Omans 23-jähriger Torhüter Ali Al Habsi befindet sich zwar erst noch am Anfang seiner Karriere, gilt aber dennoch als unbestrittene Nummer 1 seiner Nationalelf und als ein ernsthafter Kandidat für den Titel des besten Torhüters Asiens.

Der 1,94 m große Keeper wurde letztes Jahr unerwartet vom norwegischen Verein SFK Lyn verpflichtet. Der ehemalige Starspieler von Al-Nasser hat seinen Wechsel jedoch nicht bereut.

FIFAworldcup.com hat sich mit Al Habsi getroffen, um über seine Zukunft zu sprechen, und fand einen jungen Torhüter voller Selbstvertrauen: "Ich glaube, dass ich wahrscheinlich einmal der beste Torhüter Asiens sein werde", erklärte er ganz offen.

Frühe Anerkennung

Schon mit 17 Jahren stand Ali Al Habsi zwischen den Pfosten von Omans Verein Al Mudhaibi. Hier wurde er zum ersten Mal richtig trainiert, und hier entdeckte man sein Talent. In seinem ersten Jahr bei Al Mudhaibi wurde Al Habsi bereits in die U-19-Auswahl des Omans berufen.

2001 wurde sein Talent von John Burridge, ehemaliger Torhüter von Manchester City und Wolverhampton erkannt, der ihn ermutigte, an einem Probetraining beim englischen Premier-League-Verein Bolton Wanderers teilzunehmen. Die Hürden für den Erhalt einer Arbeitsgenehmigung erwiesen sich dann jedoch als zu hoch, so dass Al Habsi zunächst seinen Traum von einem Engagement in einer großen europäischen Liga auf Eis legen musste.

Nach vielem Hin und Her wurde er schließlich im Januar des vergangenen Jahres von einem Verein in Oslo verpflichtet. In der vergangenen Saison belegte der SFK Lyn in der norwegischen Liga den 10. Platz unter 14 Teams, wobei Al Habsi in 18 Spielen zwischen den Pfosten stand. Er bestritt für seinen Verein auch zwei UEFA-Pokal-Spiele gegen den griechischenen Club PAOK. Für Al Habsi hat sich der Wechsel als sehr positiv erwiesen.

"Ich habe beschlossen, noch eine Weile in Norwegen zu bleiben, um so viel wie möglich zu lernen und meine Fertigkeiten weiter zu verbessern", erklärte Al Habsi, der nun der erste Starspieler aus dem Oman ist, der in Europa lebt. "Vielleicht kann ich nach Erreichen eines soliden Fundaments nach England oder in eine andere große Liga wechseln. Ich möchte als Profi in einer besseren Liga als Norwegen spielen, und ich hoffe auf ein Engagement in der englischen, spanischen oder italienischen Liga. Das erfordert noch große Anstrengungen, und ich befinde mich erst am Anfang des Weges. Aber ich habe noch eine lange Zukunft vor mir."

Erfahrung in der Qualifikation zum FIFA-Weltpokal™

In seinem Heimatland konnten Al Habsis Erfahrung und seine Fähigkeiten nicht übersehen werden. Nachdem er bereits in der Olympia- und WM-Qualifikation jeweils in der Anfangsformation stand, war es seinen herausragenden Leistungen bei der letztjährigen Qualifikation zum Asien-Pokal zu verdanken, dass der Oman am Ende vor der Republik Korea lag und sich zum ersten Mal als Gruppensieger für die Endrunde qualifizierte.

Bei der Qualifikation zum Asien-Pokal traf der Oman zweimal auf die Republik Korea. Man verlor zwar das erste Spiel, besiegte die Koreaner jedoch im Rückspiel zu Hause mit 3:1. "Wir haben unglaublich gut gespielt", erklärte Al Habsi nach der zweiten Partie. "Ich bin glücklich, weil wir nicht nur das viertplatzierte Team der Weltmeisterschaft 2002 besiegt haben, sondern auch, weil uns dieser Sieg viel Selbstvertrauen für die Zukunft geben wird."

Oman war in der Tat voller Selbstvertrauen und Ehrgeiz als man im ersten Qualifikationsspiel zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ auf das Team Japans traf. Nach 30 Minuten parierte Al Habsi einen Elfmeter des japanischen Strafstoßspezialisten Shunsuke Nakamura. Seine hervorragende Leistung hielt die Japaner in Schach, bis ein Patzer seines Verteidigers Kahlifer Ayil in letzter Minute den Siegtreffer der Japaner durch Einwechselspieler Tatsuhiko Kubo ermöglichte.

Japan abfangen

Im nächsten Spiel seiner Gruppe 3 schlug der Oman zu und erhöhte mit einem 5:1-Sieg in Indien den den Druck auf die Japaner. Al Habsi gibt zu, dass Japan klarer Gruppenfavorit ist, hält jedoch dagegen, dass man noch eine Chance hat, diesen abzufangen, wenn es gelingt, sich gegen die anderen beiden Gegner (Indien und Singapur) durchzusetzen. Schließlich ist das Rückspiel gegen den Gruppenfavoriten für den Oman ein Heimspiel.

"Sicher sind die Japaner Gruppenfavorit", erklärte er. "Sie haben verschiedene Spieler, die in Europa ihr Geld verdienen und in der Lage sind, für Japan den Gruppensieg zu sichern. Dennoch werde ich mein Bestes geben, und im Fussball ist nichts vorhersagbar. Das wichtigste für uns ist, zunächst einmal Indien und Singapur mit überzeugenden Siegen zu schlagen."