Prognosen, Gefühle, Emotionen, Analysen. All das hatte bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ seinen Platz. Über mehrere Wochen lang sprach FIFAworldcup.com mit bekannten Fussball-Größen über das weltweit bedeutendste Fussballturnier: angefangen bei der ruhmreichen Vergangenheit, wie im Fall von Michel Platini oder Pelé, bis hin zu den Akteuren des gerade zu Ende gegangenen Fussballfestes in Deutschland. Nachdem das Turnier nun vorbei ist, werfen wir für Sie einen Blick zurück auf das Beste, was wir an Interviews und Meinungsäußerungen bis zu jenem Tag gehört haben, als Italien in Berlin zum vierten Mal den Weltmeistertitel holte.

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Bis zum Finaltag hatten auf dieser Website über 50 Persönlichkeiten und Topstars des Fussballs ihre Meinung dargelegt, so beispielsweise Jairzinho, Andoni Zubizarreta, Gary Lineker, Michel Platini, Jorge Valdano, Ronaldinho, Juan Riquelme, Didier Drogba, Lukas Podolski, Mohamed Al Deayea, Ali Daei, Ronaldo, Andriy Shevchenko, Raymond Doménech, Rafael Márquez und Horacio Elizondo. Insgesamt also eine geballte Ladung an Fachwissen aus jahrelanger Erfahrung. Anlässlich der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ trafen all diese Größen des Fussballs zusammen.

Michel Platini (FRA), 9. Juli 2006
"Meiner Meinung nach hat Frankreich derzeit nicht die beste Mannschaft der Welt, doch sie ist auf jeden Fall schwer zu schlagen, vor allem bei einem Turnier. Für Italien trifft genau das Gleiche zu. Es ist beileibe kein Zufall, dass sich diese beiden Teams jetzt im Finale begegnen."

Gary Lineker (ENG), 7. Juli 2006
"Miroslav Klose hat torgefährlich gewirkt, wie schon bei der letzten WM-Endrunde. Ich glaube, er ist ein klassischer Torjäger. Sein Stellungsspiel im Strafraum ist sehr gut, und wenn er eine Chance hat, nutzt er sie meist eiskalt. Er hat eine beeindruckende Bilanz auf internationaler Ebene und hat das hier auch bestätigt. Wichtig für ihn war, dass er seine Form auch im Turnier gehalten hat, was vielen anderen nicht gelungen ist."

Lukas Podolski (GER), 7. Juli 2006
"Das ist eine Supersache, beim größten Turnier der Welt die Gillette-Auszeichnung für den Besten Jungen Spieler zu erhalten. Ich kann nur allen danken, die für mich abgestimmt haben und natürlich der Mannschaft, denn das ist ein Erfolg der Mannschaft. Aber ich hätte natürlich lieber einen anderen Pokal mitgenommen."

Jorge Valdano (ARG), 3. Juli 2006
"Ich meine, dass wir Lionel Messi viel zu wenig gesehen haben. Allerdings war es ausreichend, um beurteilen zu können, dass es sich bei ihm um einen Fussballer handelt, dessen Talent sich von anderen bei diesem Turnier deutlich abhebt. Außerdem zählt er zu jener Spezies von Spielern, die couragiert zu Werke gehen und auch mal etwas wagen. Und das in einer Fussballwelt, in der sich kaum noch jemand etwas traut."

Andriy Shevchenko (UKR), 26. Juni 2006
"Wir hatten mächtig zu kämpfen, um die Endrunde zu erreichen. Aber jetzt sind wir hier und genießen es. Dass uns die Welt zusieht, wird im gesamten ukrainischen Fussball Wellen schlagen. Neben der Nationalmannschaft werden davon auch der Jugend- und Vereinsfussball und die heimische Liga profitieren und den Lohn ernten. Wir wissen, dass die ganze Ukraine hinter uns steht. An einer so rieseigen Sportveranstaltung teilzunehmen und Erfolg zu haben, hat geholfen, die Menschen enger zusammenzuschweißen."

Ronaldinho (BRA), 25. Juni 2006
"Ich weiß, dass ich noch nicht optimal spiele, aber das wird sich noch ändern. Sie müssen Geduld haben. Die WM fängt gerade erst richtig an, und wir haben es hier nicht mit einem 100-Meter-Lauf, sondern mit einem Marathon zu tun. Bei Barcelona brauche ich nur einen Gegenspieler auszuschalten und schon habe ich die Chance, ein Tor zu schießen. Doch auf meiner Position in der brasilianischen Nationalelf kann ich zwei oder drei Spieler stehen lassen und habe unter Umständen immer noch nicht das Tor im Visier."

