
Die ersten Tage nach der Ausrichtung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™, die allseits als großer Erfolg gerühmt wird, werden für die südafrikanischen Gastgeber mit Sicherheit eine schwere Zeit der Wehmut. Dennoch hat ihnen dieses Turnier Stolz, Zuversicht und Optimismus zurückgegeben, und es markierte nicht nur in Südafrika, sondern auf dem ganzen Kontinent den Beginn eines neuen Kapitels.
Spanien mag auf dem Spielfeld der Gewinner dieses prestigereichen Events sein, doch Südafrika hat die Herzen der Welt erobert. Die Austragung der Weltmeisterschaft brachte neue Hoffnung für den Kontinent und weckte neuen Glauben an ein Land, das im Vorfeld des Turniers permanent unter Beobachtung stand: Würde es den größten Fussball-Wettbewerb der Welt organisieren können? Zu Recht sonnen sich die Südafrikaner nun im Erfolg dieser Weltmeisterschaft. Es sei, wie Erzbischof Desmond Tutu sagte, ein weiteres "Wunder für die Regenbogennation" gewesen – für ein Land, das erst vor 16 Jahren seine schmerzhafte Vergangenheit hinter sich ließ, um in der Nationengemeinschaft den Platz zu erlangen, der ihm gebührt.
Ansporn für den Kontinent
"Wir wurden Zeuge einer Explosion des Nationalstolzes quer durch alle Rassen und Kulturen", sagte Südafrikas Staatschef, Präsident Jacob Zuma. "Eines ist gewiss, Afrika hat sich für immer verändert. Die Sicht der Welt auf diesen Kontinent hat sich verändert. Wenn sie nun an Afrikaner denken, sehen sie kompetente Menschen, die in der Lage sind, Dinge selbst auf die Beine zu stellen."
Die Euphorie, die das Turnier geweckt hat, ist ein Ansporn für den Kontinent, über das Ende dieses Ereignisses hinauszudenken. Und es ist keine Überraschung, dass das Vertrauen in Südafrikas Fähigkeit, erneut ein solches Mega-Event auszurichten, stark gewachsen ist. Doch es war ein langer Weg seit dem Zuschlag für die Ausrichtung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010, der indes, wie FIFA-Präsident Joseph S. Blatter erklärte, von "Vertrauen und Zuversicht" geprägt war – dies zahlte sich letztlich aus.
Für den südafrikanischen Normalbürger war es eine Gelegenheit, sich ein neues Bild von seinem Land und seinem Kontinent zu machen. "Wir sind stolz darauf, Afrikaner zu sein. Während des gesamten Turniers haben wir Menschen aller Rassen, Stämme und Glaubensrichtungen friedlich miteinander zusammenleben sehen", sagte Aaron Chinhara. "Das ist ein Schritt nach vorne. Wir sind nicht mehr der Kontinent der Armut und der Krankheiten, sondern der Kontinent der Lebensfreude und Herzlichkeit."
Gut gemacht, Südafrika
Ein weiterer Südafrikaner, Mark Smith, ergänzte: "Wir sind stolz auf diesen Moment, es war eine bemerkenswerte Weltmeisterschaft. Es war eine unglaubliche Zeit für unser Land."
Auch die südafrikanische Presse war voll des Lobes über die erfolgreiche Durchführung des Turniers. Unter der Überschrift 'Südafrika bringt Pessimisten zum Schweigen' schrieb "Independent Online": "Die Skeptiker mussten am Ende alles zurücknehmen. Es ist daher nicht überraschend, dass Südafrika nun in Zufriedenheit und noch nie da gewesenem Selbstbewusstsein schwelgt."
Die "Pretoria News" gratulierte: "Gut gemacht, Südafrika. Wir können erhobenen Hauptes auf eine fantastische Weltmeisterschaft zurückblicken." In ihrem Editorial schrieb die südafrikanische "The Times": "Der WM-Erfolg hat gezeigt, dass Südafrika seine Herausforderungen meistern kann. Mit der Weltmeisterschaft kam ein südafrikanischer Patriotismus zutage, den wir in dieser Form noch nicht gesehen haben. Überall hing die Nationalflagge, und die Nationalmannschaft erlebte die Unterstützung aller Südafrikaner quer durch alle Rassen."
Test auf der Weltbühne mit Bravour gemeistert
Der "Daily Dispatch" jubelte: "Wir haben es geschafft." Der englische "Guardian" wiederum lobte Südafrika mit der Überschrift 'Ein neues Wunder in der Regenbogennation übertönt die Skeptiker' und schrieb: "Die Geschichte wird zeigen, dass Südafrika die Befürchtungen von Gewalt und Chaos zerstreuen konnte und eine der am besten besuchten Weltmeisterschaften aller Zeiten ausgetragen hat. Durch sie hat sich Afrika einen Platz in der Sportwelt gesichert, was noch vor sechs Monaten undenkbar schien."
Die wahrscheinlich berühmteste Entdeckung der Weltmeisterschaft 2010 war wohl die Vuvuzela – ein Instrument, das für die Besucher zu einem Kultobjekt wurde, als sie es bei ihrer Ankunft in Südafrika kennen lernten. Die Südafrikaner sind nun davon überzeugt, für weitere internationale Großereignisse gerüstet zu sein, nachdem sie den größten Test auf der Weltbühne mit Bravour gemeistert haben.













