Afrika ruft. Der 7. Juli 2006 in Berlin, zwei Tage vor dem Endspiel der FIFA WM 2006, gehörte Afrika. In der Veranstaltungshalle Tempodrom präsentierte das Organisationskomitee Südafrika mit einer lebendigen und beeindruckenden zweistündigen Inszenierung das Offizielle Emblem der FIFA WM 2010.

Der aus New York angereiste UNO-Generalsekretär Kofi Annan beendete seine Rede mit einem Dank an das Gastgeberland der noch laufenden Fußball-Weltmeisterschaft. „Meine Glückwünsche gelten den Menschen in Deutschland. Ihre Mannschaft wird am Sonntag im Endspiel nicht vertreten sein, und doch haben sie schon gewonnen. Sie haben gewonnen, weil sie die beste Weltmeisterschaft aller Zeiten organisiert haben, und weil eine ganze Nation hinter diesem wunderbaren Ereignis zusammenkommen konnte."

Südafrikas Präsident Thabo Mbeki (Foto: Mbeki, Kofi Annan und Joseph Blatter) gehörte ebenso zu den Ehrengästen des Programms „Africa calling!" wie auch OK-Präsident Franz Beckenbauer, DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und FIFA Präsident Joseph S. Blatter, dem am späten Nachmittag im Bundeskanzleramt von Angela Merkel das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde.

Sie alle waren Gäste und Zeugen einer gelungen Mixtur aus Musik, Tanz, Gesang, Theater und den Festreden der Ehrengäste. Ausgelassen, lebensfroh, aber auch voller Stolz und würdevoll, nicht nüchtern und sachlich, sondern magisch und märchenhaft – die Präsentation des Offiziellen Emblems, die von FIFA Kommunikationsdirektor Markus Siegler und Tumi Makgabo, der Sprecherin des südafrikanischen OK, moderiert wurde, zeichnete die Konturen des Bildes, wie Südafrika sich als Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft „Zwanzigzehn" präsentieren wird.

Joseph Blatter betonte in seiner Ansprache die soziale Aufgabe der Weltmeisterschaft und sprach von einem „Tag der Freude und Hoffnung". 14 Jahre zuvor, am 7. Juli 1992, war das Land wieder in die internationale Fußballgemeinschaft zurück gekehrt. Am 15. Mai 2004 schließlich hatte die FIFA die WM 2010 an Südafrika vergeben. „Wenn wir den Fußball als Werkzeug nutzen, können wir einige Probleme Afrikas lösen", versprach Blatter, der zu diesem Zweck auch die Initiative „Win in Africa with Africa" gegründet hat. Kritische Medienberichte über den Stand der Vorbereitungen etwa beim Stadionbau entgegnete Blatter in seiner Ansprache: „Wir vertrauen Südafrika, und unser Vertrauen wird auch weiterhin Bestand haben."

Thabo Mbeki verglich in seiner bewegenden Ansprache den WM-Sieg Deutschlands 1954 mit der Bedeutung der WM 2010 für Südafrika. „Helmut Rahns Tor zum 3:2 über Ungarn hat Deutschland damals den WM-Titel gebracht. Für Deutschland bedeutete der Titel die Rückkehr in die internationale Staatengemeinschaft. „Wir sind wieder wer", wurde zum gemeinsam empfundenen nationalen Gefühl. Eine ähnliche Wirkung verspreche ich mir von unserer Weltmeisterschaft in Südafrika."

Auch sportlich wagte Südafrikas Präsident eine Langzeitvorhersage: „Präsident Blatter, 2010 wird der Pokal in Afrika bleiben." Mbeki beendete seine Rede mit den Sätzen: „Africa is ready. The time has come. Africa is calling". Und dann in akzentfreiem Deutsch: „Kommen Sie 2010 nach Südafrika!"

Aber bevor es soweit ist, wird an diesem Sonntag, 9. Juli, noch das Finale der FIFA WM 2006 im Berliner Olympiastadion ausgetragen, dem eine kurze, emotionsgeladene Schlussfeier vorangehen wird.

Unter der Leitung des Emmy-gekrönten US-Choreographen Doug Jack werden 400 freiwillige Darsteller an der Seite der kolumbianischen Sängerin Shakira zwischen 19.35 Uhr und 19.46 Uhr eine energiegeladene Performance bieten.

Die Show, die auf einer vertikalen, acht Tonnen schweren, mit 350 Meter langen weißen Stoffballen verkleideten Bühne auf der Marathon-Treppe des Berliner Olympiastadions präsentiert wird, „bietet keine ernste Zeremonie, sondern eine freie Vorstellung, in der die WM-Energie, die wir in den letzten Tagen überall in Deutschland gespürt haben, weiter gegeben werden soll", so Jack.

„Mit dieser Show möchten wir Deutschland als freundliches und weltoffenes Land präsentieren – so, wie sich die Deutschen auch während der WM gezeigt haben", erläuterte Dieter Brell, dessen Agentur 3deluxe die Schlussfeier inszeniert.

Das international besetzte Quartett Il Divo sowie Superstar Toni Braxton werden mit dem offiziellen WM-Song „Time of our Lives" den Showteil eröffnen. In der Halbzeitpause tritt der Tenor Placido Domingo auf.