Durch kontinentale Erfolge beflügelt
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Das zentralasiatische Land Kirgisistan rangiert in den hinteren Bereichen der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste und sorgt im Fussball nur selten für Schlagzeilen. Erst einige wenige Male stahl das Team auf der internationalen Bühne den Konkurrenten die Schau.

Selbst viele Anhänger des asiatischen Fussballs dürften überrascht sein, wenn sie erfahren, dass Kirgisistan beim AFC President's Cup – an dem Klubmannschaften aus den fussballerischen "Entwicklungsländern" teilnehmen – der zweiterfolgreichste Verband ist. Der FC Dordoi aus der Hauptstadt Bishkek scheint derzeit auf dem besten Wege, sich zum dritten Mal den Titel zu sichern.

2006 und 2007 hatte der Klub den Titel zwei Mal in Folge geholt. Im aktuellen Wettbewerb ist das Team seit drei Spieltagen ungeschlagen. Im letzten Spiel gab es einen 9:0-Kantersieg gegen Yeedzin aus Bhutan, mit dem man sich für die Endrunde im September in Malakka (Malaysia) qualifizierte.

"Wir hoffen, dass der FC Dordoi dieses Mal den dritten kontinentalen Titel holt", so Meder Stalbek, Sprecher des Fussballverbandes der Republik Kirgisistan (FFKR), gegenüber FIFA.com. "Der Klub repräsentiert unsere nationale Liga und die Leistungen des Teams können für uns einen enormen Schub bedeuten."

Andauerndes Engagement
Der FC Dordoi gehört als kirgisischer Rekordmeister mit bislang acht Meistertiteln zu den Favoriten. Seit der Einführung des Turniers im Jahr 2005 hat man bereits sechs Mal teilgenommen. Diese vielversprechende Entwicklung ist nach Stalbeks Worten den gemeinsamen Anstrengungen und dem Engagement der gesamten Fussballfamilie des Landes zu verdanken.

"Wir hatten in der Anfangszeit zahlreiche Schwierigkeiten zu überwinden", so der Sprecher weiter. "Unser Land wurde 1991 unabhängig. Drei Jahre später wurde der Fussballverband von Kirgisistan Mitglied der FIFA und der AFC. Trotz des Mangels an finanzieller Unterstützung hat sich der FFKR sehr dafür eingesetzt, unsere nationale Meisterschaft aufzubauen und weiterzuentwickeln. Die Klubs wurden angehalten, darüber hinaus an allen internationalen Wettbewerben teilzunehmen, die in Frage kamen.

Um uns dem internationalen Niveau anzunähern, müssen wir die Ausbildung und das Training unserer Fussballer weiter verbessern. Dank enormer Hilfen von FIFA und AFC haben wir im Rahmen unseres Ausbildungsprogramms schon Kurse für Mediziner, Schiedsrichter, Funktionäre und insbesondere Trainer durchgeführt. Wir haben beispielsweise Kurse für insgesamt 450 Trainer organisiert, welche die AFC-Lizenzen von A bis C anstreben. 2011 waren zwei Nationaltrainer unter denjenigen, die als erste aus unserem Land AFC-Lizenzen erhielten."

Die FIFA spielt eine wichtige Schlüsselrolle beim Aufbauprozess in Kirgisistan, wie Stalbek unterstreicht. "FIFA-Instruktoren haben regelmäßig Weiterbildungsmaßnahmen für unsere Trainer durchgeführt. Außerdem hat die FIFA uns mit dem Bau mehrerer erstklassiger Trainingsplätze unterstützt. Diese Anlagen sind enorm wichtig für die Entwicklung unserer Nachwuchsspieler."

Angesichts des großen Engagements des Landes ließen die ersten Erfolge nicht lange auf sich warten. Neben den Erfolgen des FC Dordoi hat Kirgisistan auch im Futsal und im Frauenfussball große Fortschritte vorzuweisen. "Unsere Futsal-Nationalmannschaft gehört zu den vier besten Teams in Asien", so Stalbek voller Stolz. "Sie nimmt regelmäßig an der Kontinentalmeisterschaft teil. Und entsprechend den Vorgaben der FIFA haben wir auch eine vollständige Frauen-Liga. Bei allen Höhen und Tiefen ist Fussball die beliebteste Sportart im Land und wird von Millionen Menschen verfolgt."

Challenge Cup als große Herausforderung
Die Nationalmannschaft Kirgisistans hat sich, motiviert durch die genannten Erfolge, mit einer Reihe starker Leistungen für die Endrunde des AFC Challenge Cup 2014 qualifiziert. Zunächst gab es zwei 1:0-Siege gegen Macau und Pakistan. Dann folgte ein Überraschungserfolg gegen den Nachbarn und Rivalen Tadschikistan, ebenfalls mit 1:0. Damit war das Ticket für die Endrunde des Turniers im kommenden März auf den Malediven gebucht. Zudem bedeuteten diese Erfolge einen Riesensprung in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste, in der sich das Team im April um 59 Punkte auf Rang 142 verbesserte.

In der Qualifikation für die Endrunde des Challenge Cup glänzten zahlreiche vielversprechende Youngsters. David Tehheh erzielte in den drei Spielen drei Tore und war damit Torschützenkönig der Gruppe. Mirlan Murzaev, der im diesjährigen AFC President's Cup zehn Treffer für den FC Dordoi erzielte, sorgte ebenfalls stets für Torgefahr.

"Wir wollen den nächsten AFC Challenge Cup auf den Malediven gewinnen", so FFKR-Präsident Semetey Sultanov gegenüber FIFA.com. "Ich vertraue unserem Team. Wir werden hart arbeiten um unser Ziel zu erreichen. Wir haben uns in den vergangenen Jahren sehr auf die Nachwuchsarbeit konzentriert und streben jetzt in den einzelnen Altersklassen den Durchbruch an."