Der wahre Teamgeist
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Jede Nationalmannschaft dieses Planeten hätte gern einen Sturm wie den, den Gerardo Martino am zweiten Spieltag der Gruppe F der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ gegen die Slowakei eingesetzt hat.

Nelson Haedo Valdez und Lucas Barrios schießen ihre Tore normalerweise im Trikot von Borussia Dortmund und Roque Santa Cruz, der ebenfalls bereits reichlich Erfahrung in Europa sammeln konnte, ist ein Aushängeschild im Angriff der Albirroja. Und doch trugen sich beim 2:0-Erfolg gegen die Slowaken zum Erstaunen vieler Experten zwei Mittelfeldspieler in die Torjägerliste ein: Enrique Vera und Cristian Riveros.

Aber ist das wirklich eine Überraschung? Nicht für die Akteure selbst, wie Vera nach der Begegnung im Gespräch mit der FIFA erklärt. "Wir wissen, dass es uns freisteht, uns in den Angriff einzuschalten, wenn es erforderlich ist. El Profe [Gerardo Martino] betont immer wieder, dass dies der Vorteil ist, wenn man über Stürmer verfügt, die Gegenspieler auf sich ziehen und so Lücken aufreißen."

Der Spieler mit der Trikotnummer 13 wurde zum "Budweiser Man of the Match" gewählt, und zwar nicht nur, weil er ein Tor erzielt hat, sondern auch aufgrund seiner Spielweise, die dem gesamten Team Möglichkeiten über die rechte Flanke bot. "Es ist sehr wichtig für mich, dass ich bei einer WM einen Treffer erzielt habe. Ich hätte nie gedacht, dass mir das gelingen würde. Und das Unglaublichste ist, dass ich ihn nicht gesehen habe! Ich habe den Ball getroffen und den Jubel im Stadion gehört, erst da wurde mir bewusst, dass ich getroffen hatte", meint er.

Außer ihm war auch noch Cristian Riveros erfolgreich, ein weiterer Spieler, der nicht gerade zu den regelmäßigen Torschützen gehört. "Nelson, Roque und Lucas haben hervorragende Arbeit geleistet und den Weg für uns Mittelfeldspieler frei gemacht. Sie kämpfen, rennen und reißen Lücken auf, die uns Überraschungsvorstöße ermöglichen. In meinem Fall kam der Treffer nach einer Aktion zustande, an der mit [Oscar] Cardozo ein weiterer Stürmer beteiligt war. Sie leisten einen ganz wichtigen Beitrag", so seine Analyse.

Im Dienst der Mannschaft
Barrios, ein klassischer Strafraumstürmer, hat nach dem Sieg ein glückliches Lächeln auf dem Gesicht, obwohl er selbst keinen Treffer dazu beigetragen hat. "Man kann nicht immer glänzen, das ist doch klar. Heute konnte ich als Einzelspieler vielleicht nicht so sehr auf mich aufmerksam machen, aber ich habe zum Erfolg der Mannschaft beigetragen", erklärt der Spieler, der beim ersten Tor die Vorlage für Vera lieferte. Und er geht sogar noch weiter: "Das ist so. Vera hat zwar das Tor gemacht, aber es ist für uns alle Grund zum Feiern. Das ist der wahre Teamgeist."

Nelson Haedo Valdez dazu: "Ich habe dieses Mal mehr für andere gearbeitet als sonst, aber es hat sich gelohnt. Die Mittelfeldspieler leisten auch ihren Beitrag und am Ende ist es egal, wer die Tore schießt. Hauptsache, sie fallen." Paraguay scheint seine Lektion gelernt zu haben. Genau deshalb hat die Mannschaft an diesem besonderen Tag drei Punkte geholt. Wie das kommt? Das erklärt uns Riveros, der mit einem schönen Linksschuss den zweiten Treffer erzielte. "Wir wollten hier gewinnen und den Sieg allen Vätern widmen, die heute in Paraguay Vatertag feiern. Deshalb habe ich den Treffer vor der Kamera mit meiner Geste gefeiert. Ich sage es noch einmal: Dieser Sieg ist für sie alle."