Klopp: "Wie ein CL-Auswärtsspiel"
© Getty Images

Die Sorgenfalten haben sich geglättet, Borussia Dortmund ist für das Prestige- und Pokalduell des Jahres gerüstet. Nur 19 Stunden nach dem enttäuschenden 1:1 in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach präsentierte Trainer Jürgen Klopp die Marschroute des Double-Gewinners vor dem Viertelfinale am Mittwoch (20:30 Uhr) bei Bayern München: "Das ist für uns wie ein Auswärtsspiel in der Champions League."

Und in der Königsklasse, so der 45-Jährige, seien bisher einige Gegner nicht schlechter gewesen als die Bayern, "hatten einige auch schon mehr Spaß als gegen uns." Von der Statistik, nach der die Borussia seit sechs Begegnungen in der Bundesliga und im DFB-Pokal gegen den Rekordmeister- und pokalsieger ungeschlagen ist, wollen sich die Westfalen nicht blenden lassen. "Wir haben Ambitionen in diesem Wettbewerb, aber wir brauchen eine gute Leistung. Mit 98 Prozent können wir die Bayern nicht schlagen."

Sicherlich verfolgen die Dortmunder, die 17 Punkte hinter dem FC Bayern liegen, die "bisher fantastische Saison" (Klopp) des souveränen Bundesliga-Tabellenführers. Dennoch seien seine Profis hochmotiviert. Es reiche ihnen schon die Gewissheit "dass sie zu den wenigen Mannschaften auf dem Planeten gehören, die die Bayern schlagen können." Es sei ihr Auftrag, dieses Spiel zu einer Herausforderung für den designierten Meister zu machen.

"Es ist ein anderer Wettbewerb. Wir haben natürlich Respekt vor so viel Qualität der Bayern. Aber wir kennen das Gefühl, im Endspiel zu stehen. Es lohnt sich, dafür zu kämpfen", sagte Nationalspieler Ilkay Gündogan und Kapitän Sebastian Kehl ergänzte: "Unter anderem wegen Robert Lewandowski wird das ein anderes Spiel."

Der in der Bundesliga rotgesperrte Torjäger, dessen Berater Cezary Kucharski am Sonntag andeutete, dass der Pole seine Entscheidung bezüglich eines Wechsels am Saisonende bereits getroffen habe, und dessen Landsmann Jakub Blaszczykowski (Adduktoren- und Hüftprobleme) werden in die Startelf zurückkehren. Auch einem Einsatz von Nationalspieler Mats Hummels steht nach seiner Oberschenkelprellung nichts im Wege.

Die Aussagen von Lewandowskis Berater lassen Klopp angeblich kalt. "Es ist mir eigentlich egal, was Herr Kucharski zu welchem Zeitpunkt oder in welchen Sendungen sagt. Ich bin über alles informiert, was Robert über Fussball denkt", stellte der BVB-Trainer klar.

Auch die Spekulationen, dass Lewandowski mit seinem alten auf seinen eventuell neuen Klub trifft, interessiert beim BVB niemand. In bester Erinnerung sind die drei Tore des polnischen Fussballer des Jahres beim 5:2 am 12. Mai vergangenen Jahres im Endspiel gegen das bayrische Starenmseble. Klopp verweist zudem auf das 1:1 in der Bundesliga-Hinrunde. "Da haben wir ein gutes Spiel gemacht und trotz einer schwächeren Anfangsphase am Ende verdientermaßen einen Punkt mitgenommen", sagte Klopp. Zudem ist der BVB auswärts seit 15 Pflichtspielen ungeschagen.

Auch der Respekt der Bayern vor Schwarz-Gelb sei größer geworden. "Vor drei Jahren musste man noch in den Geschichtsbüchern blättern, um zu sehen, wann man zuletzt gegen die Bayern gewonnen hat", meinte Klopp. Aber seither sei der BVB besser geworden. Dass die Bayern derzeit überragend spielen würden, stehe außer Frage, aber "deshalb ist das Spiel am Mittwoch jedoch noch nicht entschieden".