Das erste Finale in Deutschland 2006 ist bereits Geschichte. In der überfüllten Arena am Mariannenplatz standen sich die Straßenfussball-Teams aus Kenia und Südafrika im Endspiel des Street Football World Festival 06 gegenüber.

Es war natürlich vor allem ein Fussballspiel, doch ging die Bedeutung dieser Partie weit über den Fussball hinaus. Das gesamte Turnier hatte jungen Straßenfussballern aus 22 Ländern die Möglichkeit geboten, einmal die zahlreichen Probleme sozialer Natur zu vergessen, mit denen sie zu Hause täglich konfrontiert sind, und stattdessen den Zauber eines internationalen Wettbewerbs auf höchstem Niveau zu genießen.

Vor allem auch deshalb stand der Berliner Stadtbezirk Kreuzberg am 8. Juli förmlich Kopf, um diesem Turnier eine würdige Abschiedsvorstellung zu bereiten und gemeinsam mit den Fans aus aller Welt das spannende Endspiel zwischen zwei Teams zu verfolgen, die völlig zu Recht das Finale erreicht hatten.

Hip-Hop-Musik und lautstarke Fans auf den überfüllten Rängen bildeten den äußeren Rahmen des Großereignisses. Außerdem wurden die besten Spielszenen auf einer Großbildleinwand gezeigt. Doch das war noch nicht alles. Zwei Reporter kommentierten die Partie abwechselnd in südafrikanischem Englisch und argentinischem Spanisch, wobei sie sich in punkto Sprechgeschwindigkeit gegenseitig zu übertreffen suchten. All das sorgte für eine Stimmung, die dieses Finale zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließ.

In der ersten Halbzeit beschränkten sich die Aktionen beider Mannschaften noch überwiegend auf die Spielfeldmitte. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Ballkontakte und es ging munter hin und her, wobei der Ball nur selten aus dem Spiel war. Beide Teams suchten zwar den Torerfolg, der sich jedoch einfach nicht einstellen wollte. Von daher kam der Pausenpfiff für beide Mannschaften ebenso etwas zu früh wie für die Zuschauer, denen das Geschehen auf dem Mini-Spielfeld dennoch sichtliches Vergnügen bereitete.

Nach der Halbzeitpause, in der sich die Fans auf den Rängen im Rhythmus der mitreißenden Musik bewegt und getanzt hatten, gingen beide Teams noch entschlossener zu Werke. In dem Bestreben, möglichst die Entscheidung herbeizuführen, suchten beide sofort die Offensive, was sich auch bald auszahlen sollte. Nach einem schnellen Spielzug ging Südafrika endlich in Führung. Viel Zeit zum Jubeln blieb den in blauen Trikots spielenden Südafrikanern indes nicht, denn nur Sekunden später erzielten die "Grünen" aus Kenia nach einem wütenden Konter bereits den Ausgleichstreffer.

Das gleiche Szenario wiederholte sich dann noch mal in der Schlussphase. Dem erneuten Führungstreffer Südafrikas folgte im Gegenzug wiederum prompt im Gegenzug der Ausgleich für Kenia. Jetzt lief beiden langsam die Zeit davon. Da jedoch kein weiteres Tor mehr fiel, musste die Entscheidung im Strafstoßschießen herbeigeführt werden, das ja immer eine äußerst dramatische Angelegenheit ist. Und diesmal sollte es besonders schwierig werden, denn die Kenianer zogen nach einem Fehlschuss der Südafrikaner auf 2:0 davon, bevor diese dann auf 1:2 verkürzen konnten. Den letzten Strafstoß Südafrikas konnte der kenianische Torhüter mit einer Glanzparade halten, so dass Kenia sich den ersten Weltmeister-Titel im Straßenfussball holte.

Die nachfolgende Siegerehrung wurde zu einem perfekten Abschluss eines unvergesslichen Turniers. Sämtliche Spieler der 22 teilnehmenden Teams waren auf dem Spielfeld versammelt und umarmten sich gegenseitig, nachdem sie kurz zuvor noch gegeneinander gespielt hatten. Denn von nun an sind sie Freunde fürs Leben. So nahm das Football World Festival 06 ein schönes und würdiges Ende, ganz so wie sein "großer Bruder", die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™. Und analog zu diesem Turnier beginnt ebenfalls schon jetzt die Vorbereitung auf die nächste Veranstaltung, die in vier Jahren in Südafrika stattfinden wird.