Kampfstarke Ballzauberer
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Auch wenn vor allem die drei schönen Tore und die zahlreichen Chancen, die die Brasilianer gegen die Elfenbeinküste herausgespielt haben, in die Geschichte eingehen werden, hat die Seleção auch in anderer Hinsicht einen Härtetest bestanden. Sie überzeugte nämlich nicht nur mit schönem Fussball.

Nach dem Sieg im Soccer-City-Stadion von Johannesburg sprach Mittelfeldspieler Felipe Melo mit FIFA.com. Er war einer derjenigen, die für die "harte Arbeit" zuständig waren: für die Balleroberung im Mittelfeld. Er und seine Mannschaftskameraden demonstrierten heute eindrucksvoll, dass Brasilien inzwischen auch viel Kampfkraft und Zweikampfstärke zu bieten hat.

"Ein solches Spiel gewinnt man gerne", erklärt der Mittelfeldspieler von Juventus lächelnd. "Wir wussten, dass sie sehr zweikampfstark waren. Die Elfenbeinküste verfügt über physisch starke Spieler. Das ist ihr großes Plus. Ich bin sehr froh darüber, dass es uns gelungen ist, diese Hürde zu überwinden und schönen Fussball zu zeigen - das ist es schließlich, was wir Brasilianer lieben."

Bis zur 25. Minute, als Luís Fabiano das erste Tor erzielte, war Brasilien nicht die spielbestimmende Mannschaft. Die beiden Mannschaften waren ziemlich gleichauf und kämpften um die Spielanteile. Dazu der Ivorer Guy Demel: "Bis zu diesem Augenblick hat man gespürt, dass sie sich ihrer Sache nicht sicher waren. Das hat sich nach dem ersten Tor der Brasilianer geändert. Danach konnten sie befreit aufspielen", beklagt der rechte Außenverteidiger des Hamburger SV.

Tore nach Belieben?
Dungas Mannschaft hat seit 2006 eine erfolgreiche Entwicklung durchgemacht, und ein Aspekt zog sich wie ein roter Faden durch diese siegreiche Phase. Die Mannschaft muss nicht unbedingt das Spiel kontrollieren oder mehr Ballbesitz haben als der Gegner, um Tore zu erzielen. Man hat vielmehr den Eindruck, dass das Team es hervorragend versteht, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten und dann zuzuschlagen. Aber von dieser Theorie ist Felipe Melo ganz und gar nicht überzeugt:

"Wir dürfen niemals glauben, dass wir die Spiele gewinnen werden, wann und wie wir wollen. Die Spanier haben in dieses Horn gestoßen. Sie wollten die Tore zum richtigen Zeitpunkt machen, und dann haben sie ihr erstes Spiel verloren. Es wäre eine Respektlosigkeit, so zu denken", so Melo bestimmt. "Wir haben vor all unseren Gegnern Respekt, und das heißt, dass wir möglichst schnell zu einem Tor kommen und unsere Chancen sofort nutzen müssen. Heute hatten wir am Anfang Schwierigkeiten, Lücken zu finden - andere Schwierigkeiten als in der Partie gegen die DVR Korea", erklärt er gegenüber FIFA.com.

Die Brasilianer stehen jetzt eigentlich nicht mehr unter Druck. Die anfängliche Nervosität ist verflogen, und der Einzug ins Achtelfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ bereits perfekt. Werden wir daher im letzten Gruppenspiel gegen Portugal am 25. Juni in Durban eine gelöstere Mannschaft sehen? "Gelöster würde ich nicht sagen. Aber ich kann versichern, dass wir uns weiter steigern werden", verspricht der Mittelfeldakteur. "Wir haben uns im Vergleich zur ersten Partie bereits verbessert und werden diese Tendenz fortsetzen. Das ist auch nötig, denn wir haben noch einen langen Weg vor uns."