Glanzlose Bayern nicht aufzuhalten
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Glanzlos, aber erfolgreich: Der FC Bayern München zieht auf seiner Titeljagd weiter einsam seine Kreise. Der deutsche Rekordmeister setzte durch ein letztlich souveränes 2:0 (0:0) im 92. Südgipfel beim VfB Stuttgart seine imposante Serie fort und baute seinen Vorsprung an der Spitze zum zweiten Mal in dieser Saison auf elf Punkte vor Leverkusen und zwölf vor Dortmund aus.

Torjäger Mario Mandzukic brachte die seit nunmehr zehn Spielen ungeschlagenen Bayern, die keineswegs überzeugen konnten, in der 50. Minute in Führung. Das zwölfte Saisontor des bis dahin schwachen Kroaten wurde aber von einem haarsträubenden Fehler von Cristian Molinaro begünstigt. Der Italiener hatte Mandzukic bei einem Rückpass schlichtweg übersehen und leitete damit vor 60.441 Zuschauern in der ausverkauften Arena die dritte Niederlage der Stuttgarter in Serie ein. Den 15. Saisonsieg der Bayern - schon der achte auswärts - sicherte dann Thomas Müller in der 72. Minute. Das zehnte Tor des Nationalspielers bereitete Mandzukic vor.

"Das war schade, das mir das passiert ist. Danach hatten die Bayern noch mehr Ballbesitz und wir hatten keine Chnce mehr", sagte Stuttgarts Molinaro, und der Münchener Nationalspieler Toni Kroos resümierte: "Es lief schon besser als zuletzt gegen Fürth. Wir hatten wenig große Chancen und mussten auf den Fehler des Gegners warten. Das kann nicht unser Anspruch sein." 

Zwar war der souveräne Herbstmeister auch in Stuttgart über weite Strecken tonangebend. Nach vorne fehlte den Münchenern aber zunächst die Präzision und die Kreativität, um den laufstarken und zummindest eine Stunde lang gut sortierten VfB in Verlegenheit zu bringen. Der VfB beendete die Partie in Unterzahl, nachdem Martin Harnik in der 80. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah.

Ein abgeblockter Schuss von Franck Ribéry und ein Kopfball von Dante, der knapp am VfB-Tor vorbeistrich, waren in der Anfangsphase die einzige Ausbeute der wenig zwingenden Gäste. Auch in der Folge fand der Spitzenreiter kaum eine Lücke. Die beste Chance hatte noch der ansonsten unauffällige Thomas Müller, dem nach einem weiten Pass von Bastian Schweinsteiger der Ball zu weit vom Fuß sprang (32.).

Stuttgart wartete indes erst einmal auf Fehler der Münchener und versuchte dann schnell umzuschalten. Dies gelang zu Beginn zweimal auch ganz gut. Doch erst lief Bayern-Kapitän Philipp Lahm in höchster Not Ibrahima Traoré den Ball ab (5.). Dann fand eine Hereingabe von Martin Harnik in der 14. Minute keinen Abnehmer.

Erst nach knapp einer halben Stunde wurden die Gastgeber dann mutiger - eingeleitet durch einen Schuss von Shinji Okazaki, der knapp am Ziel vorbeistrich. Noch mehr Pech hatte Harnik, dessen Kopfball in der 34. Minute an den Pfosten und von dort Manuel Neuer in die Arme prallte. "Ich habe schon attraktivere Spiele gesehen. Beide Mannschaften wollten keinen Fehler machen", urteilte "Kaiser" Franz Beckenbauer bei Sky zur Pause.

Diesen machte dann gleich Molinaro, dessen Patzer die Münchener in Führung brachte. Das Tor zeigte durchaus Wirkung bei den Schwaben, bei denen die ausgeliehenen Federico Macheda und Felipe Lopes nicht zum Einsatz kamen. Eine weitere Unsicherheit in der VfB-Abwehr hätte kurz danach fast sogar das 2:0 für die Bayern gebracht. Toni Kroos wurde von Georg Niedermeier aber beim Torschuss behindert, ein Elfmeter wäre vertretbar gewesen.

Den Bayern-Aktionen fehlte weiter der große Glanz. Die Münchener hatten nun jedoch kaum noch Mühe, den nachlassenden VfB in Schach zu halten. Das 2:0 durch Müller war fast schon die logische Folge. Schon zuvor hatte Sven Ulreich einen Kopfball von Mandzukic gerade noch klären können. Der Keeper war auch bei einem Heber von Mandzukic (82.) zur Stelle. Erst danach wurde der Ex-Stuttgarter Mario Gomez an früherer Wirkungsstätte eingewechselt (88.). Arjen Robben schmorte jedoch bis zum Schlusspfiff auf der Bank.

Beim VfB konnten am ehesten noch der sichere Ulreich und Christian Gentner gefallen. Die Bayern hatten im zweikampfstarken Javi Martínez ihren herausragenden Akteur. Am effizientesten war zudem Mandzukic, auch wenn der Stürmer eine Halbzeit kaum zu sehen war.