Die große Kluft zwischen den asiatischen Topteams und den Außenseitern war am Mittwoch in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ deutlich zu erkennen. Am ersten Spieltag der dritten Runde kam es zu keinen größeren Überraschungen.

Vier der so genannten großen Fünf, die auch bei der FIFA WM 2006 in Deutschland mit dabei waren, fuhren überzeugende Siege ein - nur Iran musste sich vor eigenem Publikum in Teheran gegen Syrien mit einem torlosen Remis zufrieden geben.

Die Amtszeit von Tim Verbeek als Trainer von Australien hätte nicht besser beginnen können, als die Socceroos im Telstra Dome in Melbourne einen 3:0-Sieg über Katar feierten. Das Ergebnis bestätigte den Niederländer in seiner Entscheidung, überwiegend auf Legionäre zu setzen. Verteidiger Craig Moore und John Aloisi waren die einzigen Spieler aus der heimischen Liga.

Die Verbeek-Elf erwischte vor 51.000 Zusehern einen Auftakt nach Maß und ging bereits nach zehn Minuten durch einen Kopfball von Joshua Kennedy vom Karlsruher SC in Führung. Sieben Minuten später erhöhte Mittelfeldmotor Tim Cahill auf 2:0, indem er einen Eckstoß von Luke Wilkshire ins leere Tor verlängerte. Mark Bresciano vom italienischen Erstligisten US Palermo nutzte ein Zuspiel von Scott McDonald und besiegelte in der 33. Minute den klaren Sieg der Gastgeber.

Verbeek, der die Australier im November übernommen hatte, war mit der Überlegenheit seiner Mannschaft sehr zufrieden: "Wir haben eine fantastische erste Halbzeit gespielt und unseren Gegner überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen."

Das Spiel war somit ein würdiger Abschied für den routinierten Abwehrspieler Moore, der nach dem Schlusspfiff seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärte. "Das war eine wundervolle Art, sich zu verabschieden", sagte der 32-Jährige, dessen elfjährige Länderspielkarriere durch einen Treffer gegen Kroatien in der Vorrunde der FIFA WM 2006 gekrönt wurde.

Nach diesem Sieg stehen die Australier nicht nur an der Tabellenspitze einer Gruppe, die weitgehend als die schwierigste angesehen wird, sondern konnten nach dem enttäuschenden AFC Asien-Pokal im Juli auch eine gehörige Portion Selbstvertrauen tanken.

Australien bestreitet sein nächstes Spiel am 26. März in China, wo man mit einem Sieg zum klaren Favoriten der Gruppe 1 avancieren könnte.

Doppelte Freude für Ostasiaten
Am traditionell festlichen Abend vor dem Beginn des neuen Mondjahres gaben drei der vier ostasiatischen Mannschaften ihren Fans einen zusätzlichen Grund zum Feiern. Die Republik Korea besiegte unter dem neuen Trainer Huh Jung-moo vor eigenem Publikum Turkmenistan mit 4:0, während die Japaner ebenfalls keine Probleme hatten und Thailand in Tokio mit 4:1 schlugen.

Die mit Spannung erwartete Partie zwischen den beiden aussichtsreichsten Außenseitern Jordanien und DVR Korea endete mit 1:0 zugunsten der Ostasiaten. Hong Yong-Jo erzielte kurz vor dem Seitenwechsel das einzige Tor des Tages. Die Mannschaft von Jo Tong-Sop trifft in ihrem nächsten Spiel auf die Republik Korea und könnte mit einem Unentschieden gemeinsam mit dem Nachbarland die Tabellenspitze der Gruppe 3 übernehmen.

Auch wenn die VR China das einzige ostasiatische Team war, das sich nicht über drei Punkte freuen konnte, so war das 1:1-Remis im Auftaktspiel gegen Asien-Meister Irak dennoch keine allzu große Enttäuschung. Chinas serbischer Trainer Vladimir Petrovic ist jedoch der Ansicht, dass es nach diesem Punkteverlust im nächsten Spiel gegen Australien bereits um alles oder nichts geht.

"Australien hat schon drei Punkte auf seinem Konto, wir erst einen. Daher lastet der Druck auf uns, dieses entscheidende Spiel zu gewinnen", sagte der ehemalige jugoslawische Internationale.

In Abu Dhabi feierten die vom Publikum lautstark unterstützten Vereinigten Arabischen Emirate einen ungefährdeten 2:0-Sieg über Kuwait. Oman und Libanon hingegen konnten ihren Heimvorteil nicht nutzen und mussten sich Bahrain bzw. Usbekistan geschlagen geben.

Im letzten Spiel des Tages feierte Saudiarabien einen 2:0-Erfolg über Singapur. Der aktuelle AFC Spieler des Jahres, Yasser Al Kahtani, erzielte in der 38. Minute die Führung, ehe Stürmer Malek Al Hawsawi vier Minuten vor dem Schlusspfiff die endgültige Entscheidung herbeiführte.

Ergebnisse des 1. Spieltags:

Gruppe 1
Australien - Katar 3:0
Irak - VR China 1:1

Gruppe 2
Japan - Thailand 4:1
Oman - Bahrain 0:1

Gruppe 3
Korea Republik - Turkmenistan 4:0
Jordanien - Korea DVR 0:1

Gruppe 4
Saudiarabien - Singapur 2:0
Libanon - Usbekistan 0:1

Gruppe 5
Iran - Syrien 0:0
Vereinigte Arabische Emirate - Kuwait 2:0