
Noch lange nach Spielschluss standen die Anhänger der niederländischen Nationalmannschaft in ihrem Fanblock und feierten. Sie feierten sich selbst, vor allem aber feierten sie die Mannschaft, die nach dem 3:2 (1:1)-Erfolg im Halbfinale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ gegen Uruguay zum dritten Mal in ein WM-Endspiel einzog und nun zum größten Erfolg seit dem Gewinn der UEFA Europameisterschaft 1988 in Deutschland ausholt.
"Es ist super, das ist eine super Leistung", sagte ein sichtlich bewegter Arjen Robben exklusiv auf Anfrage von FIFA.com. Auch eine Stunde nach dem Schlusspfiff im Green-Point-Stadion von Kapstadt fand Robben nur wenig Worte dafür, was er und die Elftal in den vorangegangenen 90 Spielminuten erreicht haben. "Jetzt ist es natürlich einfach, das zu sagen, aber es war unser Ziel, nach 32 Jahren endlich wieder ein WM-Finale zu erreichen. Und wir sind jetzt natürlich sehr stolz darauf."
Prinzenpaar in der Kabine
Stolz waren auch der niederländische Kronprinz Willem-Alexander und dessen Gattin Maxima, die kurz nach der Partie in die Mannschaftskabine eilten, um jeden Spieler einzeln zu beglückwünschen. Wenig später kehrten Robben & Co, wieder in den Innenraum des Stadions zurück, um nach dem inzwischen 25. Spiel in Folge ohne Niederlage gemeinsam vor dem ganz in orange eingefärbten Fanblock mit ihrer Anhängerschaft zu tanzen und zu singen.
Zuvor hatten die 62.479 Zuschauer im Stadion Spiel bestimmende Niederländer gesehen, die mit einem Traumtor aus 35 Metern von Kapitän Giovanni van Bronckhorst in der 18. Minute in Führung gingen. "Ich habe schon mehrere Tore dieser Art erzielt, aber ein Tor in einem WM-Halbfinale ist natürlich etwas Besonderes", meinte der 35 Jahre alte Routinier zu FIFA.com. Erst im Januar diesen Jahres hatte er im Viertelfinale des niederländischen Pokals für Feyenoord Rotterdam einen praktisch identischen Treffer erzielt.
Robbens Jubiläumstor
Gegen Ende der ersten Halbzeit kam Uruguay etwas besser auf und durch Diego Forláns vierten Turniertreffer (41.) zum Ausgleich. "In der ersten Halbzeit haben wir gesehen, was passiert, wenn wir die Ordnung verlieren", analysierte Mark van Bommel hinterher, Im zweiten Durchgang sei es "viel besser" gewesen, so der 33-Jährige weiter. "Da hat man gesehen, dass wir Fussball spielen können, da haben wir das Spiel in den Griff bekommen", meinte auch Trainer Bert van Marwijk.
Mit Rafael van der Vaart anstelle des defensiveren Demy de Zeeuw verstärkte der Bondscoach mit Beginn der zweiten Spielhälfte die Offensive und sollte dafür bald belohnt werden. Wesley Sneijder (70.) mit seinem fünften Turniertreffer und Arjen Robben (73.) mit dem insgesamt 2.200. Tor der WM-Geschichte brachten die Niederländer binnen drei Minuten auf Finalkurs. "Es ist natürlich schön, aber wichtig war, dass es ein wichtiges Tor für die Mannschaft war", so Robben zu FIFA.com über seinen Jubiläumstreffer.
Robben bevorzugt Deutschland
Der Anschlusstreffer durch Maximiliano Pereira (90.+2) kam zu spät für die Südamerikaner, denen nach einem bravourösen Turnier nur der Trostpreis um Platz drei bleibt. "Wir haben alles versucht, aber wir konnten am Ende nicht als Sieger vom Platz gehen. Doch ich bin absolut zufrieden mit dem, was meine Mannschaft gezeigt hat", bilanzierte Trainer Óscar Tabárez. "Wir sind traurig, aber wir konnten all jenen zeigen, die nicht mit uns gerechnet haben, dass wir nicht so weit entfernt sind von der Spitze."
An diese wollen sich nun die Niederländer setzen, ganz gleich ob der Gegner im Finale Deutschland oder Spanien heißt. "Ich hoffe, dass ich gegen meine Kollegen spiele, die Jungs vom FC Bayern haben sich das verdient", machte Robben im Gespräch mit FIFA.com keinen Hehl daraus, wen er im Endspiel bevorzugt. Und Van Marwijk meinte: "Ich finde, dass Spanien den besten Fussball spielt, aber die Deutschen haben bei diesem Turnier den besten Fussball gezeigt. Das wird ein schönes Spiel, wir werden sehen."









