In den Kader für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ war der baumlange Stürmer erst in letzter Minute gerutscht, aber dann erwies er sich bei seinen Einwechslungen insbesondere beim historischen Sieg gegen Japan als idealer Joker. Vor vier Jahren noch als Ersatzmann für Kapitän Mark Viduka im Sturm eingeplant, kommt Joshua Blake Kennedy nun in Südafrika 2010 eine buchstäblich viel zentralere Rolle im Spielsystem von Australien zu.

Mit 1,94 Metern ist Kennedy fast zwangsläufig kopfballstark. In Kombination mit Tim Cahills berühmter Sprungkraft ergeben sich daraus für Australien immer wieder gute Möglichkeiten bei hohen Bällen, sei es bei Standardsituationen oder aus dem Spiel heraus. Da Kennedy zudem auch noch immer mindestens einen Verteidiger bindet, dürfte ihm ein Stammplatz besonders dann sicher sein, wenn Australien mit nur einer Spitze agiert.

Kennedys Laufbahn begann verheißungsvoll. Er gehörte zu der australischen Mannschaft, die bei der U-17-Weltmeisterschaft 1999 erstmals das Endspiel eines FIFA-Turniers erreichte. Kurz darauf vollzog er den Sprung ins Ausland. Unmittelbar vor seinem 19. Geburtstag bestritt er im August 2001 für den VfL Wolfsburg sein erstes Bundesligaspiel. Damit war er der jüngste Australier aller Zeiten in der höchsten deutschen Spielklasse. Es folgten mehrere Spielzeiten auf Leihbasis in den unteren Ligen. 2004/05 etablierte er sich dann als Stammkraft bei Dynamo Dresden, um dann kurz vor der WM in Deutschland zum ambitionierten Bundesligisten 1. FC Nürnberg zu wechseln. Nach der Rückkehr von der WM riss bei Kennedy gleich im ersten Training allerdings die Achillessehne – das Saison-Aus. Deswegen verpasste er auch den AFC Asien-Pokal 2007.

Nach Mark Vidukas Rücktritt aus der Nationalmannschaft musste sich Kennedy oft mit Scott McDonald um den Platz im Sturmzentrum streiten. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich jedoch abgezeichnet, dass Trainer Pim Verbeek wohl auf Kennedy setzen wird. Der 27-Jährige absolvierte acht Qualifikationsspiele und schoss dabei drei Tore.

Verheiratet ist Kennedy mit der australischen Basketballnationalspielerin Jacinta Hamilton, seit Sommer 2009 spielt er in Japan bei Nagoya Grampus. In der J.League bewegt sich seine Form auf konstant hohem Niveau. Wichtige Tore ebneten ihm den Weg nach Südafrika.