1966 in England meldeten zum ersten Mal über siebzig Länder für die Weltmeisterschaft - ein klarer Spiegel der Weltgeschichte und des Endes der Kolonialzeit. So erklärte sich die sprunghaft angestiegene Zahl der Bewerber aus der neu erworbenen Unabhängigkeit vieler Länder. Aus sportlicher Sicht war es indes eher eine Enttäuschung. Die Tatsache, dass es für zwei ganze Kontinente nur einen Starterplatz gab, führte zu einem Massenrückzug. Am Ende war nur noch ein Bewerber übrig - der aber sorgte für eine faustdicke Überraschung!
Über die Mannschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea war wenig bis gar nichts bekannt. Dem Vernehmen nach wurden dort ab 1962 drei Dutzend Spieler zusammengezogen, um systematisch eine Nationalmannschaft aufzubauen. Diese bestritt eine Reihe von Freundschaftsspielen, von denen aber im Westen nur wenig bekannt wurde. Zwei Siege mit 6:1 und 3:1 in der Relegation gegen Australien deuteten jedoch an, was die Nordkoreaner in England zu leisten im Stande sein könnten.
In Europa gab es einige herbe Enttäuschungen: Mit der Tschechoslowakei und Jugoslawien schieden zwei Halbfinalisten des Turniers 1962 bereits in der Qualifikation aus, stattdessen fuhren Portugal bzw. Frankreich zur Endrunde. Mit einem verjüngten Team hatte Ungarn wenig Mühe, sich gegen die DDR und Österreich durchzusetzen. Als Gastgeber war England automatisch qualifiziert - und wie schon 1962 der einzige Vertreter aus dem Vereinigten Königreich.
Aus Südamerika kamen mit Argentinien, Kolumbien, Chile und natürlich Titelverteidiger Brasilien gleich vier hoch gehandelte Mannschaften. Mexiko ging einmal mehr als Sieger aus der CONCACAF-Gruppe hervor. Ohne Niederlage kamen die Mittelamerikaner durch die Qualifikation und bescherten so ihrem langjährigen Torsteher Antonio Carbajal dessen fünfte Weltmeisterschaft.