Ernüchterung bei deutschem Quartett
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Dem deutschen Quartett in der UEFA Europa League droht ein früher Abschied. Bayer Leverkusen verlor zu Hause gegen den portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon mit 0:1 (0:0), Hannover 96 kassierte in Moskau ein 1:3 (1:1) gegen Anschi Machatschkala. Borussia Mönchengladbach kam im Zwischenrunden-Hinspiel in einem verrückten Spiel gegen Lazio Rom nicht über ein 3:3 (1:0) hinaus und der VfB Stuttgart musste sich mit einem 1:1 (1:0) gegen KRC Genk begnügen.

In Leverkusen schloss der Paraguayer Óscar Cardozo (61.) nach Vorarbeit von André Almeida einen Sololauf mit einem Lupfer erfolgreich für Lissabon ab. Die Niederlage für den Bundesliga-Tabellendritten war verdient, denn der zweimalige Europapokalsieger der Landesmeister wirkte in der Spielanlage reifer und insgesamt abgeklärter.

Der Werksklub konnte dagegen an die letzten guten Leistungen in der Bundesliga gegen Dortmund (2:3) und in Gladbach (3:3) nicht anknüpfen. Die Rheinländer stehen damit im Rückspiel am 21. Februar im Estadio da Luz von Lissabon mit dem Rücken zur Wand.

Auch die Hereinnahme von Sidney Sam zu Beginn der zweiten Halbzeit für Nationalspieler André Schürrle brachte nicht die erhoffte Belebung aufseiten der Gastgeber. Dem Bayer-Spiel fehlte die Struktur und die Linie. Eine Großchance vergaben Michal Kadlec und Lars Bender (jeweils 60.).

Gladbach kassierte in der Nachspielzeit durch Libor Kozak (90.+4) den späten Ausgleich. Martin Stranzl brachte die Mannschaft von Trainer Lucien Favre per Foulelfmeter in Führung (17.), doch Sergio Floccari (57.) und Kozak (64.) drehten zwischenzeitlich die Begegnung. Der eingewechselte Thorben Marx sorgte mit seinem Foulelfmeter in der 84. Minute für den Ausgleich, dann traf Juan Arango per Freistoß zum 3:2 (88.).

Stranzl war zuvor mit einem weiteren Foulelfmeter an Torhüter Federico Marchetti gescheitert (70.), Lazio-Akteur Andre Dias (69./wiederholtes Foulspiel) hatte Gelb-Rot gesehen.

In Moskau trafen Stürmerstar Samuel Eto'o (34.), Odil Ahmedow (48.) und Mbark Boussoufa (64.) für die Russen, nachdem Szabolcs Huszti (22.) Hannover in Führung gebracht hatte. Für die Niedersachsen war es nach einem Leistungseinbruch die erste Niederlage in Europa in dieser Saison.

Im riesigen Moskauer Luschniki-Stadion musste "96" im 25. Europa-League-Spiel der Klub-Geschichte vor lediglich rund 7.000 Fans erstmals auf Kunstrasen antreten. In der 22. Minute legte Mame Diouf mustergültig auf Huszti ab, und der Ungar hämmerte den Ball aus 16 Metern über die Linie.

Doch nach dem Führungstor verloren die bis dahin souveränen Hannoveraner die Kontrolle über das Spiel, die Gastgeber kamen folgerichtig zum Ausgleich durch Eto'o. Kurz nach Wiederanpfiff erwischte Ahmedow die konfus wirkende 96-Abwehr dann eiskalt. Juri Schirkow bediente den freistehenden Mittelfeldspieler, der den Ball ins lange Eck drückte.

Zehn Minuten später verschoss Eto'o einen ganz schwach getretenen Elfmeter. In der 64. Minute schloss Boussoufa einen Konter zum 3:1 ab. In der Schlussphase hatte Hannover durch Mohamed Abdellaoue (74.) und Artur Sobiech (87.) zwei Riesenchancen, die aber kläglich vergeben wurden.

Stuttgart musste nach zuletzt fünf Niederlagen in der Bundesliga gegen Genk nach der Führung durch Christian Gentner in der 41. Minute durch Glynor Plet (90.+1) in der Nachspielzeit hinnehmen.

Labbadia gab der Mannschaft, die am Samstag gegen Bremen 1:4 verloren hatte, eine Bewährungschance. Der VfB war vor nur 15.200 Zuschauern von Beginn an bemüht, die jüngste Negativserie vergessen zu machen. Die Stuttgarter traten engagiert auf. Es fehlte allerdings meist die spielerische Linie, den Schwaben war in einigen Szenen die Verunsicherung deutlich anzumerken.

So verhalf ein Patzer von Kalidou Koulibaly dem VfB zur ersten Chance - und die war hochkarätig: Vedad Ibisevic konnte das Geschenk jedoch nicht annehmen und scheiterte bei seinem Alleingang am glänzend reagierenden László Köteles (15.). Der rettete zudem gegen Martin Harnik (30.). Einen Schuss von Gotoku Sakai ließ der Gäste-Keeper jedoch vor die Füße von Gentner abprallen, der den Ball aus kurzer Entfernung über die Linie drückte.