Cahill trotz Ausscheiden zukunftsfroh
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Das Südafrika-Abenteuer der Australier mag ein vorzeitiges Ende genommen haben, doch Mittelfeldstar Tim Cahill war nach dem abschließenden Sieg bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ gegen Serbien dennoch positiv gestimmt. Eingehüllt in die Landesflagge seiner Heimat und mit gelb-blauer Kopfbedeckung versinnbildlichte er trotz des knappen Ausscheidens in der Gruppe D hinter Ghana die Zufriedenheit der Socceroos, nachdem sie vom Publikum mit stehenden Ovationen verabschiedet worden waren.

Nach der torlosen ersten Halbzeit in Nelspruit kehrte Australien wie verwandelt aus der Kabine zurück und ging mit 2:0 in Führung. Die überraschten Serben kamen nur noch zum Anschlusstreffer. Cahill, der gegen Deutschland vom Platz gestellt wurde und beim Unentschieden gegen Ghana gesperrt war, erzielte den ersten Treffer und hauchte damit seiner Mannschaft neues Leben ein, für die die Qualifikation nach dem zweiten Treffer plötzlich in greifbare Nähe gerückt war.

Es gibt keinen Zweifel, er ist immer da, wenn du ihn brauchst.

Und auch wenn er direkt im Anschluss an die Partie einräumte, dieser Sieg habe "nicht so süß" geschmeckt, war es für den offensiven Mittelfeldspieler zumindest ein versöhnlicher Abschluss. Deshalb antwortete er auf die Bemerkung, der Sieg habe einen bitteren Beigeschmack, zunächst ausweichend. "Nein, das würde ich nicht so sagen", sagte er zu FIFA.com. "Es ist unglaublich, nach den Ereignissen letzte Woche wieder ein WM-Spiel gemacht zu haben. Ich wusste nicht mal, ob ich noch einmal die Chance haben würde, hier zu spielen. Nach der Partie gegen Deutschland gab es viele Diskussionen, ob man mir diesen Platzverweis zum Vorwurf machen könne, aber es weckte in mir den Wunsch, noch einmal zurückzukommen und ein gutes Spiel zu machen."

Obwohl Australien gegen Deutschland bereits mit 0:2 in Rückstand lag, wurde Cahill in der 56. Minute des Feldes verwiesen. Kein Wunder, dass viele sich fragten, was die Mannschaft hätte erreichen können, wenn er gegen Ghana nicht gesperrt gewesen wäre. "Oh nein, es war trotzdem großartig", sagte er. "Wenn wir gegen Ghana gewonnen hätten, nun ja, wissen Sie, im Nachhinein ist man immer schlauer. Es ist jetzt vorbei, und dies war ein großartiger Erfolg. Nun müssen wir das hinter uns lassen und das Positive sehen, und positiv war, dass wir zeigen konnten, wozu wir in der Lage sind. Wir haben einen großartigen Teamgeist und viele junge Talente, die nachrücken."

Zur Bedeutung seines Mittelfeldstars für die Socceroos befragt, sagte der scheidende Coach Pim Verbeek, dass Cahill für ihn einer der konstantesten und wichtigsten Akteure seiner Mannschaft war. "Es gibt keinen Zweifel, er ist immer da, wenn du ihn brauchst", sagte der Niederländer zu FIFA.com. "Er macht immer seine Tore. Seine Trefferquote ist fantastisch. Die Mannschaft fühlt sich sicherer, wenn er dabei ist, deshalb haben wir ihn nach seinem Platzverweis gegen Deutschland und besonders gegen Ghana vermisst. Es war ein großer Verlust, aber er hat heute gezeigt, wie sehr er der Mannschaft helfen kann."

Cahill würde zwar zustimmen, wenn man ihn als Führungsspieler bezeichnen würde, dennoch legt er Wert auf die Feststellung, dass das australische Team eine Mannschaft "ohne Helden" sei. Doch es ist typisch für seinen lebhaften Charakter, dass er lieber mit gutem Beispiel vorangeht und stets die Initiative sucht. "Ich denke, es ist eine fantastische Sache, wenn von dir erwartet wird, Führung zu übernehmen. Doch du musst es auf dem Platz zeigen. Ich arbeite hart für meine Mannschaft und renne von der ersten bis zur allerletzten Minute." Sein Tor in der 69. Minute war hierfür ein perfektes Beispiel. Nach einer langen Flanke vom linken Flügel schien die serbische Abwehr eigentlich alles unter Kontrolle zu haben, doch Cahill zeigte größere Entschlossenheit und besseres Timing und erreichte die Hereingabe zur Überraschung des chancenlosen Torhüters noch.

Und wie ein wahrer Anführer bedankte er sich als erstes bei seinem Mannschaftskollegen für das Zuspiel. "Das war ein großartiger Ball von Wilko [Luke Wilkshire], das ist alles", sagte er, bevor er die Aktion beschrieb. "Ich haben in den letzten Tagen stark daran gearbeitet, den Ball besser zu treffen und ihn die Arbeit selbst machen zu lassen, anstatt zu versuchen, ihn härter zu treffen. Ich habe einfach versucht, ihn in die Ecke zu drücken, und ich bin begeistert, dass er reingegangen ist."