Kalou: "Wir sind erwachsen geworden"
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Nach ihrem 3:0-Sieg gegen Korea DVR blickten die Spieler der Elfenbeinküste auf ihre ersten beiden Partien in dieser Gruppe G sowie auf ihr Debüt bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ vor vier Jahren zurück. Nach der torlosen Auftaktpartie gegen Portugal und der anschließenden 1:3-Niederlage gegen Brasilien wären die Ivorer in der letzten Begegnung auf einen eigenen hohen Sieg bei gleichzeitiger Niederlage Portugals gegen Brasilien angewiesen gewesen.

Die Akteure der überaus talentierten Mannschaft bedauerten, in der Auftaktpartie möglicherweise Punkte verschenkt zu haben, waren sich aber dennoch einig, dass sie seit dem Turnier 2006 in Deutschland große Fortschritte gemacht haben. Damals wurde ihnen in der mindestens ebenso schweren Gruppe mit Argentinien, der Niederlande sowie Serbien und Montenegro ihre Naivität zum Verhängnis, als sie in allen drei Spielen früh mit zwei Toren in Rückstand gerieten. Und auch wenn sie in allen Duellen den Rückstand verkürzen konnten und die Osteuropäer sogar noch schlugen, zeigten sie in diesem Jahr weitaus solidere Leistungen.

Stürmer Salomon Kalou zählte eine Reihe grundlegender Faktoren für diese Verbesserung auf. "Zunächst einmal denke ich, dass wir eine bessere Vorbereitung hatten", sagte er im Gespräch mit FIFA.com. "Wir wussten genau, was wir auf dem Feld zu tun hatten und waren somit besser organisiert. Und als Mannschaft sind wir seit der letzten Weltmeisterschaft gewachsen. Wenn wir weiterhin hart arbeiten, werden wir eines Tages ganz oben sein. Man beginnt nicht ganz oben, man muss sich den Weg dorthin hart erarbeiten."

Auch der erfahrene Verteidiger Emmanuel Eboué vertritt die Ansicht, dass seine Mannschaft gereift ist, und dass sie dies insbesondere in der letzten Partie gezeigt habe, in der sie einen nahezu unaufholbaren Rückstand in der Tordifferenz aufholen musste. "Wir haben keinen Grund, mit unserer Turnierleistung unzufrieden zu sein", sagte er, nachdem das Ausscheiden feststand. "Wir haben in einer sehr schweren Gruppe vier Punkte gewonnen. Wir sind viel besser als vor vier Jahren. Der Unterschied ist, dass wir mehr als Team auftreten. Wir sind zusammen erwachsen geworden und fühlen uns mehr als je zuvor als eine Mannschaft."

Das große Hindernis bei dem Versuch, den 7:0-Kantersieg der Portugiesen gegen die Asiaten aufzuholen oder zu übertreffen, war die Abwehr der Koreaner, die nicht nur fünf Verteidiger aufgeboten, sondern auch ihre Mittelfeldspieler defensiv postiert hatten. Für Stürmerstar Didier Drogba war es ein beschwerlicher Abend, doch letztlich eine positive Erfahrung. "Es war sehr schwer. Es waren immer mindestens vier Verteidiger in unserer Nähe, doch in jedem Fall haben wir eine gute Leistung gezeigt", sagte er. "Wir haben es geschafft, gegen so viele Verteidiger drei Tore zu erzielen, und Korea ist eine starke Mannschaft. Es ist nicht einfach, wenn du weißt, dass du praktisch schon ausgeschieden bist und dich noch mal konzentrieren und gut spielen musst, wie wir es heute versucht haben."

Auch für Eboué war es ein Erfolg, drei Tore zu erzielen, für die Yaya Touré sowie Romaric in der ersten Hälfte und Kalou gegen Ende verantwortlich zeichneten. "Wir haben in einer schwierigen Situation eine gute Leistung gebracht", sagte er. "Es ist so schwer, gegen fünf Verteidiger zu spielen, aber die Stürmer und Mittelfeldspieler haben gute Arbeit geleistet und nie aufgegeben. Wir haben uns viele Chancen erspielt und hätten sogar noch mehr Tore machen können, haben die Partie zu Ende gespielt, keiner ist verletzt, wir sind also zufrieden."

Angesichts der Umstände in Südafrika 2010 sagte Kalou, dass das Team trotz des frühen Ausscheidens nicht übermäßig niedergeschlagen ist. "Wir haben vier Punkte erreicht", sagte der Akteur vom FC Chelsea. "Wir haben nur gegen Brasilien verloren, deshalb sind wir nicht sehr traurig. Im Fussball kannst du gegen bessere Mannschaften verlieren oder gegen bessere Mannschaften gewinnen, man kann einfach nur sein Bestes tun, und das haben wir getan."

Drogba stimmte dem zu, auch wenn er der verpassten Möglichkeit im Auftaktspiel gegen Ronaldo und Co. ein wenig nachtrauerte. "Es war natürlich keine leichte Gruppe, und das war es eben", sagte der Klubkollege Kalous. "Wenn wir gegen Portugal nur ein wenig ehrgeiziger gewesen wären und ein Tor erzielt hätten, wäre der Wettbewerb für uns vielleicht anders gelaufen. Gegen Brasilien haben wir zu viel Respekt vor ihren Fähigkeiten gezeigt, denke ich. Sie haben verdient gegen uns gewonnen."

Der erfahrene Trainer Sven-Göran Eriksson, der erst vor wenigen Monaten die Verantwortung für die Mannschaft übernahm, teilte die Ansicht, dass die afrikanischen Oranjes nach dem Turnier vor vier Jahren immer noch in der Entwicklung sind. "Die Mannschaft wird immer besser und besser, sie steht vor einer glänzenden Zukunft im Fussball und wird weit kommen", sagte er.