Yilmaz: "Ich bin nie mit mir zufrieden"
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Er gehört zu den Überraschungen der bisherigen Saison: Burak Yilmaz hat in der UEFA Champions League bereits sechs Treffer erzielt und steht in der Torschützenliste hinter Superstar Cristiano Ronaldo (7 Tore) auf Platz zwei. Für die leidenschaftlichen Fans von Galatasaray Istanbul ist der Stürmer ein großer Hoffnungsträger. Auch wegen ihm träumen sie vom Einzug in die Runde der letzten Acht in der europäischen Königsklasse. FIFA.com sprach vor dem mit Spannung erwarteten Achtelfinalduell mit Schalke 04 exklusiv mit dem 27-Jährigen.

"Wir gehen hochkonzentriert in die Partie. Dieser Klub ist ein ganz starker Gegner, aber wir verfügen über genügend Qualität, um uns durchzusetzen und das Viertelfinale zu erreichen", so Yilmaz selbstbewusst. Schließlich weiß er ganz genau, dass er selbst momentan nur schwer zu stoppen ist. Sogar Angreifer wie Lionel Messi (5) und Robin van Persie (3) stehen in der Statistik aktuell hinter ihm. In der für Gala nun beginnenden K.o.-Phase will der 27-malige türkische Nationalspieler seine Topform weiter unterstreichen.

Vergleiche mit den Großen
Ihre letzten drei Gruppenspiele in der Champions League konnten die Istanbuler allesamt gewinnen. Darunter auch ein 1:0-Heimsieg gegen Manchester United, bei dem Yilmaz der entscheidende Treffer gelang. Für den Goalgetter eine Bestätigung, mittlerweile zu den Großen des Kontinents zu gehören. "Ich denke, dass wir großartige Arbeit geleistet haben. Zwar war das Glück in den ersten drei Begegnungen nicht auf unserer Seite, aber wir haben immer an uns geglaubt und sind dafür belohnt worden."

Ihm ist durchaus bewusst, dass er sich längst auf dem besten Weg befindet, in die Fußstapfen legendärer türkischer Angreifer wie Hakan Şükür, Tuncay Şanlı, Nihat Kahveci oder Lefter Küçükandonyadis zu treten: "Natürlich ist es eine große Ehre, in einem Atemzug mit Akteuren wie Hakan Şükür genannt zu werden, und es stimmt, ich spiele eine großartige Saison. Bei Galatasaray verspüre ich ein Selbstbewusstsein wie noch nie zuvor", sagt Yilmaz, ohne dabei zu vergessen, sich für den Vergleich mit dem Bullen vom Bosporus zu bedanken.

Harte Arbeit und Disziplin
"Für mich ist es sehr wichtig, dass ich mich in einem Verein zu Hause fühle. Dann kann ich Topleistungen bringen. Galatasaray ist mein Zuhause. Ich bin momentan sehr glücklich und zufrieden. Aber letztendlich versuche ich einfach, in jeder Partie mein Bestes zu geben", so der physisch beeindruckend starke Torjäger, der auch in der heimischen SüperLig die Torschützenliste gemeinsam mit Sturmpartner Umut Bulut anführt. Vergangenen Freitag sorgte Yilmaz mit seinen neuen Teamkollegen Didier Drogba und Wesley Sneijder für einen 2:1-Sieg bei Akhisar Belediye, mit dem die Tabellenführung unterstrichen werden konnte.

Trotz seiner glanzvollen Auftritte bleibt Yilmaz, der mit dem UEFA-Pokalsieger von 2000 unbedingt die 19. türkische Meisterschaft unter Dach und Fach bringen will, auf dem Boden der Tatsachen. Seine bemerkenswerte Trefferquote erklärt er mit einfachen Worten: "Es ist eine Mischung aus dem richtigen Torinstinkt und harter Arbeit. Ich lebe wie ein Profi und achte auch abseits des Spielfeldes sehr auf meinen Körper und meinen Geist. Zudem trainiere ich sehr hart und bin nie mit mir zufrieden, da ich denke, dass ich noch besser werden kann."

Jagd auf den Legendenstatus
Dies soll nun zunächst Schalke zu spüren bekommen. Der deutsche Traditionsklub steckt derzeit in einer Talfahrt und findet sich lediglich auf Platz neun der Bundesliga wieder. Blenden lässt sich Yilmaz von der schwarzen Serie der Königsblauen von zuletzt vier Pflichtspielen ohne Sieg allerdings nicht. Am Mittwochabend steht ihm und seinen Teamkollegen in der Türk Telekom Arena in Istanbul ein heißer Tanz bevor. Das Ziel lautet, erstmals seit 2000/01 wieder das Viertelfinale der Champions League zu erreichen. Damals übrigens mit einer Sturmspitze namens Şükür.

Die Vergleiche liegen auf der Hand. Yilmaz steht möglicherweise kurz davor, aus dem riesigen Schatten eines der größten Idole des Landes zu treten. Doch in einer Hinsicht hat er in der Türkei bereits einen außergewöhnlichen Status. Nach Sergen Yalçın ist er der einzige Spieler, der für die vier türkischen Traditionsklubs Galatasaray, Beşiktaş Istanbul, Fenerbahçe Istanbul und Trabzonspor aktiv war. "Es ist ein Privileg, für die vier größten Vereine der Türkei zu spielen bzw. gespielt zu haben. All diese Klubs haben eine große Geschichte und außergewöhnliche Fans", lobt Yilmaz. Sollte er auch gegen Schalke für Tore sorgen, werden ihn die Anhänger von Galatasaray sicher für immer in ihre Herzen schließen.