Griechenland: Die Seele eines Champions
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Das erste Tor, das die Griechen am Donnerstag in Bloemfontein erzielten, ging als erster WM-Treffer des Teams in die Geschichte ein. Das zweite war sogar noch wichtiger, da es ihnen die ersten Punkte in fünf bei WM-Endrunden bestrittenen Partien brachte. Der 2:1-Erfolg war außerdem der erste Sieg bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™, der nach anfänglichem Rückstand zustande kam. Vor allem kommt es für den Europameister von 2004 jedoch darauf an, dass für das Team in Gruppe B damit wieder alles möglich ist.

Die Griechen haben jetzt genau wie die Republik Korea, gegen die sie im ersten Spiel eine Niederlage hinnehmen mussten, drei Punkte auf dem Konto. Als nächstes müssen sie gegen Tabellenführer Argentinien (6) antreten. Griechenland baut dabei auf den ausgebufften Nationaltrainer Otto Rehhagel und auf den Schwung, den das Team aus diesem Sieg mitnehmen konnte. Die Spieler sind zuversichtlich, dass sie nach Abschluss der letzten Gruppenspiele im Achtelfinale stehen werden.

Historischer Sieg
Nach der Partie, in der die Nigerianer eine Stunde lang mit zehn Mann auskommen mussten, zeigten sich die Europäer begeistert davon, dass sie ihre Negativserie endlich beendet hatten. Gleichzeitig blieben sie aber auch mit beiden Beinen fest auf der Erde. "Das ist ein historischer und wichtiger Sieg für den griechischen Fussball und das ganze Land", erklärte Dimitrios Salpingidis, der Schütze des ersten griechischen Tors nach über 400 Spielminuten bei WM-Endrunden, im Gespräch mit der FIFA. "Es ist super, dass ich derjenige bin, dem das gelungen ist, aber in dem Augenblick habe ich darüber nicht nachgedacht. Während des Spiels war ich nur auf die Mannschaftsleistung und das Endergebnis konzentriert. Aber nach Spielende ist mir dann bewusst geworden, wie wichtig dieser Treffer war."

Laut Georgios Samaras, der in der ersten Halbzeit von Rehhagel eingewechselt worden war, um dem Team mehr Offensivkraft zu geben, war die Stimmung in der Kabine nicht so euphorisch, wie man vielleicht glauben könnte. "Das ist ein tolles Erlebnis für uns, aber zum Feiern ist es noch zu früh", erklärte er. "Wir freuen uns natürlich und sind erleichtert, aber es gibt keine Party. Wir werden nach Durban zurückkehren und uns auf die nächste Partie vorbereiten. Ich glaube, am Ende hatten wir den Sieg verdient, weil wir wirklich alles gegeben haben. Und darauf kommt es an."

Ein anderes Spiel
Viele Spieler gaben an, die 0:2-Auftaktniederlage gegen die Republik Korea habe ihnen einen Stich versetzt und sie seien wild entschlossen gewesen, gegen die Super Eagles ein anderes Gesicht zu zeigen. Kalu Uches Treffer in der 16. Minute war sicherlich ein Schock, aber alle waren sich darin einig, dass ihr Siegeswille dadurch nicht gebrochen werden konnte.

"Wir waren sehr entschlossen und hatten von Beginn an die richtige Einstellung", so Konstantinos Katsouranis, einer der Routiniers, die bereits bei der EURO 2004 dabei waren. "Selbst nachdem wir in Rückstand geraten waren, wollten wir allen zeigen, dass wir stark genug sind, um das Spiel von hinten aufzurollen. Und wir sind noch immer in der Lage, unsere Konzentration auch in solchen Situationen aufrechtzuerhalten und organisiert weiterzuspielen – genau wie 2004."

Große Willensstärke
Auch bei Alexandros Tziolis wirkt der überraschende Sieg bei der Europameisterschaft in Portugal noch nach. Seinen Angaben zufolge tankt das Team, in dem noch fünf Spieler von damals vertreten sind, noch immer Selbstvertrauen aus dem damaligen Erfolg. "Weil einige der Spieler bereits 2004 dabei waren, haben wir gewissermaßen die Seele eines Champions im Team", meinte er. "In der heutigen Partie haben Sie ein anderes Team gesehen. Wir haben leidenschaftlicher gespielt und waren zweikampfstärker. Wir wussten, dass es um 'alles oder nichts' geht. Der Druck, mit einem Sieg vom Platz zu gehen, war daher viel größer. Aber wir konnten damit umgehen und haben schließlich unsere WM-Tore erzielt."

Laut Samaras habe die Mannschaft niemals die Befürchtung gehabt, dass man auf der Weltbühne weiter mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben würde. "Ich glaube, die Partie gegen Südkorea war ein Spiel, in dem einfach alles schief lief", erklärte er. "Das war nicht unser Tag, aber wir sind trotzdem immer positiv geblieben und haben an uns geglaubt. Auch wenn wir in der Kritik stehen, tritt immer einer für den anderen ein und wir bleiben sehr zuversichtlich. Wir haben uns nie demoralisieren lassen, noch nicht einmal nach dem Gegentor. Wir haben unsere große Willensstärke unter Beweis gestellt."