Druck statt Spielfreude
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Nach dem Spiel zwischen Frankreich und Uruguay in der Gruppe A der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ konnten beide Trainer in einer Hinsicht zufrieden sein: Ihre Spieler hatten sich peinlich genau an das Defensivkonzept gehalten.

Keine Tore, wenig Chancen und Verteidiger, die spielfreudiger waren als die Stürmer - da war das 0:0 ein nachgerade logisches Ergebnis. "Wir hätten lieber gewonnen, aber Uruguay hat eine sehr solide und defensiv gut organisierte Mannschaft", versicherte Florent Malouda, der sich nach seiner Einwechslung ebenfalls die Zähne an der Abwehr der Celeste ausgebissen hatte. "Frankreich hat eine große Mannschaft mit traditionell guten Abwehrspielern und mehr WM-Erfahrung als wir", sagte wiederum Uruguays defensiver Mittelfeldspieler Diego Perez.

Was also fehlte diesem Spiel, das so ganz den Anschein hatte, als wolle es keiner der Beteiligten wirklich gewinnen? Der französische Rechtsverteidiger Bacary Sagna hat da so eine Idee. "Wir waren gut organisiert und wollten unsere Siegchancen nicht durch undurchdachtes Anrennen gefährden. Es fehlten ja eigentlich nur die Tore, aber jetzt wissen wir wenigstens, woran wir arbeiten müssen."

Malouda selbst probierte nach seiner Einwechslung viel und verfehlte mit einem Schuss das Tor von Fernando Muslera nur knapp. "Eine Prise Risiko hat gefehlt. Wir haben zu sehr darauf geachtet, die Ordnung im Spiel zu halten und darüber diesen kleinen Hauch Verrücktheit und Fantasie vergessen, der eine Partie entscheiden kann.

Minimales Risiko
Nach der Herausstellung von Nicolas Lodeiro konnte sich Uruguay zwar eigentlich mit einem Punkt glücklich schätzen, Trainer Oscar Tabarez zeigte sich jedoch trotzdem fast frustriert: "Angesichts der Umstände und der Tatsache, dass wir gegen den Vizeweltmeister gespielt haben, sind wir mit dem Ergebnis zwar zufrieden, aber ich kann auch nicht sagen, dass Frankreich den Sieg verdient gehabt hätte. Wir hatten die Franzosen im Griff und sind nie wirklich in Gefahr gekommen."

Das sieht auch der in Monaco spielende Perez so und erklärt den Mangel an Chancen mit dem auf den Spielern lastenden Druck. "Das war das erste Spiel bei einer WM, mit allem Druck, der damit einher geht", so Perez, der anfügte: "Bei einem so wichtigen Turnier sind alle Mannschaften bemüht, die Risiken zu minimieren. Wir wussten, dass es eine sehr ausgeglichene Gruppe ist. Und nach dieser ersten Partie sehen wir uns bestätigt."

Auch Frankreichs Trainer Raymond Domenech konnte mit der Punkteteilung leben, gab jedoch zu, nicht so recht zu wissen, auf welchen Bereich dieses buchstäblich so unentschiedenen Spiels er sein Hauptaugenmerk legen sollte. "Wir haben alles versucht, um die drei Punkte doch noch einzufahren, und uns gleichzeitig gesagt, wir dürfen es nicht übertreiben." Resultat: ein 0:0, das an das von 2002 zwischen zwei bekannt defensivstarken Mannschaften erinnert, und das aus französischer Sicht just das Ergebnis ist, mit dem man auch holprig in die (letztlich erfolgreiche) FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 und zwei Jahre später in die (katastrophale) UEFA EURO 2008 gestartet ist.

"Ich weiß nicht, ob das gut ist, aber mir wäre es natürlich lieb, wenn es so weiter ginge wie 2006", sagt Malouda dazu. Auch das ist so wenig überraschend wie das 0:0 in den 90 Minuten zuvor.