Die Debatte spaltet seit Jahrzehnten die Fussballwelt und die Fangenerationen: Wer ist der größte Fussballer aller Zeiten?

Natürlich hat jeder seinen eigenen Favoriten, und wenn auch so mancher leidenschaftlich darauf pocht, dass es nur eine Wahl geben kann, ist es doch letzten Endes Ansichtssache. Für einige war Alfredo Di Stefano der Größte aller Zeiten. Andere behaupten ebenso steif und fest, dass Johan Cruyff, Franz Beckenbauer oder auch Zinédine Zidane konkurrenzlos sind.

Am leidenschaftlichsten jedoch wird die Diskussion um zwei Spieler geführt: Pelé und Diego Maradona. Nicht viele können sich eindeutig entscheiden, welcher von den beiden der bemerkenswertere Fussballer war, doch die meisten sind sich einig, dass sie die herausragenden Kandidaten für die Frage nach dem besten Spieler aller Zeiten sind – vor allem wegen ihrer turnierprägenden Auftritte bei den FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ in Mexiko 1970 bzw. 1986.

Zur Maradona-Pelé-Debatte scheint inzwischen jeder eine Meinung zu haben, und auch die Stars dieser WM, die sich an unserer adidas +10-Team-Serie beteiligt haben – darunter David Beckham, Michael Ballack und Zinédine Zidane – bilden da keine Ausnahme.

Freude für Diego

Unsere "Umfrage" genügt vielleicht nicht wissenschaftlichen Ansprüchen, doch von den befragten Spitzenspielern entschied sich die Mehrheit für Maradona: acht von ihnen räumten dem Argentinier einen Platz in ihrer Traumelf ein. Passenderweise war es Zidane, der die erste Lobeshymne ausbrachte. "Er ist einzigartig – er wäre der Anführer meiner Mannschaft", sagte der französische Kapitän. "Ich habe sonst nie so viel Talent auf dem Fussballplatz gesehen; er war einfach unglaublich."

Shunsuke Nakamura teilte diese Bewunderung, als er sagte, "Ich fände es wunderbar, ihm den Ball zuzuspielen und dann bloß zu sehen, was er damit anstellt." David Trezeguet nannte Maradona "mein Idol" und "die Crème de la Crème". Argentiniens aktuelle Nummer 10 ließ natürlich keinen Zweifel daran, wem bei dieser unendlichen Debatte um den besten Einzelkönner des Fussballs seine Sympathien gelten: "Es gibt nur einen Spieler, der in jeder Mannschaft stehen sollte, und das ist Diego", sagte Juan Riquelme. "Was er in Mexiko geleistet hat, hat niemand zuvor geschafft, und niemand wird je wieder auch nur in die Nähe kommen."

Pelés zahlreiche Anhänger werden – nicht zu Unrecht – darauf hinweisen, dass es sich hier auch um eine Altersfrage handelt, denn die erwähnten Spieler waren natürlich zu jung, um den fantastischen Brasilianer auf der Höhe seines erstaunlichen Könnens zu erleben. Tatsächlich hat von all unseren +10-Teilnehmern außer dem FIFA-Präsidenten nur Franz Beckenbauer beide Männer leibhaftig spielen sehen, und auch wenn er in seiner Auswahl Pelé und Maradona zusammen im Angriff aufbot, nannte er doch den Älteren "den besten Spieler, den der Fussball je gesehen hat".

"Mein absoluter Held" lautete die geradlinige Beschreibung von Henrik Larsson, und Patrick Vieira bemerkte sehnsüchtig: "Ich würde ihn zu gern heute spielen sehen und die Gelegenheit bekommen, mich an einem so außergewöhnlichen Fussballer zu erfreuen."

Gleiche Ehre für Ronaldo und van Basten

Während also Maradona und Pelé um den Platz des besten Angreifers im +10-Feld rangen, entwickelte sich hinter den beiden eine ebenso spannendes Rennen um den dritten Platz. Die beiden fraglichen Stürmer waren Marco van Basten und Ronaldo , und am Ende lagen die beiden bewunderten Torjäger gleichauf in der Gunst der Kollegen: beide wurden fünf Mal aufgestellt.

Van Bastens technische und physische Stärke scheint dabei den größten Eindruck hinterlassen zu haben. Ballack meinte, "als Stürmer war er absolut perfekt – er konnte einfach alles." Arjen Robben erklärte seinen Trainer sogar neben Cruyff zum womöglich "besten Stürmer der Fussballgeschichte", und den unglaublichen Volleyschuss, mit dem der frühere Mittelstürmer von AC Mailand im Finale der Europameisterschaft 1988 die Führung für die Niederlande erzielte, nannte Steven Gerrard "das beste Tor, das ich je gesehen habe."

Ronaldo bekam ähnliche Lorbeerkränze gewunden. Kaká lobte seinen Nationalmannschaftskollegen als "großartigen Spieler und wunderbaren Menschen", Lukas Podolski nannte den Gewinner des Goldenen Schuhs von adidas 2002 "eins meiner absoluten Idole".

Xavi behauptete, "wenn er allein, Eins gegen Eins, vorm Tor steht, ist er der Allerbeste." Doch es wurde auch deutlich, dass seine Kollegen den als Fenómeno bekannten Stürmer nicht nur wegen seiner Torrekorde bewundern, sondern auch wegen seiner Zähigkeit und Entschlossenheit. Zidane etwa begründete die Wahl seines Mannschaftsgefährten aus Madrid so: "Er hat sich nach so vielen Verletzungen zurückkämpfen müssen und war dennoch der beste Spieler der Welt ... für diese Kraft, niemals die Hoffnung aufzugeben, wieder Fussball spielen zu können, respektiere und bewundere ich ihn."

Während solche Ausnahmekönner wie Roberto Baggio, Andriy Shevchenko und Romario mit je einer Nominierung in ein +10-Team zufrieden sein mussten, wird der einzige weitere Stürmer, der mehr als einmal benannt wurde, am Sonntag im Finale für Frankreich auflaufen. Die Schnelligkeit, Kraft und Eleganz, die Thierry Henry ausmachen, wurden unter anderem auch von dem Mitspieler anerkannt, dem er im Moment den Platz in der Startelf der Franzosen nimmt – David Trezeguet. Das Schweizer Mittelfeldtalent Tranquillo Barnetta stellte den Stürmer von Arsenal in seinem Angriff neben Ronaldo und bemerkte dazu, " beide sind sehr starke Spieler, die immer und immer wieder treffen". Gerrard nannte seinen Ligakonkurrenten "den besten Spieler in der Englischen Premier League."