Piqué: "Die Zutaten, um Siege zu erreichen"

Dass Gerard Piqué zu den besten Innenverteidigern der Welt zählt, ist kein Geheimnis. Seit seiner Rückkehr zum FC Barcelona beeindruckt der Spieler mit der Rückennummer drei regelmäßig durch technische und taktische Fähigkeiten, die auf seiner Position selten zu finden sind.

Das Jahr 2013 konnte für Piqué zudem nicht besser beginnen: Er wurde in die FIFA/FIFpro World XI gewählt, glänzte mit einer spektakulären Leistung im Pokalduell mit Real Madrid und - zweifellos das wichtigste Ereignis - sein erster Sohn erblickte das Licht der Welt.

Der Verteidiger durchlebt also sowohl in privater wie in beruflicher Hinsicht eine glückliche Zeit, ganz im Gegensatz zum Beginn des Jahres 2012, als die Dinge nicht ganz so gut liefen, wie er sich das gewünscht hätte. Über diese schweren Momente, die glänzende Gegenwart und eine noch vielversprechendere Zukunft sprach der katalanische Akteur exklusiv mit FIFA.com.

Wir sind ehrgeizig, motiviert und verfügen über das Können, und generell sind das die erforderlichen Zutaten, um Siege zu erreichen.
Gerard Piqué

Auf dem Weg nach oben
Zu Beginn des Gesprächs brachte Pique seine Gefühle über die aktuelle Situation zum Ausdruck. "Es ist ein großer Stolz und ein unvergleichlicher Moment. Ich denke, es spiegelt wider, dass wir unsere Sache gut machen, sowohl in individueller wie auch in kollektiver Hinsicht. Ich bin mir dessen bewusst, dass dies Etappen sind, die man genießen und ausnutzen muss", sagte er.

Piqué weiß mehr als je zuvor, dass er solche Momente genießen muss, denn 2012 durchlebte er weniger angenehme Phasen. "Die Verletzungen ließen mich nicht das Niveau erreichen, das ich wollte, und ich konnte nicht regelmäßig mit der Mannschaft arbeiten", erklärte der Verteidiger. Und er verriet, was für ihn der Wendepunkt war, der ihn wieder auf den Weg nach oben führte. "Die EURO gab mir großen Schwung. Das gesamte Team spielte in der Defensive sehr stark, und dies diente mir als Plattform für diese Saison. Ich kehrte mit neuer Motivation und Kraft zurück, und die Mannschaft spielt auf einem tollen Niveau, das hilft immer viel."

Als öffentliche Berühmtheit musste Piqué natürlich hinnehmen, dass seine Schwächephase in der spanischen und weltweiten Presse ausgebreitet wurde, und er machte sich Gedanken darüber, welche Auswirkungen dies auf sein Leben hat. "Das geht einem immer nahe, denn das Beste für einen Verteidiger ist, wenn nicht über dich gesprochen wird. Wenn Gerüchte aufkommen, ist das immer unangenehm. Doch das gehört zum Fussball, und ich habe gelernt, damit umzugehen. Jetzt weiß ich es umso mehr zu schätzen, dass es mir gut geht. Bei meiner Ankunft in Barcelona lief alles glatt und es schien, als würde es ganz einfach werden. Wenn es dann Schwierigkeiten gibt, lernst du zu schätzen, was du hast, und es hilft dir, ein besserer Spieler zu werden", so sein Fazit.

Vollständiges Vertrauen
Inzwischen hat sich die Situation vollständig geändert. Der FC Barcelona befindet sich in einer entscheidenden Phase der Saison. In der Meisterschaft weist das Team einen großen Vorsprung auf, und im spanischen Pokal sowie in der UEFA Champions League stehen spannende K.o.-Runden bevor. Piqué verriet, wie die Mannschaft diese Zeit erlebt: "Wir blicken nur von Spiel zu Spiel, trainieren viel und sehr gut. So wie du trainierst, so spielst du auch, und wenn du gut trainierst, wirst du am Ende gute Leistungen zeigen. So gehen wir die Spiele an, und das ändert sich auch in den Momenten des größten Drucks nicht."

Dies scheint Barça auch mit einem neuen Trainer zu gelingen, obwohl Tito Vilanova mit einer komplizierten Erkrankung zu kämpfen hatte. Piqué ist der Meinung, dass der Coach trotz des schweren Erbes der großen Erfolge in der Ära Guardiola großartige Arbeit leistet. "Tito macht das genial. Er macht nicht mehr und nicht weniger als Pep, er führt seine Arbeit einfach fort und gibt ihr seine persönliche Handschrift. Die Mannschaft zeigt ein großartiges Niveau, und der Übergang verlief problemlos."

Das Ergebnis ist eine kerngesunde Mannschaft, die in der Meisterschaft unerwartet 16 Punkte Vorsprung auf den Erzrivalen Real Madrid aufweist. Dieser Vorsprung war eine große Überraschung, wie Piqué einräumte. "Das kann man nicht erwarten, es ist klar, dass dies niemand erwartet hat. Madrid war gerade Meister geworden und hat eine sehr starke Mannschaft. Es ist ein bedeutender Vorsprung, doch man darf sie nie abschreiben."

Große Ziele im Visier
In der Meisterschaft befindet sich das Team also auf dem richtigen Weg, doch der Pokalwettbewerb und die Champions League stehen auf einem anderen Blatt. Das Rückspiel gegen die Königlichen und die nächste europäische Runde gegen den AC Mailand versprechen spannende Angelegenheiten zu werden. Als einer der Anführer seines Teams ist Piqué indes davon überzeugt, dass sie nicht nur diese Spiele überstehen werden, sondern generell in allen Wettbewerben triumphieren können.

"Ich glaube, dass wir dazu in der Lage sind, alle drei Trophäen zu gewinnen. Wir sind ehrgeizig, motiviert und verfügen über das Können, und generell sind das die erforderlichen Zutaten, um Siege zu erreichen. Ich denke, dass wir sowohl im Pokal, der Champions League und der Liga ein Niveau gezeigt haben, das uns daran glauben lässt, dass wir gewinnen können", sagte er zum Abschied selbstbewusst.