Beckham als Glücksbringer, Ibrahimovic als Bösewicht
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Dressman David Beckham spielte den Glücksbringer, Diva Zlatan Ibrahimovic den Bösewicht: Die beiden Superstars von Paris St.-Germain schossen beim 2:1-Sieg der neureichen Franzosen im Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League beim FC Valencia zwar keine Tore, standen aber trotzdem im Rampenlicht.

Während Beckham im schwarzen Anzug und weißem Hemd auf der Tribüne die Siegerfaust in die Luft streckte, registrierte Ibrahimovic seine diskussionswürdige Rote Karte in der Nachspielzeit wegen groben Foulspiels mit gewohnter Arroganz. Sein Platzverweis und der späte Anschlusstreffer der Spanier durch Frankreichs Nationalspieler Adil Rami (90.) ließen den Sieg nicht nur für PSG-Sportdirektor Leonardo "bitter" schmecken.

In Glasgow fühlte sich derweil Rockstar und Celtic-Edelfan Rod Stewart auf der Tribüne an seinen 80er Jahre-Hit "Some Guys Have All The Luck (Einige haben das ganze Glück)" erinnert, nachdem die Schotten trotz Dauerdrucks vom italienischen Rekordmeister Juventus Turin bei der 0:3-Pleite eiskalt ausgekontert wurden. Zwar hofft Glasgows Trainer Neil Lennon noch auf "ein Wunder", doch der Landesmeistercup-Gewinner von 1967 braucht schon mehr als das.

"Natürlich stört mich das", ärgerte sich Ibrahimovic nach dem Spiel. Sein Einsteigen gegen den Mexikaner Andres Guardado in der Nachspielzeit war hart und völlig unnötig. Allerdings hätte es Schiedsrichter Paolo Tagliavento aus Italien auch bei einer Gelben Karte belassen können. "Ich verstehe den Platzverweis nicht. Beide Spieler gehen zum Ball. Es war ein harter Einsatz, aber ein Fussball-typischer Einsatz" sagte PSG-Trainer Carlo Ancelotti, der zumindest im Rückspiel am 6. März in Paris auf den Schweden verzichten muss.

Traurig fand Torschütze Javier Pastore (43.), der auch den Führungstreffer von Ezequiel Lavezzi (10.) vorbereitet hatte, Ibrahimovics Hinausstellung: "Im Rückspiel werden uns einige wichtige Spieler fehlen." Denn auch Mittelfeldstar Marco Verratti ist nach seiner dritten Gelben Karte gesperrt.

Valencias Trainer Ernesto Valverde flüchtete sich deshalb in Zweckoptimismus: "Wir haben dank des späten Treffers immer noch eine Chance." Allerdings weiß auch Valverde, "dass Paris einige außergewöhnliche Spieler in seinen Reihen hat."

In Glasgow war die Partie eigentlich schon gelaufen, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Alessandro Matri ließ den lautstarken Chor im Celtic-Park mit seinem Treffer nach nur drei Minuten verstummen, als er einen kapitalen Fehler des frischgebackenen Afrika-Meisters Efe Ambrose eiskalt ausnutzte.

Clever überstand die Alte Dame das wilde Anrennen der Schotten nach dem Rückstand und legte in der Schlussphase durch Marchisio (77.) und Mirko Vucinic (83.) entscheidend nach. "Es war ein schwieriges Spiel. In dieser Atmosphäre und bei der Intensität, mit der Celtic gespielt hat, hätten wir auch verlieren können", sagte Juve-Trainer Antonio Conte: "Aber meine Spieler haben kühlen Kopf bewahrt und große Reife gezeigt."