Stars mit Ladehemmung
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Nichts lieben die Fans bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft so sehr wie ihre Stars. Sie sind es, die sie sehen wollen, ihre Tricks, ihren Spielwitz – und ihre Tore.

123 davon sind in den verschiedenen Stadien während der WM bislang gefallen. Aber in der Torschützenliste sucht man einige Weltstars vergeblich.

Mit Abwesenheit geglänzt
Zu diesen gehört auch Lionel Messi, der FIFA-Weltfussballer des Jahres 2009 – und das erstaunt. Denn obwohl der Linksaußen des FC Barcelona großen Anteil an Argentiniens Viertelfinaleinzug hatte, ist er selbst noch ohne Tor.

Ein Drama macht der Spanien-Legionär daraus trotzdem nicht. Er zeigt sich glücklich darüber, dass Argentinien noch im Titelrennen ist und sagt: "Das beunruhigt mich überhaupt nicht, auch wenn ich gerne Tore mache. Wichtig ist, dass wir dieses Spielniveau beibehalten und mit mannschaftlicher Geschlossenheit zum Erfolg kommen."

Immerhin kann sich Messi damit trösten, dass er nicht der einzige torlose WM-Star ist. Auch Kaká, der FIFA-Weltfussballer des Jahres 2007, ist noch ohne Torerfolg, hat aber schon drei Treffer für seine Mannschaftskameraden aufgelegt, darunter den von Luis Fabiano im Achtelfinale. Insgesamt kann die Seleção bisher acht Treffer verbuchen.

Und wie Messi betont auch Kaká, dass ihm der Mannschaftserfolg wichtiger ist als der persönliche, "Mein Zel ist es, Tore vorzubereiten und den Stürmern Chancen zu verschaffen. Auf diese Weise haben Robinho und Luis Fabiano schon getroffen. Ich bin froh, dass ich Ausgangspunkt dieser Tore war. Ich hoffe, das Turnier als bester Vorbereiter zu beenden und Luis Fabiano soll bester Torschütze werden."

Das Glück fehlt
Was Messi und Kaká also zumindest nach außen hin nicht anficht, könnte Spaniens Stürmer Fernando Torres schon eher zu nerven beginnen. 212 (torlose) Minuten stand der bislang nämlich auf dem Platz.

Aber für El Niño gelten mildernde Umstände. Eine Knie-Operation verhinderte eine optimale Vorbereitung auf Südafrika 2010. Sturmpartner David Villa jedenfalls ist zuversichtlich, dass der Angreifer aus Liverpool bald seine Treffsicherheit wiederfindet: "Ich finde nicht, dass Torres unzureichend gespielt hat, auch wenn er noch nicht getroffen hat. Er hat schwer geschuftet, um die WM nicht zu verpassen, und das muss man ihm vor allem nach der Operation hoch anrechnen. Klar, Stürmer werden an ihren Toren gemessen, aber Fernando hat bislang auch das Glück gefehlt. Er arbeitet, er macht Fortschritte und Sie werden sehen, die Tore kommen noch – wie das im Finale der Europameisterschaft 2008, das uns den Titel beschert hat."

Im Viertelfinale trifft der Europameister auf Paraguay. Für Torres könnte das eine gute Gelegenheit darstellen, wieder vollends in die Spur zu finden. Auf gegnerischer Seite stehen mit Roque Santa Cruz und Oscar Cardozo (immerhin Torschützenkönig in Portugal) auch zwei, die Torres' Kummer nachvollziehen können. Allerdings lässt Gerardo Martino auch sehr defensiv spielen.

Auch Dominic Adiyiah hat noch nicht gejubelt, zumindest nicht über einen eigenen Treffer. Der ghanaische Torschützenkönig der FIFA U-20-Weltmeisterschaft wartet noch auf sein erstes Tor. In seinem Fall allerdings auch nur zu verständlich: Der Nachwuchsstar vom AC Mailand hat seit Turnierbeginn erst eine Minute gespielt.

Stars mit Ladehemmung
Viel erwartet hatten die englischen Fans auch von Wayne Rooney. Doch der Stürmer von Manchester United, in der abgelaufenen Saison in der Premier League 26 Mal erfolgreich, konnte seine hervorragende Form nicht in die WM herüberretten. Inzwischen ist England nach einer empfindlichen Niederlage gegen Deutschland bereits im Achtelfinale ausgeschieden.

Auch Jozy Altidore hat in seinen 357 Minuten auf dem Platz nicht eine einzige Chance für die USA genutzt. Das gilt auch für den Slowaken Marek Hamsik, jedoch nicht für dessen Mannschaftskameraden Robert Vittek, der sich mit vier Treffern momentan noch zusammen mit David Villa und Gonzalo Higuaín an der Spitze der Torjägerliste tummelt.

Zu den Stars mit Ladehemmung zählen darüber hinaus auch der Franzose Franck Ribéry, der Südafrikaner Steven Pienaar oder der Australier Harry Kewell, die in Südafrika nicht getroffen haben und auch nicht mehr treffen werden.

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