Alcaraz: "Der Glaube ist da"
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Die paraguayische Defensive genießt seit jeher einen hervorragenden Ruf. In der Auswahl der Albirroja, die bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ antritt, gibt es indes einen Spieler, der erst seit Kurzem die Blicke auf sich zieht. Nach einer Laufbahn voller Höhen und Tiefen will der 27-jährige Antolín Alcaraz in Südafrika endlich seine Visitenkarte abgeben und dem Turnier seinen Stempel aufzudrücken. Jetzt, da seine Mannschaft im WM-Viertelfinale steht, dürfte er wohl kaum unbemerkt bleiben.

Der Abwehrspieler hat bislang durch solide Auftritte an der Seite von Paulo da Silva zu überzeugen gewusst und sich insbesondere durch seinen Treffer in der Auftaktbegegnung gegen Italien in die Herzen der Fans gespielt. Das Leben des Akteurs, dessen Karriere schon früh unterbrochen wurde, hat in letzter Zeit eine 180-Grad-Wendung genommen. (Klicken Sie auf den Link auf der rechten Seite, um mehr über seine Laufbahn zu erfahren).

Im Exklusiv-Interview mit der FIFA sprach der Spieler, der beim englischen Klub Wigan Athletic unter Vertrag steht, über das Duell gegen die hoch gelobte spanische Offensive, das am Samstag in Johannesburg ansteht, seine überraschende Nominierung für die Nationalmannschaft und das zunehmende Selbstvertrauen der paraguayischen Auswahl. Die Paraguayer sind bei einer WM noch nie so weit gekommen, wollen sich aber mit dem Erreichten keinesfalls zufriedengeben.

Diese Weltmeisterschaft bietet Ihnen Gelegenheit, der Welt Ihr Können zu zeigen. Schließlich haben Sie bislang in der belgischen Liga gespielt, die nicht unbedingt im Mittelpunkt steht. Jetzt haben Sie bereits ein Tor gegen Italien erzielt und sich auch sonst durch starke Auftritte in den Vordergrund gespielt. Wie war diese Erfahrung bislang für Sie?
Die Nominierung für die Nationalmannschaft kam überraschend für mich. Es gab drei oder vier Spieler, die unmittelbar vor WM-Beginn zur Mannschaft gestoßen sind. Ich habe so gesehen Neuland betreten. Ich habe mich sehr gefreut, vom Trainer in den endgültigen WM-Kader berufen worden zu sein. Die Tatsache, dass ich gegen Italien in der Startformation stand, ist vielleicht der Höhepunkt meiner Karriere, insbesondere auch wegen meines Treffers. Daran erinnert man sich noch sein ganzes Leben lang. Es war natürlich etwas Besonderes, das Vertrauen des Trainers zu genießen und von Anfang an auf dem Platz zu stehen. Ich war ja nicht nur international unbekannt. Es war auch die Chance, in meinem Land einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erwerben.

Als Abwehrspieler schenken Sie dem Duell gegen Spanien sicher besondere Aufmerksamkeit. Da treten Sie gegen Fernando Torres, David Villa, Andrés Iniesta und Co. an.
Nein, ganz so funktioniert das nicht. Ich werde genauso gerne wie in den anderen vier Begegnungen auf dem Platz stehen und denselben Einsatz zeigen. Vielleicht auch noch etwas mehr, angesichts der Umstände und der Mannschaft, gegen die wir antreten. Als Fussballspieler will man immer auf höchstem Niveau spielen und es mit Akteuren zu tun bekommen, wie sie in der spanischen Nationalmannschaft zu finden sind. Ich denke, dass das für einen Verteidiger das höchste Niveau ist.

Ist Ihre Mannschaft zuversichtlich, Spanien besiegen zu können?
Wir haben das gleiche Selbstvertrauen, das wir in allen bisherigen Begegnungen an den Tag gelegt haben. So gehen wir alle Herausforderungen an, wohl wissend, dass es unsere letzte sein könnte. Auf dem Feld müssen wir alles geben, als ob es ein Finale wäre. Das ist unsere Mentalität. Wir gehen auf den Platz, geben unser Bestes und dann werden wir schon sehen, was passiert. Wenn das Ergebnis stimmt, gut. Wenn uns der Gegner überlegen ist, sieht die Sache natürlich anders aus. Dann können wir aber zumindest von uns behaupten, bis ins Viertelfinale vorgestoßen zu sein. Weshalb sollten wir nicht an einen Sieg glauben? Der Glaube ist da, und wir werden unser Bestes geben.

Wie würden Sie die Mentalität dieser Mannschaft beschreiben?
Was Sie auf dem Feld sehen, ist nur ein kleiner Teil von dem, was wir jeden Tag gemeinsam erleben. Der Teamgeist ist einfach fantastisch. Das habe ich von der ersten Minute an gespürt, als ich zu dieser Mannschaft gestoßen bin. Die neuen Spieler werden in den ersten Tagen zudem besonders warmherzig und freundlich in Empfang genommen. Das ist auch der Grund, weshalb der größte Teil der Mannschaft die Zeit gemeinsam verbringt und nicht nur während einer Begegnung zusammen ist. Um diese Mannschaft zu beschreiben, bräuchte man viele Worte. Und manchmal reichen Worte eben nicht aus.

Wie würden Sie den Trainer Gerardo Martino und seine Bedeutung für den bisherigen Turnierverlauf beschreiben?
Ich kenne ihn zwar erst seit kurzer Zeit, würde ihn aber als fantastischen Menschen bezeichnen, und das nicht nur, weil er mir Gelegenheit gegeben hat, in dieser Mannschaft zu spielen (lacht). Sowohl auf emotionaler als auch auf professioneller Ebene ist sein Beitrag zur Mannschaft unermesslich. Er gibt einem ein gutes Gefühl. Er geht über seine Tätigkeit als Trainer hinaus, gibt einem das Gefühl, Teil einer Familie zu sein und ist für die Spieler wie ein Vater. Er unterstützt seine "Söhne" dabei, auch als Männer die Lektionen zu lernen. Wir kommen mit ihm und dem ganzen Trainerstab sehr gut zurecht.