Portugal schreibt Geschichte
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Sie hätten sich keinen passenderen Ort aussuchen können. Vor mehr als 500 Jahren kamen die portugiesischen Seefahrer hier zum ersten Mal auf großer Entdeckungsfahrt vorbei. Jetzt erreichten die Navegadores (übersetzt: die Seefahrer) von Carlos Queiroz hier ihren höchsten Sieg bei einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ aller Zeiten.

Bartolomeu Dias und Vasco da Gama verwandelten das Kap der Stürme mit ihren Entdeckungsfahrten einst ins Kap der Guten Hoffnung. Nun rechtfertigte die Selecção den Beinamen, den Nationaltrainer Carlos Queiroz dem Team für das Abenteuer "Südafrika" gegeben hatte. Der Trainer hatte die Portugiesen nämlich als Navegadores bezeichnet, zu Ehren der berühmten Entdecker des 15. und 16. Jahrhunderts, die in der portugiesischen Geschichte eine so wichtige Rolle spielten. Und jetzt konnten die Portugiesen an diesem geschichtsträchtigen Ort erneut glänzen.

Auch der Gegner ist dieses historischen Augenblicks im Green-Point-Stadion würdig. Vor diesem 7:0-Sieg der Portugiesen gegen die DVR Korea waren die beiden Teams nämlich bereits bei der WM 1966 in England aufeinandergetroffen. Damals waren die Nordkoreaner zunächst mit 3:0 in Führung gegangen und hatten sich dann noch die Butter vom Brot nehmen lassen. Am Ende mussten sie sich mit 5:3 geschlagen geben und Eusébio trug sich vier Mal in die Torschützenliste ein. Der Schwarze Panther hat den fantastischen Auftritt der Navegadores heute von der Tribüne aus verfolgt und macht nach dem Schlusspfiff keinen Hehl aus seiner Begeisterung.

"Fantastisch. Das war einfach fantastisch", erklärte ein sichtlich bewegter Eusébio gegenüber FIFA.com. Zuvor war er in der Kabine der Selecção gewesen, um die Spieler zu ihrem Auftritt zu beglückwünschen. "Das war einer der schönsten Siege der Selecção, die ich je gesehen habe. Sieben Treffer gegen eine Auswahl zu erzielen, die den Brasilianern so viel Ärger gemacht hat, das ist schon beachtlich und zeigt, wie hochklassig diese portugiesische Mannschaft ist. Die gesamte Mannschaft ist zu beglückwünschen", betont der ehemalige Star des portugiesischen Fussballs.

Vor 44 Jahren spielte man noch einen ganz anderen Fussball. Daher findet Eusébio es schwierig, die beiden Partien zu vergleichen. Allerdings bestätigt er eine Aussage, die wir schon von vielen Fussballern gehört haben: "Natürlich leidet man mehr, wenn man eine Partie von außen verfolgt, ohne selbst eingreifen zu können. 1966 war ich längst nicht so nervös wie heute, obwohl wir zwischenzeitlich mit 0:3 zurücklagen. Ich habe mindestens bis zum zweiten Tor der Portugiesen gezittert. Und auch noch beim dritten und vierten, die kurz danach fielen", erklärt Eusébio lachend.

Nach dem torlosen Unentschieden gegen die Elfenbeinküste im Auftaktspiel der Gruppe G eröffnete Raul Meireles den Torreigen gegen die DVR Korea. Der Mittelfeldspieler hatte bereits in der Qualifikation für die Endrunde der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ eine entscheidende Rolle gespielt. Er hatte im Playoff-Rückspiel gegen Bosnien-Herzegowina nämlich für den entscheidenden Treffer gesorgt. An diesem Montag erzielte er nun das erste von vielen Toren der Portugiesen bei der WM 2010.

"Das war ein perfekter Tag und ein perfektes Spiel. In der ersten Halbzeit haben wir uns etwas schwergetan, aber danach lief es für uns gut und wir haben ein fantastisches Ergebnis erreicht", erklärt der Spieler mit der Trikotnummer 16 im Gespräch mit der FIFA. "Ich freue mich immer, wenn ich Tore für die Nationalmannschaft schieße. Wenn es wichtige Treffer sind, ist das natürlich noch besser. Jetzt werden wir diesen Triumph genießen und uns auf die nächste Partie vorbereiten", meint der Mittelfeldspieler abschließend.