
Der Zünder des Danish Dynamite hieß am Samstagabend im Loftus-Versfeld-Stadion von Tshwane/Pretoria Dennis Rommedahl. Der Lieblingsschüler von Morten Olsen bestätigte damit seinen zweiten Frühling.
Am Samstag waren die Kameruner zwar feldüberlegen, aber vor dem Tor zu harmlos. Letzteres hatten sie indes mit ihrem skandinavischen Gegner gemeinsam, bei dem der Routinier (wird in einem Monat 33) seine aufsteigende Form bestätigte. Schon gegen die Niederlande hatte Rommedahls Leistung gestimmt, aber gegen Kamerun drückte er der Partie so richtig seinen Stempel auf: mit einer Torvorlage für Nicklas Bendtner und einem eigenen Treffer.
"Nach dem Spiel bin ich zu ihm gegangen und habe zu ihm gesagt: 'Da bist du zwei Jahre lang weg vom Fenster und jetzt warst du in den letzten beiden Spielen unser bester Mann bei einer WM!' Das ist schon ein komischer Typ, aber ich bewundere ihn", erklärte der Torjäger der Gunners nach dem Spiel am Mikrofon der FIFA.
Immerhin hatte Rommedahl ihm im ersten Durchgang ein Tor auf dem Silbertablett serviert. Darauf angesprochen, weicht er verlegen lächelnd aus. Der Mann, der seit Juni 2007 torlos war, spricht nicht gern in der ersten Person Singular. Lieber redet er vom "Wir", vom Kollektiv. Entsprechend sagt er auch: "Wir haben uns gute Gelegenheiten erarbeitet, es war ein sehr offenes Spiel. Damit haben wir uns wieder die Möglichkeit geschaffen, das Achtelfinale aus eigener Kraft zu erreichen. Die Stimmung in der Mannschaft ist wirklich gut." Wenn man etwas über Rommedahl hören will, muss man die anderen fragen.
"Der bringt alle zum Lachen"
Rommedahl gilt in der dänischen Presse als Ziehsohn des Trainers. In der Kabine geht es da schon mal zu wie in der amerikanischen Erfolgsserie "Alle lieben Raymond". "Die Jungs lieben ihn, Kritik an Rommedahl mögen sie gar nicht. Jeder im Kader kann irgend eine Geschichte über ihn erzählen. Er bringt alle zum Lachen und ist immer gut drauf", beschreibt es ein dänischer Journalist am Samstag in der südafrikanischen Hauptstadt.
In Dänemark scheiden sich bisweilen die Geister an Rommedahl, weil er zu wenig konstant ist und auch mal richtig schlecht spielt. Bei Morten Olsen hingegen darf er sich gesetzt fühlen. Unter dem ehemaligen Libero als Trainer hat Rommedahl, der bei Ajax Amsterdam unter Vertrag steht und im vergangenen halben Jahr an NAC Breda ausgeliehen war, 38 Länderspiele in Folge bestritten. Beim der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2002 noch Torschütze gegen Frankreich, lief Rommedahl in der Folge seiner Form hinterher. So sahen es jedenfalls die heimischen Fans. Nicht jedoch sein Trainer oder gar seine Mitspieler. Für die ist Rommy unantastbar.
"Wir freuen uns sehr für ihn – alle", sagt etwa Bendtner. Auch Rommedahl selbst lächelt. In der Welt des Dennis Rommedahl ist das Leben ein langer ruhiger Fluss. Einfach, bescheiden, Spaßmacher und manchmal eben auch Fussballer von internationaler Klasse. So auch am Samstag in Tshwane/Pretoria. Alle lieben Rommy - wen wundert's?








