Donetsk hat Europas Top-Klubs im Visier
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"Kohle" ist genügend vorhanden. Deshalb ist für Milliardär Rinat Achmetov das beste Personal für seinen Klub Shakhtar Donetsk in der ostukrainischen Bergbauregion gerade gut genug. Seit Jahren dominiert der Meister und Pokalsieger die heimische Liga, doch nun plant der reichste Ukrainer mit dem UEFA-Cup-Sieger von 2009 den Großangriff auf Europas Crème de la Crème.

Donetsk will wie schon vor zwei Jahren erneut ins Viertelfinale der UEFA Champions League einziehen. Aber das soll nur eine Etappe auf dem Weg zum großen Coup sein. Der Grundstein soll im Hinspiel am Mittwoch (20:45 Uhr) gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund gelegt werden.

Bereits in der Gruppenphase überraschte Donetsk mit Platz zwei vor dem punktgleichen FC Chelsea und hinter Italiens Rekordmeister Juventus Turin, der den Ukrainern mit dem 1:0 in deren schmucker Donbass Arena, Spielstätte bei der UEFA EURO im vergangenen Jahr, die einzige Niederlage zufügte.

"Madrid, Mailand, Barcelona", das sind laut Trainer Mircea Lucescu, seit 2004 als Nachfolger von Bernd Schuster in Amt und Würden, die Klubs, mit denen sich Schachtjor (Bergarbeiter) in Zukunft messen will. Dazu baute Lucescu eine Mannschaft mit filigranen Samba-Kickern in der Offensive und einem Ostblock-Bollwerk in der Abwehr.

Gleich acht Spieler aus dem Land des Rekordweltmeisters Brasilien stehen im Kader, allesamt exzellente Techniker mit viel Gefühl im Fuß und einem unbändigen Zug zum Tor. Erst vor vier Wochen wurde Taison für 15 Millionen Euro vom Liga-Konkurrenten Metalist Charkov verpflichtet, weil es Landsmann Willian für die Ablösesumme von 35 Millionen Euro zum neureichen russischen Klub Anschi Machatschkala zog. Sportlich ein großer Verlust für Shakhtar.

Lucescu ist nun gefordert. Der 67 Jahre alte Taktikfuchs wird als Vater des Aufschwungs gefeiert. Der Rumäne führte Donezk zu sechs seiner bisher sieben Meistertitel - zuletzt dreimal in Folge. Seinen bisher größten internationalen Erfolg feierte Shakhtar vor fast vier Jahren mit dem 2:1-Sieg nach Verlängerung im Finale des UEFA-Cups gegen Werder Bremen.

Doch ohne die Finanzspritzen von Achmetov wäre all dies nicht möglich gewesen. Ihm ist es zu verdanken, dass die Brasilianer überhaupt im 1,1 Millionen Einwohner zählenden Zentrum des Kohlereviers Donbass auflaufen.

Sieben Trainingsplätze, ein Nobel-Hotel und ein Flugzeug für die Mannschaft spendierte Achmetow unter anderem. Dazu ein Fünf-Sterne-Stadion, in dem jedoch seit Anfang Dezember kein Spiel mehr stattfand. Denn seither ist in der ukrainischen Liga Winterpause (bis 1. März). Somit steht Shakhtar ein Kaltstart in die Champions League bevor, was dem BVB in die Karten spielen könnte.

In der Liga führen die Orange-Schwarzen die Tabelle der ukrainischen Premier League nach 18 Spieltagen souverän mit 17 Siegen und nur einer Niederlage (51 Punkte/52:9 Tore) mit 13 Zählern Vorsprung vor dem UEFA Europa-League-Teilnehmer Dnjpr Dnjpropetrowsk und 14 Punkte vor Rekordmeister Dynamo Kyiev an.