
Solide Defensive, gutes Zusammenspiel, wenig zugelassene Chancen und ein Tor nach einer Standardsituation. Die Beschreibung erinnert sie an etwas? Wenn Sie nun an Italien denken, haben Sie nicht unrecht, doch das wäre zu einfach. Denn nach dem Auftaktspiel der Squadra Azzurra in der Gruppe F der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ gegen Paraguay hätte man exakt dieselben Worte auch für die Beschreibung der Südamerikaner verwenden können. "Es sind in der Tat zwei Mannschaften, die einen ähnlichen Stil haben", sagte Roque Santa Cruz wenige Minuten nach dem Schlusspfiff der Partie, die mit einer Punkteteilung endete (1:1). "Italien ist eine solide Mannschaft, gut organisiert, die man nur schwer überraschen kann. Wir sind logischerweise nicht zu vielen Gelegenheiten gekommen, doch wir haben unsererseits ebenfalls nicht viele zugelassen."
Den Eindruck eines Duells mit gleichen Waffen bestätigte auch Gerardo Martino, der Trainer Paraguays. "Es wertet uns auf, gegen den amtierenden Weltmeister ein Unentschieden erreicht zu haben", sagte er erfreut. "Dass wir so gut mithalten konnten, ist vielleicht noch wichtiger als das Resultat selbst." Das Endergebnis hätte indes noch schmeichelhafter ausfallen können für Paraguay, hätte das südamerikanische Team nicht auf dieselbe Weise den Ausgleich kassiert wie es den Führungstreffer erzielt hatte: nach einer Standardsituation. "Wir konnten den Ball nicht präzise zirkulieren lassen, teilweise, weil es ihre Spezialität ist, den Spielfluss zu unterbinden. Doch auch sie haben dies nicht tun können, denn es ist etwas, das wir auch gut beherrschen. Es ist nicht erstaunlich, dass beide Teams einen ruhenden Ball gebraucht haben, um ein Tor zu erzielen."
Taktik und Defensivkultur
Auf Seiten der Italiener hätte man sich gleichwohl mehr ausgerechnet, auch wenn Marcello Lippi einräumte, dass das Duell ausgeglichen war. "Einerseits freue ich mich darüber, dass wir als Mannschaft aufgetreten sind, wir auf das Gegentor reagiert haben und körperlich, mental und mit dem Herzen dabei waren. Dennoch bin ich enttäuscht, dass wir uns nicht durchgesetzt haben. Normalerweise gewinnen wir solche Spiele", sagte der Trainer mit Bedauern in der Pressekonferenz. "In der zweiten Halbzeit haben sie sich ein wenig zurückgezogen und nicht ein einziges Mal aufs Tor geschossen. Auf diese Solidität in der Verteidigung können wir aufbauen."
"Trotz allem sind sie der amtierende Weltmeister, und darüber hinaus verfügen sie über eine sehr große WM-Erfahrung", sagte Justo Villar, Torhüter Paraguays. "Dass es uns gelungen ist, so dagegenzuhalten, gibt uns mehr Sicherheit für den Rest des Wettbewerbs. Italien ist für sein taktisches Spiel und seine Defensivkultur berühmt. Heute Abend haben wir bewiesen, dass wir ihnen auf diesem Niveau in nichts nachstehen." Dies bestätigte auch der Kapitän der Italiener, Fabio Cannavaro. "Es ist ein solides Team, das gut spielt und das Spielfeld gut besetzt. Sie haben sich einmal dem Tor genähert und haben getroffen. Sie sind solide und effektiv."
Man kommt ganz durcheinander: War das nun die Definition Italiens oder Paraguays? Heute Abend ein wenig von beidem.




