Gefeierte Ankünfte und große Wiedersehen
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Während auf der einen Seite die Anzahl der Transfers nach Brasilien zunimmt, verlassen andererseits immer mehr japanische Spieler die heimische Liga, um ihr Glück im Ausland zu versuchen. Dies sind die beiden auffälligsten Trends der Situation auf dem Transfermarkt zu Beginn des neuen Jahres. Daneben gelten auch die Ligen der Golf-Staaten nach wie vor als beliebtes Wechselziel. FIFA.com hat die wichtigsten Transfers der letzten beiden Wochen zusammengefasst.

Anderthalb Jahre vor der FIFA WM 2014 zieht das Austragungsland Brasilien schon jetzt Profis aus der ganzen Welt an. Der Grund liegt auf der Hand: Sie möchten künftig in einer Liga spielen, die von Saison zu Saison attraktiver wird. Zu ihnen zählen vor allem Spieler aus dem benachbarten Land des Erzrivalen Argentinien, beispielsweise der argentinische Nationalverteidiger Fabián Monzón (bisher Olympique Lyon), der seinen Wechsel zu Fluminense Rio de Janeiro bekannt gab.

Den Chilenen Eduardo Vargas, der 2011 als einer der hoffnungsträchtigsten Talente Südamerikas galt und Anfang 2012 beim SSC Neapel für Furore sorgte, zog es zu Grêmio Porto Alegre. Der junge Angreifer kehrt nach nur einem Jahr in Italien, wo er einen Triumph im italienischen Pokal feiern konnte, nach Südamerika zurück. Ähnliches trifft auf den brasilianischen Abwehrspieler Gil zu, der sich eine Saison nach seinem Wechsel von Cruzeiro Belo Horizonte zum französischen Erstligisten FC Valenciennes zur Rückkehr in seine Heimat entschied, um fortan für Corinthians São Paulo aufzulaufen.

Natürlich gibt es auch Transfers in der entgegengesetzten Richtung. Einer von ihnen ist der von Vagner Love zu ZSKA Moskau, wo er bereits von 2004 bis 2011 unter Vertrag stand und wohin er jetzt nach zwei Ausleihstationen bei Palmeiras São Paulo und Flamengo Rio de Janeiro zurückkehrt. Sein Landsmann Welington França, der bislang als offensiver Mittelfeldspieler von Criciúma EC aktiv war, möchte Europa erst noch kennen lernen und wird künftig das Trikot von Hannover 96 tragen. Der Uruguayer Sebastian Abréu kehrt der brasilianischen Liga zwar ebenfalls den Rücken. Sein Ziel ist allerdings kein europäischer Verein, sondern mit Nacional Montevideo eine ihm bestens bekannte Adresse. Schließlich handelt es sich dabei um sein bereits drittes Engagement beim uruguayischen Hauptstadtklub. Und insgesamt ist es bereits der 21. Wechsel in seiner Karriere!

Für den türkischen Nationalspieler Nuri Sahin stehen dagegen seit seinem Profidebüt bei Borussia Dortmund nur vier Transfers zu Buche. Dafür gingen seine beiden jüngsten Wechsel binnen sechs Monaten über die Bühne! Nachdem er zu Beginn der aktuellen Saison von Real Madrid an den FC Liverpool ausgeliehen worden war, wechselte er in der Winterpause auf Leihbasis zurück zu seinem Heimatklub, der zuletzt zwei Mal in Folge deutscher Meister wurde.

Für japanische Profis ist Deutschland übrigens seit mehreren Jahren eine der beliebtesten Destinationen. Nach Shinji Kagawa, Hiroshi Kyotake, Atsuto Uchida, Makoto und Takashi Inui wechselte jetzt auch der junge Stürmer Kosuke Kinoshita vom FC Yokohama zum Bundesligisten SC Freiburg. Gleichfalls ihr Glück in Europa versuchen ab sofort Yuji Ono (bisher Yokohama F. Marinos) und Kensuke Nagai (bisher Nagoya Grampus), die beide von Standard Lüttich verpflichtet wurden.

