Nach all der Pionierarbeit, die für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft durch Jules Rimet, Henri Delauney und Robert Guéri geleistet worden war, überraschte es nicht, dass 1938 Frankreich als Gastgeberland ausgewählt wurde. Genau wie 60 Jahre später machte Frankreich dabei dem Großereignis mit neuen oder zumindest modernisierten Stadien alle Ehre. Die Zahl der am Turnier teilnehmenden Mannschaften war in Anbetracht der bedrohlichen politischen Lage verständlicherweise jedoch nur wenig höher als vier Jahre zuvor.

Titelverteidiger und Gastgeber waren erstmals automatisch qualifiziert und brauchten daher nicht an der Vorausscheidung teilzunehmen. Dennoch fehlten unter den teilnehmenden Ländern einige der ganz großen Namen. Unter anderem nicht dabei war Argentinien, Gewinner der Copa America 1937 und eines der stärksten Teams der damaligen Zeit. In Argentinien zeigte man sich wenig erbaut darüber, nicht selbst Gastgeber des Turniers zu sein. Zudem gab es Meinungsverschiedenheiten mit dem brasilianischen Verband CBF, gegen dessen Mannschaft Argentinien in der Qualifikation hätte antreten müssen.

Die Gruppenauslosung fand in Paris statt. Vorgenommen wurde sie vom Enkel des französischen FIFA-Präsidenten Jules Rimet. Schweden bekam ein Freilos, und Deutschland (in dessen Elf inzwischen einige österreichische Stars spielten), Frankreich, Italien, die Tschechoslowakei, Ungarn, Kuba und der einzige südamerikanische Vertreter Brasilien wurden gesetzt.

Nach erfolgreicher Relegation gegen Lettland war eigentlich Österreich für die Endrunde qualifiziert. Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich im April 1938 zog das Land seine Teilnahme jedoch zurück. Der auf diese Weise frei gewordene Platz wurde England angeboten, das in der so genannten "Schlacht von Highbury" 1934 den amtierenden Weltmeister Italien geschlagen hatte. England nahm die Einladung der FIFA jedoch nicht an. Erst 1950 in Brasilien sollte das Mutterland des Fussballs erstmals an einer Weltmeisterschaft teilnehmen.