PSG und "Juve": Der Titel ist das Ziel
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Die einen kamen auch ohne Zlatan Ibrahimovic und David Beckham weiter, die anderen erneut ohne Mühe und Gegentor: Paris St. Germain und Juventus Turin haben bei ihrer Comeback-Tournee in der UEFA Champions League das Viertelfinale erreicht und planen nun den großen Coup.

"Ich weiß nicht, ob wir den Titel gewinnen können. Aber wir werden alles versuchen", sagte PSG-Coach Carlo Ancelotti nach dem allerdings mühsamen 1:1 (0:0) im Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Valencia (Hinspiel 2:1). Und auch sein Kollege und Landsmann Antonio Conte dachte nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg gegen Celtic Glasgow (3:0) schon an das Endspiel von Wembley. "Wir sind glücklich, dass wir zurück sind in der Elite des europäischen Fussballs", sagte er: "Und ich hoffe, wir können unseren Weg weiter fortsetzen."

Dauergäste auf der großen Fussball-Bühne waren die beiden Klubs in den vergangenen Jahren nicht. Doch nun feierten die von katarischen Scheich-Millionen unterstützten Pariser ihre Renaissance und die Alte Dame Juve ihre Auferstehung. Fünf Siege in Folge ohne Gegentor kann Italiens Tabellenführer nun in der Königsklasse vorweisen und gehört damit erstmals seit dem Zwangsabstieg 2006 zu den besten Acht Europas.

"Ich wüsste keinen einzigen Grund, warum Juventus nicht den Titel holen könnte", meinte Celtic-Teammanager Neil Lennon nach der verdienten Niederlage gegen die mit einer besseren B-Elf angetreten Italiener: "Sie zaubern nicht wie Barcelona. Aber sie haben einen guten Teamgeist, eine gute Balance, sind offensiv sehr stark, spielen konstant und sind zu Hause eine Macht."

Auch die italienische Presse ist voller Euphorie. "Der Rekordmeister hat endgültig die Hölle verlassen", schrieb die Gazzetta dello Sport. "Die alte Dame ist ein Killer", meinte Tuttosport. Und Repubblica tönte: "Juve kann ernsthaft vom Titel träumen. Wer von den Konkurrenten sollte denn besser sein?"

Bei so viel überschwänglichem Lob musste Juve-Trainer Conte, der beim bisher einzigen Champions-League-Sieg 1996 als Spieler dabei war, sogar die Euphoriebremse treten. "Zu meiner Zeit als Spieler hatten italienische Vereine viel größere Möglichkeiten", sagte der 43-Jährige und gab die Favoritenrolle nach dem Sieg durch Tore von Alessandro Matri (24.) und Fabio Quagliarella (65.) weiter: "Heute sind Mannschaften wie Barcelona oder Bayern München aus vielen Gründen, vor allem finanziellen, stärker als wir. Mit ihnen können wir uns nicht messen."

Ancelotti dagegen verglich sein Team sogar bewusst mit diesen Konkurrenten. "Wir sind neben Bayern, Juventus und dem FC Porto das einzige Team in Europa, das in allen Wettbewerben vorne dabei ist", sagte der Coach, der mit dem AC Mailand schon zweimal den "Pokal mit den großen Ohren" gewonnen hat. PSG, für das Ezequiel Lavezzi (65.) nach dem Rückstand durch Jonas (55.) das Weiterkommen sicherte, ist nun seit 23 Europacup-Heimspielen ungeschlagen und steht erstmals seit 18 Jahren im Viertelfinale der Königsklasse.

Doch ohne den gesperrten Exzentriker Ibrahimovic und den von Ancelotti in der Champions League offenbar (noch?) nicht als wettbewerbsfähig erachteten Posterboy Beckham fehlte Paris gegen Valencia das Flair. "Weiter ohne Glanz", titelte L'Equipe. In einer Umfrage auf der Homepage der Sporttageszeitung glauben nur 37 Prozent, dass die PSG-Reise durch Europa noch weitergehen wird.

Um die Spielberechtigung für Ibrahimovic im Viertelfinal-Hinspiel kämpft Paris noch. Gegen die Zwei-Spiele-Sperre nach der Roten Karte des Schweden im Hinspiel von Valencia haben sie Protest eingelegt. Auch Beckham hätte Paris noch in der Hinterhand. Fraglich ist, ob der 37-Jährige, der zuletzt am 10. März 2010 für Milan gegen Manchester United (0:4) in der Champions League spielte, noch für die große Bühne taugt.

Vor Paris und Juve hatten sich bereits Borussia Dortmund und Real Madrid fürs Viertelfinale qualifiziert, das am 15. März ausgelost und am 2./3. sowie 9./10. April ausgespielt wird. Die vier übrigen Teams werden in der kommenden Woche ermittelt.