Und während Japanisch derzeit bei deutschen und belgischen Klubs immer öfter zu hören ist, dominiert bei Newcastle United inzwischen die französische Sprache. Die Magpies, bei denen bislang bereits neun Akteure aus dem französischen Sprachraum vertreten waren, haben sich mit dem Verteidiger Mapou Yanga-M Biwa, der 2012 mit HSC Montpellier den französischen Meistertitel holte, dem Torjäger Yoan Gouffran, der 2009 mit Girondins Bordeaux die Ligue 1 gewann, sowie mit Mittelfeldakteur und Nationalspieler Moussa Sissoko (von FC Toulouse) und Abwehrspieler Massadio Haidara (von AS Nancy) gleich vier frankophone Profis als Verstärkung geholt. Überdies stand auch Loïc Remy von Olympique Marseille kurz davor, in Newcastle zu unterschreiben, entschied sich letztlich aber für die Queens Park Rangers, für die er gleich bei seinem ersten Einsatz traf.

Die Londoner verpflichteten den Angreifer als Ersatz für Djibril Cissé, einen weiteren Ex-Profi von Olympique Marseille, der künftig für Al Gharafa in Katar, dem Ausrichterland der FIFA WM 2022, stürmen wird. Dort wird er an der Seite des Brasilianers Nenê, Ex-Torjäger von Paris Saint-Germain, spielen. Sein Landsmann, der offensive Mittelfeldakteur Bruno Cesar, der bisher zwei Mal in der Seleção zum Einsatz kam und zuletzt zwei Jahre bei Benfica Lissabon unter Vertrag stand, heuerte bei Al Ahli in Saudiarabien an. Sein bisheriger Teamkollege, der Argentinier Pablo Aimar, könnte ihm möglicherweise bald folgen.

Beim FC Malaga, der in den letzten Jahren auf dem Transfermarkt und in dieser Saison auch in der UEFA Champions League für einigen Wirbel sorgte, wurden in den vergangenen Tagen erneut verstärkte Aktivitäten sichtbar. Dabei setzen die Andalusier zum einen auf den Nachwuchs in Gestalt des brasilianischen U-17-Nationalspielers Lucas Piazón vom FC Chelsea, der bei den Blues erst ein Mal in der ersten Mannschaft eingesetzt wurde und auf Leihbasis nach Malaga wechselte.

Zum anderen verlässt man sich jedoch auch auf erfahrene Spieler wie Diego Lugano, der Uruguay 2010 in Südafrika als Kapitän ins Halbfinale führte und bei der Copa América 2011 den kontinentalen Titel holte, sich bei Paris Saint-Germain jedoch nicht durchsetzen konnte. Ebenfalls nach Spanien zog es den Bulgaren Martin Petrov, der nach sechs Spielzeiten in der englischen Premier League, wo er zunächst für Manchester City, dann für die Bolton Wanderers aktiv war, bei Espanyol Barcelona unterschrieb.

Der niederländische Nationalspieler Wesley Sneijder hingegen brachte es bis zu seinem Wechsel in die Türkei auf vier Jahre in der italienischen Serie A. Der mit einer stattlichen Bilanz an nationalen und internationalen Titeln ausgestattete Mittelfeldspieler wird künftig für Galatasaray Istanbul auflaufen. Frankreichs Nationalspieler und defensiver Mittelfeldakteur Yann Mvila, dessen Erfolgsbilanz weitaus weniger üppig ausfällt, schlug seine Zelte beim russischen Erstligisten Rubin Kasan auf, sicher auch in der Hoffnung, seine bisherige Bilanz deutlich aufbessern zu können.

Ein weiterer Trend, der sich auf dem aktuellen Winter-Transfermarkt abzeichnet, ist der offensichtliche Wunsch einiger in die Jahre gekommenen Profis, ihre langjährige Karriere noch ein bisschen zu genießen! So geschehen im Fall des legendären Brasilianers Rivaldo, der im April seinen 41. Geburtstag feiert und beim brasilianischen Zweitligisten AD São Caetano unterschrieben hat. Oder sein 34-jähriger Landsmann und Ex-Torjäger Júlio César, der unter anderem bei Real Madrid, Olympiakos Piräus und Benfica Lissabon unter Vertrag stand und jetzt nach einer Saison (2011/12) bei Sporting Kansas City vom FC Toronto verpflichtet wurde.

Und was den mittlerweile ebenfalls 34 Jahre alten Eidur Gudjohnsen anbetrifft, der im Verlauf seiner langen Karriere für solch große Klubs wie PSV Eindhoven, FC Chelsea, FC Barcelona oder AS Monaco spielte, ist sein wahrscheinlicher letzter Transfer zugleich der mit der kürzesten Distanz. Denn der Isländer wechselte von Cercle Brügge zum Stadtrivalen FC Brügge.