
Vorne harmlos und hinten noch dazu wacklig, so präsentierte sich Frankreich am Donnerstag, dem 17. Juni, im zweiten Gruppenspiel gegen Mexiko in Polokwane – und verlor folgerichtig mit 0:2. Ein Rückschlag, der Frankreichs Chancen auf ein Weiterkommen bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ stark mindert.
Eine knappe Viertelstunde war gespielt, als Eric Abidal eine Kopfballrückgabe zu Hugo Lloris spielte, an die Giovani Dos Santos um ein Haar noch herangekommen wäre. Einige Minuten zuvor hatte schon Patrice Evra einen fürchterlichen Rückpass zu seinem Schlussmann gespielt. Diese beiden Aktionen stehen exemplarisch für die Niederlage der Franzosen.
"Da hat es uns offensichtlich an Konzentration gemangelt. Zumindest das erste Tor ist definitiv aus einer Unachtsamkeit entstanden", gab Evra am Mikrofon der FIFA zu. Die Augen unstet, die Stimme zitternd wollte Frankreichs Kapitän von Schuldzuweisungen in der Niederlage nichts wissen. "Wir haben als Mannschaft verloren, alle 13 Spieler, die heute eingesetzt wurden."
Die Leiden des Eric Abidal
In den Zweikämpfen unterlegen, immer wieder überlaufen – die Franzosen bekamen die gegnerischen Angriffe einfach nie in den Griff. So auch in der 21. Minute, als William Gallas den Zweikampf zunächst verweigerte und dann in Not geriet. Panik machte sich breit bei den Mannen von Raymond Domenech und im selben Maße drehten die Lateinamerikaner auf.
"Ich glaube nicht, dass Frankreich schlecht gespielt hat", meinte Javier Hernández zur FIFA. "Wir haben uns nur durch viel Laufarbeit Räume geschaffen." Zuvor hatte Chicharito seine Mannschaft mit seinem Führungstreffer auf die Siegerstraße gebracht. Dabei war er am Rande des Abseits – aber wo war sein Gegenspieler Abidal? Und wie schon bei der UEFA EURO 2008, als der Verteidiger von Barça als letzter Mann einen Elfmeter gegen Italien verschuldete und vom Platz gestellt wurde, tat er auch hier seinem Gegenspieler Pablo Barrera den Gefallen, ihn eine Viertelstunde nach dem 0:1 im Strafraum zu Fall zu bringen.
Noch mehr aber verwundert das Versagen der defensiven Mittelfeldspieler. Der sonst so einsatzfreudige Jérémy Toulalan etwa machte keinen Antritt seiner mexikanischen Gegenspieler mit. Einen der besten Plätze bei diesem Schauspiel hatte Gerardo Torrado und der fasste die gewonnene Schlacht für die FIFA wie folgt zusammen:
"Wir sind als echte Mannschaft aufgetreten, haben einen soliden und solidarischen Block gebildet. Wir waren aufmerksam und konzentriert und deshalb haben wir gewonnen." All das kann man von der französischen Equipe nicht sagen, und deshalb braucht sie jetzt schon ein Wunder zum Weiterkommen. "Ich glaube nicht an Wunder. Jetzt geht es nur noch darum, für die Ehre zu gewinnen", so Evra.









