Die Nationalmannschaften von Spanien und Brasilien wurden von der Technischen Studien-Gruppe der FIFA (TSG) mit insgesamt 886 von 1.000 möglichen Punkten zu den Gewinner der Fairplay-Auszeichnung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 1006 gekürt.
Die Fairplay-Auszeichnung der FIFA wird an die Mannschaft verliehen, die sich durch das beste Fairplay (Sportlichkeit und vorbildliches Verhalten auf und abseits des Spielfelds) ausgezeichnet hat. Die Bewertung basiert auf einem Punktesystem und bestimmten Kriterien, die durch die Kommission für Ethik und Fairplay der FIFA festgelegt wurden.
Es werden zwar alle Spiele bewertet, aber sehr oft werden die Mannschaften, die sich für das Achtelfinale qualifizieren konnten, als die aussichtsreichsten Titelaspiranten angesehen. Der Titel an sich besteht aus einer FIFA Fairplay-Trophäe, Medaillen für die Spieler und den technischen Stab, ein Diplom und einen Sportartikel-Wertgutschein in Höhe von 50.000 Dollar (der für die Entwicklung der unteren Spielklassen des jeweiligen Landes bestimmt ist). Die Bewertung an sich erfolgt auf der Grundlage von sechs Kriterien, bei denen positive Gesichtspunkte gegenüber negativen Aspekten abgewogen werden. Die "Anzahl an verhängten Karten" (Gelbe und Rote Karten) stellt die einzige Kategorie dar, die im Rahmen der Gesamtbewertung zu einem Punkteabzug führt. Die weiteren berücksichtigten Bewertungskriterien sind: "Positives Spiel", wobei der Spielstil im Hinblick auf die Attraktivität, den Offensivcharakter und Torabschluss bewertet wird; "Respekt gegenüber dem Gegner", "Respekt gegenüber dem Schiedsrichter", "Verhalten des technischen Stabes" und "Verhalten der Fans".
Dritter Titel für Brasilien
Zum dritten Mal kann die brasilianische Nationalelf darauf stolz sein, den Titel der Mannschaft zu gewinnen, die sich durch das fairste Verhalten während des Turnierverlaufs ausgezeichnet hat. Natürlich hätte sich die brasilianische Fangemeinde gewünscht, dass die Seleção, wie bereits bei der WM 1994, neben der Fairplay-Auszeichnung auch den Weltmeistertitel gewonnen hätte. Aber auch wenn die Brasilianer dieses Mal nicht so überragend gespielt haben, wie es sich viele gewünscht haben, haben sie zumindest sauber gespielt. Der herausragendste Akteur in den Reihen der brasilianischen Elf war der Verteidiger Lucio, der, obwohl er ein Abwehrspieler ist, mehr als vier Partien bestritten hat, ohne ein einziges Foul zu begehen. Das erste Foul, das Lucio bei dieser WM-Endrunde begangen hat, war in der Viertelfinalpartie gegen Frankreich.
Feurige Spanier mit gezügeltem Temperament
Nach einem glänzenden Start mussten die Spanier zwar früher als erwartet die Heimreise antreten, aber zumindest konnten sie als Trost den Fairplay-Pokal der FIFA gewinnen. Es ist das erste Mal, dass Spanien diese Auszeichnung erhält. Dieses Mal haben die Spanier ihr Temperament also zügeln und die Energie in einen schönen Fussball und eine anerkennenswerte Sportlichkeit umwandeln können. So haben die Spanier während des gesamten Turniers insgesamt nur sechs Karten bekommen. Kurioserweise wurden drei dieser Karten an Ersatzspieler vergeben, die im letzten Gruppenspiel der Mannschaft zum Einsatz gekommen waren.
Vorherige Gewinner
Korea/Japan 2002: Belgien
Frankreich 1998: England und Frankreich
USA 1994: Brasilien
Italien 1990: England
Mexiko 1986: Brasilien
