Klose: "Teamgeist war ausschlaggebend"
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Strahlende Gesichter im deutschen Lager! Nach dem 4:1-Achtelfinalsieg des dreimaligen Weltmeisters bei der FIFA WM 2010™ gegen die englischen Erzrivalen präsentierte sich das junge Ensemble von Bundestrainer Joachim Löw in den Katakomben des Free-State-Stadions von Mangaung/Bloemfontein auf Wolke sieben. FIFA.com sprach exklusiv mit Torjäger Miroslav Klose und Innenverteidiger Arne Friedrich über den Hauptgrund, warum man in diesem packenden Duell die Oberhand behalten konnte.

"Ich denke, es gab mehr als nur einen Faktor, der heute den Unterschied zu unsere Gunsten ausgemacht hat“, erklärte Friedrich, um hinzuzufügen: "Wir haben uns als Kollektiv präsentiert, über 90 Minuten hinweg eng zusammengespielt und waren vor allem fitter. In den entscheidenden Situationen konnten wir kräftemäßig noch zulegen." Der 76-malige Internationale zeigte sich ganz besonders stolz über den erfrischenden Auftritt des Teams, schließlich ist er mit 31 Jahren einer der Routiniers in einer Auswahl, die an diesem Sonntagnachmittag einmal mehr von der Kreativität der Jungstars wie Spielmacher Mesut Özil und Doppel-Torschütze Thomas Müller inspiriert wurde.

Ein taktisch überzeugendes Kollektiv
"Man muss ganz klar sagen, dass England vor dem Spiel aufgrund der großen Namen als die stärkere Mannschaft betrachtet werden musste. Aber ich finde, das haben wir ganz klar mit unserem überragenden Teamgeist kompensiert", ergänzte Friedrich und wurde dabei von Klose unterstützt. Der 32-Jährige zeigte sich gegen die Three Lions so lauffreudig und zweikampfstark wie zuletzt bei der FIFA WM 2006™ im eigenen Land und krönte seine Klasse-Darbietung mit dem Führungstreffer, seinem 50. Tor im 99. Spiel für Deutschland. Der zurückhaltende Star von Bayern München hätte allen Grund dazu gehabt, über seine eigene Leistungsexplosion zu sprechen, doch auch er sagte: "Der Hauptfaktor für unseren Sieg war der Teamgeist. Jeder hat sich für jeden aufgerieben, wir haben gemeinsam an einem Strang gezogen. Das war ausschlaggebend!"

Dass die Auswahl des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) phasenweise einen technisch äußerst anspruchsvollen Offensivstil dargeboten hat und durchaus auch durch spektakuläre Einzelaktionen glänzen konnte, war für die 40.510 Zuschauer im weiten Rund zwar offensichtlich, doch für Löw zählte etwas ganz anderes: "Ich habe schon einige gute Spiele meiner Mannschaft gesehen. Aber das war heute zweifellos von unserer jungen Mannschaft eine grandiose Leistung gegen erfahrene Engländer. Wir haben taktisch hervorragend gespielt. Wir wollten dem Gegner das Spiel nicht überlassen."

Das Zeug zum Champion?
Dennoch gebührte einem Akteur ein Sonderlob. Der 20-jährige Müller bewies einmal mehr, dass er ein ganz außergewöhnliches Sturmjuwel ist und avancierte angesichts von insgesamt drei Toren und drei Vorlagen zum nunmehr Führenden der Scorer-Rangliste des Turniers in Südafrika. "Er hat unglaubliche Qualitäten. Er verkrampft nie, trotz seiner jungen Jahre zeigt er keinen Hauch von Nervosität. Er hat die Fähigkeiten, auch im Strafraum die Chancen eiskalt auszunutzen. Mit welcher Kaltschnäuzigkeit er die Tore macht, ist schon phänomenal", so Löw über den "Budweiser Man of the Match".

Sie haben bereits eine Talfahrt überwunden, nun einen Giganten geschlagen, profitieren von Geniestreichen ihrer Jungstars und sind dennoch vor allem darauf bedacht, ihren Zusammenhalt und ihre ureigenen Kampftugenden als Kollektiv herauszustellen: Fussball-Deutschland im Jahre 2010 hat viele Qualitäten, von denen man sagt, sie sind das Rüstzeug für Champions. Doch auch nach dem Triumph gegen England sagte Löw: "Die nächsten Gegner werden ja noch schwieriger, ob Argentinien oder Mexiko. Deshalb kann von einer Favoritenrolle keine Rede sein!“