe Siege hervorzubringen - und so war es auch am Montag in der ersten Qualifikationsrunde für Südafrika 2010, als fünf von acht Hinspielen mit Kantersiegen endeten.

Thailand konnte mit dem 6:1 über Macau den höchsten Triumph einfahren, für die größte Überraschung sorgte jedoch Nachbarland Singapur, das einen überzeugenden 4:0-Auswärtssieg über Palästina feierte. Nachdem sie im vergangenen Jahr in der Qualifikation für den AFC Asien-Pokal 2007 gegen denselben Gegner knapp verloren hatten, waren die Spieler aus Singapur im Al-Rayyan-Sports-Club-Stadion in Doha diesmal alles andere als der Favorit, doch die Lions gingen eine Minute vor dem Seitenwechsel durch Shi Jiayi in Führung und konnten in der 53. Minute durch denselben Spieler sogar auf 2:0 erhöhen. John Wilkinson erzielte in der 73. Minute das 3:0, ehe Noh Alam Shah vier Minuten vor dem Ende die bittere Pleite der Heimmannschaft perfekt machte.

Nach diesem beeindruckenden Sieg hat Singapur nun eine gute Ausgangsposition, um in die zweite Runde einzuziehen, während der WM-Zug für die Palästinenser wohl praktisch abgefahren ist, auch wenn sie dafür bekannt sind, sich niemals aufzugeben. Die Westasiaten müssen im Rückspiel am 28. Oktober jedoch den Vier-Tore-Vorsprung von Singapur aufholen.

Abgesehen vom Resultat war Singapurs Trainer Radojko Avramovic jedoch auch froh, dass seine Mannschaft in dieser Partie ernsthafte Verletzungen vermeiden konnte. Der erfahrene Serbe appellierte auch an seine Spieler, "gut auf sich aufzupassen", wenn sie zu ihren Vereinen zurückkehren.

Vietnam stolpert, Westasiaten jubeln
Während Thailand und Singapur klare Siege einfuhren, musste Vietnam, das weitgehend als aufstrebende Fussballmacht angesehen wird, eine 0:1-Heimniederlage gegen die Vereinigten Arabischen Emirate hinnehmen. Dies war eine riesige Enttäuschung für die Vietnamesen, vor allem nach dem erst vor Kurzem im Viertelfinale des Asien-Pokals errungenen denkwürdigen 2:0-Sieg über den gleichen Gegner.

Die Heimmannschaft bot seinem begeisterten Publikum ein Offensivspektakel, doch die vom Franzosen Bruno Metsu trainierten Gäste überstanden die erste Drangperiode und spielten sich selbst einige Torchancen heraus. Zwölf Minuten vor dem Schlusspfiff erzielte Basherr Saeed schließlich das Tor des Tages und brachte die 33.000 Zuschauer zum Verstummen.

Doch auch zwei weitere westasiatische Teams, Syrien und Jemen, konnten gegen die Malediven bzw. Afghanistan überzeugende 3:0-Erfolge feiern.

Libanon konnte ebenfalls mit drei Toren Unterschied gewinnen, nachdem das mit Spannung erwartete Spiel gegen Indien zu einer einseitigen Angelegenheit wurde. Der englische Trainer Bob Houghton, der beim Nehru Cup im August mit Indien einen historischen 1:0-Sieg über Syrien gefeiert hatte, zeigte sich zuversichtlich, dass seine Mannschaft nicht mit leeren Händen aus Beirut zurückkehren würde, da er Libanon nicht stärker einschätzte als Syrien.

Zu Beginn hatte es den Anschein, als wäre die optimistische Einschätzung Houghtons gerechtfertigt, denn Sunil Chetri brachte Indien nach 30 Minuten in Führung. Die Freude der Gäste währte jedoch nur vier Minuten lang, ehe Deutschland-Legionär Roda Antar vom 1. FC Köln den Ausgleichstreffer erzielte. Angetrieben vom begeisterten Publikum, gewannen die Libanesen nach dem Seitenwechsel die Oberhand und feierten durch drei Treffer innerhalb von 14 Minuten doch noch einen souveränen Heimsieg.

Oman kam unterdessen zu einem 2:0-Erfolg über Nepal. Fauzi Basheer brachte die Gastgeber bereits nach fünf Minuten in Führung, ehe Hassan Mudaffar 17 Minuten später per Elfmeter den Sieg perfekt machte. Das einzige Unentschieden gab es im Bangabandhu-National-Stadion in Dhaka, wo Bangladesch ein 1:1 gegen Tadschikistan erreichte.

Die restlichen Hinspiele werden vom 11. bis zum 22. Oktober ausgetragen, die entscheidenden Rückspiele sind für den 28. Oktober angesetzt.

Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™
Asien-Zone: Hinspiele der ersten Runde

8. Oktober
Syrien - Afghanistan 3:0
Bangladesch - Tadschikistan 1:1
Libanon - Indien 4:1
Oman - Nepal 2:0
Palästina - Singapur 0:4
Thailand - Macau 6:1
Vietnam - Vereinigte Arabische Emirate 0:1
Jemen - Malediven 3:0

Weitere Hinrundenspiele:

11. Oktober
Kambodscha - Turkmenistan

13. Oktober
Usbekistan - Chinese Taipei

18. Oktober
Kirgisistan - Jordanien

21. Oktober
Bahrain - Malaysia
China VR - Myanmar
Mongolei - Korea DVR
Sri Lanka - Katar
Timor-Leste - Hongkong

22. Oktober
Pakistan - Irak