
Als die Partie im Nelson-Mandela-Bay-Stadion von Port Elizabeth zu Ende war, harrten die uruguayischen Spieler trotz strömenden Regens auf dem Rasen aus, um sich von ihren mitgereisten Fans ausgiebig feiern zu lassen. Kurz zuvor hatte sich Uruguay dank eines schwer erkämpften 2:1-Sieges über die Republik Korea erstmals seit 1970 wieder für das Viertelfinale einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ qualifiziert. Alle Blicke waren in diesem Augenblick auf Luis Suárez gerichtet, der für Uruguay beide Tore erzielte.
Wenn man alle Spiele der Südamerika-Qualifikation für Südafrika 2010 sowie die bisherigen Partien bei diesem Turnier zusammen betrachtet, stellt man fest, dass Uruguay von den sieben Begegnungen, bei denen Suárez traf, keine einzige verloren hat. Denn die Bilanz dieser Partien weist für die Südamerikaner fünf Siege und zwei Unentschieden aus. Mehr noch: In jedem dieser Spieler erzielte Suárez auch den Führungstreffer für die Celeste.
Treffsicher in der Qualifikation
Die Zahlen sprechen also eindeutig für ihn. Bereits am ersten Spieltag der WM-Qualifikation schoss Suárez in Montevideo das 1:0 und bescherte seiner Mannschaft damit den ersten Sieg, denn Uruguay gewann die Partie am Ende auch mit 1:0. Am dritten Spieltag sorgte er im Heimspiel gegen Chile erneut für den Führungstreffer, wobei das Spiel mit einem 2:2-Remis endete. Und am 14. Spieltag der Südamerika-Qualifikation traf er in Venezuela zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (Endstand 2:2).
Seinen vierten Treffer steuerte Suárez dann am 16. Spieltag im heimischen Estadio Centenario gegen Kolumbien bei und brachte sein Team damit auf die Siegerstraße, das die Partie am Ende mit 3:1 für sich entscheiden konnte. Und auch am 17. Spieltag schoss Suárez seine Mannschaft in Quito gegen Ecuador ein weiteres Mal in Führung, bevor sie am Ende mit 2:1 triumphierte. Dieser letzte Treffer in der WM-Qualifikation war zweifellos einer der wichtigsten, zumal die gastgebenden Ecuadorianer zuvor noch den Ausgleich erzielt hatten.
Effizienz im Abschluss
In Südafrika bekamen Mexiko und nun auch die Republik Korea die Tore des uruguayischen Torjägers zu spüren. "Als Stürmer will man natürlich immer auch Tore schießen, und hier hat es sich nun mal so ergeben, dass ich meiner Mannschaft helfen kann. Das war für mich das Wichtigste. Was zählt ist, dass wir jetzt im Viertelfinale stehen", so die Nummer neun im Exklusivgespräch mit FIFA.com wenige Minuten nach dem Sieg über die Asiaten in Port Elizabeth.
Als er im Sakko und mit locker gebundener Krawatte zum Interview erschien, war Suárez die Erschöpfung noch deutlich anzusehen, obgleich die Freude über den Viertelfinaleinzug überwog. Schuld daran sind die Südkoreaner, die sich heute als der erwartet schwere Gegner erwiesen hatten. "Wir wussten, dass es ein schweres Spiel werden würde. Das frühe Führungstor war für uns beruhigend. In der zweiten Hälfte haben wir uns dann etwas zurückgezogen, um den Vorsprung zu verwalten. Von da an kamen die Südkoreaner wesentlich besser ins Spiel. Das ging so weit, dass sie die Partie zusehends dominierten. In der Folge mussten wir ganz schön um den Sieg bangen. Trotzdem haben wir es nach dem 1:1-Ausgleich verstanden, wieder an unser Niveau vom Beginn des Spiels anzuknüpfen. Das war auch notwendig, und zum Glück haben wir am Ende ja noch gewonnen."
WM-Titel als Ziel
Außer dem platzierten Schuss, der zum Führungstreffer führte, war vor allem sein zweites Tor, das er von der linken Seite mit einem satten Rechtsschuss erzielte, ein Klassetor, bei dem der südkoreanische Torhüter keine Abwehrchance hatte. "Das war eine schönes Tor, oder?", freute sich Luis Suárez mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. "Als ich abzog, hatte ich keine andere Wahl, als voll draufzuhalten… Ich wollte eigentlich gar nicht, dass er diese Richtung nimmt. Allerdings habe ich im vorigen Jahr für Ajax Amsterdam ein ganz ähnliches Tor geschossen. Nur, damit keiner sagen kann, dass mein heutiger Treffer nur Zufall war!", so Suárez im Scherz.
Da bereits eine riesige Journalistenschar in der Mixed Zone auf ihn wartete, blieb uns nur noch die Zeit für eine letzte Frage: Welches Ziel hat der Torjäger jetzt vor Augen? "Wir haben unsere beiden ersten Ziele erreicht, und natürlich sind wir damit zufrieden, gar keine Frage. Jetzt gilt es, von Spiel zu Spiel zu denken. Von den 32 Mannschaften, die in Südafrika mit dem Ziel angereist waren, möglichst bis ins Finale zu kommen, waren bis heute nur noch 16 im Rennen. Wir haben es jetzt schon unter die letzten Acht geschafft. Folglich muss unser nächstes Ziel der Gewinn des WM-Titels sein." Und dazu muss Suárez weiter fleißig Tore schießen.