Juan Román Riquelme (ARG), 23. Juni 2006
"Natürlich! Ich fühle mich immer wohl, wenn ich spielen kann, und zwar sowohl in der Nationalmannschaft als auch im Verein. Ich bin immer sehr glücklich, wenn ich spielen kann. Das genügt mir."

Pelé (BRA), 22. Juni 2006
"Solange Brasilien Weltmeister wird, hätte ich nichts dagegen, wenn Theo Walcott der jüngste Torschütze der WM-Geschichte werden würde. Ich sage das, weil ich mein erstes WM-Tor 1958 im Alter von 17 Jahren geschossen habe, und anschließend wurde Brasilien auch Weltmeister. Ich fände es nicht so schön, wenn Walcott seine Tore schießt und England dann Weltmeister werden würde (lacht)."

Dwight Yorke (TRI), 18. Juni 2006
"Ich bin auch nicht mehr so schnell wie früher. Ich fand einfach, dass ich auf dieser Position besser aufgehoben bin als in einer Lauerstellung vorne im Sturm, obwohl ich weiß, dass ich auch da noch etwas bewirken kann. Ich versorge die anderen gerne mit Bällen und spiele Chancen für sie heraus. Insofern passt diese Position also recht gut zu mir."

Pedro Pauleta (POR), 16. Juni 2006
"Als Titelfavoriten sehe ich die üblichen Verdächtigen: Brasilien, Italien, Argentinien und Deutschland. Was Portugal angeht, wollen wir erst einmal das Achtelfinale erreichen. Danach ist alles möglich."

Didier Drogba (CIV), 16. Juni 2006
"Mein Treffer gegen Argentinien hat mir zunächst wenig bedeutet. Das war in meinen Augen ein 'nutzloses' Tor, weil es nicht spielentscheidend war. Dennoch war es natürlich ein besonderer Moment in der Fussballgeschichte unseres Landes. Ich freue mich darüber. Es ist wichtig, bei einer WM seine Spuren zu hinterlassen."

Jairzinho (BRA), 13. Juni 2006
"Ganz im Ernst, ich mache mir durchaus meine Gedanken darüber, was die Mannschaft hier erreichen kann. Ich kenne (Mario) Zagallo und (Carlos) Parreira sehr gut. Ich glaube jedoch, dass wir uns schwer tun könnten, den sechsten Titel zu holen. Ich glaube, dass einige Stammspieler schon bessere Zeiten gesehen haben."

Mario Kempes (ARG), 12. Juni 2006
"Es heißt, Ronaldo sei zu schwer, aber ob schwer oder nicht, wenn man ihm den Ball gibt, holt er auf vier Metern einen Vorsprung heraus. Er ist sehr schnell im Strafraum und einer der durchschlagkräftigsten Torjäger überhaupt. Ich erwarte schon einiges von ihm, besonders da er nur noch ein paar Tore von Gerd Müllers Rekord entfernt ist. Ein anderer, der hier noch einschlagen muss, ist Ronaldinho: in der spanischen Liga hat er sich durchgesetzt, aber es muss sich erst noch zeigen, wie er sich bei einer Weltmeisterschaft macht."

Ronaldo (BRA), 11. Juni 2006
"Das mögliche Erreichen meiner persönlichen Bestmarke genießt für mich keine Priorität. Im Vordergrund steht die erfolgreiche Titelverteidigung. Natürlich würde ich mich darüber freuen, den Rekord von Gerd Müller zu brechen, darauf richte ich aber nicht mein Hauptaugenmerk."

Horacio Elizondo (ARG), 8. Juni 2006
"Genau wie die Spieler führen auch die Schiedsrichter vor einer Partie eine Art inneren Dialog. Man macht sich Gedanken zum Spiel, aber man hat dabei ganz andere Situationen vor Augen. Man hofft auf den reibungslosen Ablauf eines Spiels und macht sich Gedanken über einen möglichen Strafstoß oder das Zeigen einer Karte. Im Unterschied zu den Spielern hoffen wir nicht auf bestimmte Ereignisse, sondern darauf, dass das Spiel problemlos verläuft. Man muss sehr konzentriert sein, unvoreingenommen, mit freiem Kopf, und man braucht sehr viel Selbstvertrauen."