Patrizio Buanne, Sänger

Stil, Eleganz, perfekte Manieren – Dafür steht der italienische Sänger Patrizio Buanne. Inspiriert durch Künstler vergangener Tage blickt Patrizio auf eine Zeit zurück, in der es für Sänger noch die Norm war, mit einem feinen Anzug, frisch gekämmten Haaren und sauber polierten Schuhen auf die Bühne zu treten und LIVE mit Orchester oder Big Band zu performen.

Ein hoffnungsloser Romantiker, der sich selbst als "Botschafter der italienischen Romantik" bezeichnet und den Glamour und das "Dolce Vita" der 50er- und 60-Jahre in unsere Zeit zurückbringen will. Sein Debutalbum "THE ITALIAN" wurde zu erst in England veröffentlicht und erreichte die TOP 10 der dortigen Charts. Nach nur elf Tagen hatte das Album GOLD-Status (100.000 verkaufte Tonträger). Die Engländerinnen lieben ihren "neuen Ritter". Da gibt es plötzlich einen jungen Mann, der Frauen die Hand küsst.

Mit FIFAworldcup.com sprach der charmante Sänger über das italienische Team und die Leidenschaft im Fussball.

Würden Sie sich als Fussballfan bezeichnen und wie gefällt es Ihnen in Deutschland zu sein?
Ich freue mich sehr, dass ich in Deutschland bin. Berlin ist eine interessante und kosmopolitische Stadt. Das Brandenburger Tor ist das Herz Europas und war der Korridor zwischen Ost und Wet. Die ganze Welt war Zeuge, als hier die Mauer fiel.
Ich bin ein absoluter Fussballfan und natürlich für Italien, aber irgendwie auch ein bisschen für Deutschland, weil sie ein gutes Team haben und gut gespielt haben. Aber was solls, der Ball ist rund. (lacht).

Hätten Sie damit gerechnet, dass die Italienische Mannschaft ins Finale kommt?
Als Italianer habe ich natürlich gedacht „Mamma Mia, hoffentlich kommen sie ins Finale". Aber ich habe das Team als Gruppe nicht stark empfunden, sie sind alle eher Individualisten. Luca Toni, Totti, Del Piero, Buffon, das sind alles individuelle Stars. Ich hatte immer das Gefühl, die kommen auf den Platz und wollen eine Show abziehen, als wären sie Models oder Musiker – sozusagen branding für sich selbst.
Ich glaube schon, dass sie mit der richtigen Einstellung oder Willen auf den Platz gehen, aber wenn ich mir Ghana oder Brasilien angucke, da wird noch mit Leidenschaft gespielt. Ich finde es schade, dass es bei mitteleuropäischen Mannschaften mehr ums Finanzielle als um Leidenschaft geht.

Wer hat sie bei dieser Weltmeisterschaft bis jetzt am meisten beeindruckt?
Mir gefällt wie Deutschland gespielt hat. Jürgen Klinsmann hat die Jungs wirklich auf Zack gebracht. Ich habe schon zu meiner Mutter gesagt: „Mama schau, bei uns ist viel Eitelkeit und die spielen zusammen Fussball weil sie Weltmeister werden wollen." Der Jürgen Klinsmann fiebert bei jedem Spiel richtig mit, da steckt eine Leidenschaft dahinter. Dieser Teamgeist, dieses positive Denken, dass hat mich beeindruckt. Ich glaube Jürgen Klinsmann ist ein spiritueller Mensch. Deutschland, Ghana und Portugal, das sind so meine Lieblinge der Weltmeisterschaft.

Wie hat sich Deutschland ihrer Meinung nach als Gastgeber präsentiert?
Ich bin jetzt erst den zweiten Tag in Deutschland. Während des größten Teils der Weltmeisterschaft war ich in Amerika und Kanada. Aber das was ich gesehen habe, war total ... wie sagt man auf Deutsch „breath taking"? (Atemberaubend) Jedes Land versucht die Fussball Weltmeisterschaft pompös aufzubauen. Aber Deutschland ist eine Fussball-Nation. Die WM in Amerika ist zum Beispiel an mir vorbeigegangen. Das war gut gemacht, aber zu oberflächlich.
Der Slogan „Die Welt zu Gast bei Freunden", trifft in Deutschland hundertprozentig zu. Ich hätte mir gewünscht, dass ich mittendrin dabei gewesen wäre. Und natürlich habe ich mich gefreut, dass bei jedem Spiel dreimal mein Song gespielt wurde („Stand up for the Champions"). Viele fragen warum ich diesen Song gemacht habe, da ich doch eher die romantischen Songs singe. Aber ich finde, Fussball ist für einen Mann eine Romanze. Fussball hat mit Liebe zu tun. Ich bin selber kein fanatischer Fussballfan aber ein leidenschaftlicher.

Aktuelle Projekte
Ich arbeite an meinem zweiten Album. Meine erste Platte heisst „The Italian". Auf der sind italienische Lieder zu hören, mit denen ich aufgewachsen bin. Lieder aus den 50er und 60er Jahren. Es ist Musik die nicht so klassisch ist wie Andrea Bocelli und nicht so poppig wie Eros Ramazotti ist. Ich bin der Klischee-Italiener, es gibt momentan nichts italienischeres als mich.